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Tag 8 – Hluhluwe

Es ist Afrika-Urlaub, also klingelt der Wecker um 5:00h und wir sind nach einem schnellen Nescafé eine halbe Stunde später unterwegs. Kaum raus aus dem Gate, werden wir von der lokalen Zebra-Gang im Morgenlicht begrüßt.

Erstmal ging es auf der Main Road nach Norden bis zum Gate, wo wir eine größere Büffelherde „gefunden“ haben. Gut, das war auch nicht wirklich schwer, sie lagen direkt neben der Straße und ließen sich durch die Autos nicht stören. Kurzfristig waren da tatsächlich mal mehrere im Blickfeld, denn offensichtlich kamen gerade die Safari-Fahrzeuge in den Park




Dann sind wir links abgebogen auf den ersten der Loops. Tiere haben wir kaum gesehen, dafür aber eine Menge Landschaft. Hier ist es ganz anders als im iMfolozi-Teil, höhere Berge, flachere Büsche.

Ein weiteres Büffelpaar, gemütlich auf der Straße schlendernd…

… und wieder Landschaft:



Leider hatten wir kein Frühstückspicknick dabei, sonst hätten wir das ganz sicher auf dem letzten Bild verzehrt. Also an der Stelle. So mussten wir dann doch ins Hilltop Camp zurück. Das Buffet war ok, mehr aber auch nicht. Um so besser war der Blick von der Terrasse, und guten Kaffee haben sie auch. Daher sind wir hier nach dem Packen und Auschecken noch 2 Stunden hängengeblieben, haben die Aussicht genossen, mit einem nach Kapstadt ausgewanderten Ex-Kieler gesprochen (den wir gestern schon an einem Wasserloch getroffen hatten)… also quasi mal eine Weile nichts getan.



Hier noch mal ein Eindruck, wie das Hilltop Camp aussieht:



Und natürlich geht’s nicht ganz ohne Tiere, der eine direkt über uns im Baum (Kronentoko), das Nyala neben dem Restaurant auf der Wiese und die Nashörner auf dem gegenüberliegenden Hügel mit voll ausgefahrenem Zoom. Hätte auch das Fernglas nutzen können, aber das war besetzt 😉




Als wir uns endlich losreißen konnten, ging es wieder auf Game drive – wir hatten noch ein paar Loops abzuklappern, wir wollten ja am liebsten alles und alle sehen.
Ich zeige gleich mal wieder nur die schönsten Bilder… wir haben aber natürlich nicht nur solche, sondern auch „Ups, ich hab gewackelt“, „wo ist der Vogel hin“ oder „huch, unscharf“… ganz zu schweigen von langweiligen „10 Impalas stehen in der Gegend rum und machen NICHTS“. Aber die zeigen wir euch ja nicht. Daher wieder zurück zum „best of“:
Kaffernbüffel, die das dringende Bedürfnis nach einer Ganzkörper-Schlamm-Maske inklusive Gesicht hatten


Zebra-Straßenblockade

Lauschig-grüne Bäche zwischendurch, meistens mit vielen Vögeln:


Immer wieder mal ein Nashorn, das vor uns über die Straße läuft – hier die Version „ich komme gerade aus dem Schlammbad“

Und wir beobachten ja auch gerne immer wieder Giraffen – spätenstens seit dieser hier werden wir das in Zukunft sicher nicht aufgeben. Erst haben die drei ganz normal gefressen, doof geguckt, weitergefressen… was Giraffen halt so machen. Aber dann – ich lasse mal erst die bilder sprechen. Erklärung folgt.

Was macht sie denn da? die hat doch was Weißes im Maul? Hier gibt’s doch keine Blüten oder so?? Ach ja, Tiere fressen ja gelegentlich Knochen (oder lutschen dran), um an Kalzium zu kommen. Das scheint diese hier auch zu tun. Die Bewegungen sahen schon witzig aus, aber dann konnten wir erkennen, WAS sie sich für einen Knochen ausgesucht hat:

Sie heißt bei uns nur noch die Kukident-Giraffe, denn es sah wirklich so aus, als würde sie freihändig versuchen, ihre dritten Zähne wieder in den Mund zu bekommen…
Danach gab’s nur noch zwei Kuschelnashörner und ein paar Vögel, die wir länger beobachtet haben:



Insgesamt ein toller Tag, mit vielen abwechslungsreichen Sichtungen und einer entspannenden Mittagspause mit Aussicht. Wir sind fast alle Loops abgefahren und haben (neben viel mehr Nashörnern als hier zu sehen) ganz viele verschiedene Tiere vor die Linse bekommen.
Nun mussten wir noch ziemlich genau eine Stunde vom Gate bis nach St. Lucia fahren, dort waren die nächsten drei Nächte gebucht. Die Fahrt war ereignislos und eher langweilig, und wir waren pünktlich um 18h am Zulani Guesthouse.
Zwei andere Gäste kamen auch gerade an, und gemeinsam haben wir auf die Besitzer gewartet, die kurz darauf kamen. Tolles Haus, schönes Zimmer (wir haben das Elefanten-Zimmer, mit kleinem Elefanten-Anhänger am Schlüsselbund und so), hübscher Außenbereich mit Pool… wo wir erstmal von Gary ein Bier/einen Fruchtsaft und eine ausführliche Einweisung ins Haus sowie Tipps & Tricks für Abendessen und Unternehmungen bekommen haben.

In Fußnähe gibt es reichlich Auswahl an Restaurants. Gary und June hatten uns das Ocean Basket empfohlen, mit dem Zusatz-Tipp, dass man dort auch von der Karte des benachbarten Braza (einem Steakhaus) bestellen kann. Beide gehören nämlich dem gleichen Besitzer, und es ist total üblich, dass man kreuz und quer bestellt – die Gäste an fast allen Tischen hatten beide Karten und/oder Gerichte mit Fisch oder Fleisch vor sich.
Da Gary und June uns ausdrücklich und unaufgefordert bestätigt hatten, dass man durchaus zu Fuß gehen kann (obwohl die Hippos regelmäßig die Gärten und Parks abgrasen und dann auch auf den Straßen unterwegs sind), haben wir das gemacht und sind zu Fuß gelaufen. Ohne Hippo-Begegnung, aber es waren auch maximal 5 Minuten zu gehen.

Nach dem Essen ging’s dann nur noch ins Bett, und morgen könnten wir tatsächlich ausschlafen, Frühstück gibt’s um 8 Uhr und wir wollen nur „was Kleines“ machen, da wir nachmittags schon zu einer Tour abgeholt werden. Also kein Wecker. Auch mal schön. Soll doch die innere Uhr mich wecken!

Tag 4 – Von Clarens nach Underberg

Das Schlimme an einem Roadtrip ist, dass man ständig von tollen Orten Abschied nehmen muss – und in diesem Fall auch von der tollen Gastgeberin. Aber erstmal konnten wir natürlich noch
– früh aufstehen
– mit Kaffee draußen sitzen und die Berge beobachten
– lecker frühstücken
– mit anderen Gästen plaudern, die ungefähr unsere Route gerade hinter sich haben
– mit weiteren Gästen plaudern, die was komplett anderes gemacht haben
– mit der Gastgeberin plaudern über Brotbacken, Stammgäste und das Leben im Allgemeinen.
Schließlich mussten wir aber los, und endlich haben wir auch den Coffee Shop in Clarens mal geöffnet vorgefunden. Also schnell einen Latte Macchiato kaufen und ab in den Golden Gate Highlands Park. Praktischerweise führt nämlich die kürzeste Route zum nächsten Ort da mitten durch, und natürlich verbinden wir das mit noch einer Runde Gucken & Fotografieren.
Erst der Teich mit den Webervögeln und heute auch einem Grey Heron (hier habe ich gemütlich meinen Kaffee getrunken)…
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… dann der Loop mit den Zebras, die aber heute eher wenig Lust auf Fotos hatten, dafür war eine Truppe Paviane links und rechts der Straße unterwegs…

… und dann nochmal der Loop mit dem Geier-Beobachtungsstand. Erst wieder Zebras, und dann das gleiche Spiel wie gestern, KEINE Geier. Unsere Geduld war minimal größer, aber das heißt nur, dass wir 10 statt 5 Minuten da waren. Der Blick vom Parkplatz ist aber wirklich schön, und in der Ferne graste eine Herde Bonteboks und Gnus. Fast schon außergewöhnlich war, dass gleich vier Autos gleichzeitig auf dem Parkplatz standen. So viele waren uns gestern ungefähr am ganzen Tag begegnet.
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Zwei Abschiedsfotos noch vom Golden Gate Highlands Nationalpark, dann geht’s weiter Richtung Süden:
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Ungefähr drei Stunden sind wir über Land- und sowas wie Bundesstraßen, schließlich sogar Autobahn gefahren. Linksfahren geht schon wirklich gut, wir haben jeder nur 1x gewischt statt zu blinken 😉
Kurzer Boxenstop an einer Raststätte und unser erster Besuch bei Mug & Bean, das in ungefähr jedem Reisebericht erwähnt wird. Eine Art Starbucks, manchmal (laut Internet) auch inklusive echtem Essen, hier aber eher wie Starbucks mit Muffins & Co. – und Kaffee mit endlich mal vernünftigen Namen für die Größen 🙂
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Unser Zwischenziel war die Nelson Mandela Capture Site, also die Stelle, an der Nelson Mandela verhaftet wurde, bevor er über 20 Jahre im Gefängnis saß. Zur Zeit wird ein großes Ausstellungsgebäude gebaut, daher ist die Ausstellung (Poster, Fotos etc.) in einem kleinen Häuschen untergebracht. Eigentlich fährt man aber hin, um das hier zu sehen:
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Ihr seht nicht, was das ist? Ok, andere Perspektive:
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Immer noch nicht? Das liegt vermutlich daran, dass man genau an der richtigen Stelle stehen muss, um es so zu sehen:

Übrigens kann man auf dem Foto viel mehr Schattierungen und Details sehen als mit dem bloßen Auge. Wir können es uns nicht erklären, ist aber so. Die Augenbrauen, das Ohr, die dunkleren Augenhöhlen, den Haaransatz – haben wir erst auf dem Foto gesehen.
Der Weg zum Monument hat links eine Zeitachse mit einem Pfosten pro Jahr, und rechts die relevanten Meilensteine Mandelas. Und erst wenn man unten um die Kurve kommt, kann man das Gesicht sehen – vorher sind es einfach nur komische schwarze Stangen.
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Wir waren kurz vor Toresschluss dort, daher waren wir am Ende ganz alleine auf dem Gelände, das Personal war auch schon weg. Nur die Meerkatzen haben sich darum gekümmert, dass keine Lebensmittelreste in der Mülltonne sind… wir haben sie ziemlich erschreckt, vermutlich dachten sie, sie wären ungestört. Sie haben sich erstmal verzogen, sind dann aber wieder von den Bäumen geklettert, sobald wir im Auto waren.
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Noch mal zwei Stunden waren wir unterwegs bis zum nächsten Übernachtungsort, Underberg. Das liegt ebenfalls am Fuß der Drakensberge, diesmal aber am südöstlichen (statt nordwestlichen) Ende. Die Strecke dorthin war abwechslungsreich, erinnert aber doch irgendwie an „zuhause“, so eine Mischung aus Sauerland und Schwarzwald.
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Allerdings dann doch auch immer wieder unterbrochen durch kleine Dörfer links und rechts, Kühe auf dem Heimweg, Vodacom (was für mich die Türschließer, ist für Frank das Logo des hiesigen Vodafone-Ablegers).
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Unsere Unterkunft ist unglaublich – die Gastgeber sind super freundlich, wir wurden sofort rumgeführt und uns wurde alles erklärt. Einiges ist ja normal (wo ist das Zimmer, wann gibt es Frühstück), aber wir wissen nun auch, was wir alles mitnutzen dürfen (Wohnzimmer, Fernsehzimmer, Holz-Puzzles, Bücher, Zeitschriften,
Spiele), was wir machen, wenn wir Durst haben (Nescafe und French Press im Zimmer, inkl. selbstgebackener Kekse für Frank und gf Süßigkeiten für mich; Kühlschrank in der Garage mit diversen Biersorten, Cider, Wasser, Softdrinks und Sekt zur Selbstbedienung), und wie die halbe Haustechnik funktioniert. Wir fühlen uns fast ein wenig schlecht, weil wir nicht das Gefühl haben, das alles zu bezahlen…
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Die beiden haben uns dann auch gleich noch einen Tisch in einem Restaurant reserviert, plus Empfehlung, wo wir morgen essen könnten. Erst gab’s aber noch einen Gin Tonic auf’s Haus, in der Sonne auf der Terrasse mit Blick auf die Drakensberge. Könnte echte schlimmer kommen.
Das Restaurant „Lemon tree“ ist nur ein paar hundert Meter weg, aber da das Wetter wenig vertrauenerweckend aussah, sind wir trotzdem gefahren. Das Restaurant ist klein (6 Tische oder so, plus Außenbereich), aber gut besucht. wir hatten etwas Mühe, uns etwas aus der Karte auszusuchen, weil fast alles gut klang. Schließlich wurde es ein Steak in portugiesischem Brötchen für Frank, und Lammkoteletts mit Minz-Kartoffelpüree für mich. Schmeckte toll, und das Unterhaltungsprogramm gab’s in Form eines Frosches, der sich in den Gastraum verirrt hatte. Alle Gäste fanden’s witzig, als er von Tisch zu Tisch gehüpft ist, als wir ihn retten wollten. Die Kellnerin fand Frösche ekelig…

Tag 3 – Golden Gate Highlands Nationalpark

Guten Morgen Südafrika – endlich! Wir waren früh wach, weil wir bei offener Balkontür geschlafen und die Dorfhähne im Chor gekräht haben.
Macht aber nichts, so hatten wir viel Zeit, auf der Terrasse auf dem Sofa zu sitzen und die Aussicht zu genießen. Mit Kaffee 🙂

Frühstück gibt’s um acht, und die Gastgeberin stolz darauf, dass es kein Standard Frühstück gibt. Na gut, erst mal fing es mit Standard an: Toast, Joghurt, Müslis, dann aber schon selbst gemachter Käsemuffins. Anschließend wurde das warme Frühstück serviert, für mich eine extra glutenfreie Variante, der Rest hatte Breakfast Pie. Im Prinzip eine Quiche mit typischen Frühstückszutaten (Bacon, Kräuter, Eier…). Seeeehr lecker!



Anschließend ging es auf direktem Weg in den Nationalpark, circa 15 km von hier. Am Eingang haben wir unsere Wildcard bereitgehalten (den Jahrespass für die Nationalparks), wollte aber niemand sehen. Erst mitten im Park, als wir loswandern wollten, mussten wir uns bei der Rezeption des Reneen Rest Camps anmelden und hätten dort auch bezahlen müssen. Aber mit der Karte bzw. dem Ausdruck der Zahlungsbestätigung (die physische Karte hat es nicht mehr zu uns nach Hause geschafft) war das ja schon erledigt.
Als Wanderschuhe anziehen und los! Wir haben uns für eine kurze und leichte Wanderung entschieden, den Mushroom Rock Trail. Oder heißt es erst ab einer Stunde Wanderung und vorher Spaziergang? Naja, wir waren immerhin 1,5h unterwegs, allerdings haben wir viiiiiiele Fotostopps gemacht und mindestens eine halbe Stunde lang auf einem Felsen gesessen und nur geguckt. War auf jeden Fall sehr schön, gut zu laufen und mit vielen bunten Felsen und am Ende auch Fernsicht in den Park abwechslungsreich.



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Nach dem anstrengenden (naja…) Teil haben wir erstmal auf dem Campingplatz im Schatten gesessen und ich habe Vögel fotografiert. Die lungern da in Scharen rum, machen ein großes Getöse und bauen nebenbei Nester – denn hier waren vor allem Webervögel unterwegs.
cvögelAnschließend sind wir einmal ums Camp herumgelaufen bis zum Natural Rock Pool. Ob es hier anders aussieht, wenn der Wasserfall auch wirklich Wasser hat, wissen wir natürlich nicht – aber so wollte/sollte man da nicht schwimmen gehen. Stattdessen haben wir eine kleine Pause mit Getränken und Nüssen gemacht, und für das Unterhaltungsprogramm hat eine Gruppe Dassies/Klippschliefer auf dem Hang gegenüber gesorgt. Meistens waren sie halb hinter Büschen versteckt, aber wenigstens eins hat sich mal für’s Foto gezeigt:

Weiter ging es auf den beiden Loops, die man mit dem Auto abfahren kann. Auf dem ersten haben wir erst den kurzen Abstecher zum Stausee gemacht (wenig spannend allerdings), danach sind wir beim nächsten Abstecher wieder abgebogen und haben ziemlich nah neben der Straße Zebras und Gnus gefunden. Gnus kannten wir schon, aber hier waren es Weißschwanzgnus, die sind eine Erstsichtung.








Ein paar Meter weiter noch eine Zebrafamilie, diesmal mit Baby-Zebra und begleitendem Bontebok. Auch eine Erstsichtung 🙂



Auf dem anderen Loop gibt es einen Geier-Beobachtungsplatz (Vulture Hide). Kurz vor dem Parkplatz sind zwei Bartgeier mehrfach ganz dicht über unser Auto geflogen, das hätte uns schon ein Hinweis darauf sein können, dass sie wohl eher NICHT am Futterplatz sitzen. Naja, haben wir uns halt einen Haufen Knochen und Rinder-Reste angesehen, allerdings nicht sehr lange, denn da fehlt uns irgendwie die Geduld. Oder das Interesse an Geiern. Oder beides.



Nun war Zeit für eine Kaffeepause, und den gab’s im Glen Reenen Hotel – und was sieht mein geschultes Auge, das bei jeder Tür automatisch nach oben und unten schwenkt? Na klar, ein dormakaba-Produkt (ok, schon etwas älter und daher DORMA, aber das zählt trotzdem):
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Der Kaffee war sehr lecker, und der Blick – na, so halt:
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Der Tag war noch nicht rum, daher sind wir erst eine weitere Runde Runde auf dem Loop gefahren, um vielleicht nochmal das Zebra-Baby aus der Nähe zu sehen. Außerdem konnte Frank da ein Nickerchen machen, während ich mich (recht erfolglos) angepirscht habe. Aber ein paar Fotos gab’s doch:
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Leider hat es kurz danach angefangen zu regnen und zu donnern, und da wir ziemlich hoch und ziemlich exponiert standen, bin ich mal lieber ins Auto zurückgegangen. Bei Regen ist Tiere-Gucken nicht sehr spannend, also sind wir Richtung Parkausgang gefahren. Aus dem Augenwinkel habe ich einen Picknickplatz unter einem Baum gesehen, der Regen war inzwischen bzw. hier auch vorbei, kein Donner mehr – also haben wir kurzerhand gedreht und haben dort eine weitere Fotosession eingelegt. Im Schilf sind Unmengen von Webervögeln, die einen enormen Radau machen – immer wieder mal kommt es in einer Ecke zu großem Gekreische, dann beruhigen sie sich, und wenn dann einer einem Nest zu nahe kommt oder eine Grashalm klaut, geht es wieder los.

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Davon unbeeindruckt saß auf einem Felsen eine Egyptian Goose mit einem kleinen Gefährten – die beiden haben irgendwie alles synchron gemacht:


Nachdem Frank genug davon hatte, mir beim Fotografieren zuzugucken (zum zweiten Mal heute), sind wir zurück nach Clarens gefahren, haben das Auto abgestellt und sind in den Ort gelaufen. Eigentlich war der Plan, dort im Coffee Shop einen Kaffee zu trinken, leider war der aber schon seit 16:30h zu. Daher sind wir dann in der Clarens Brewery gelandet und haben erst alle hauseigenen Sorten Craft Beer, Craft Gin und Craft Cider probiert, und dann einen ganzen Gin Tonic getrunken.

 

Zum Abendessen ging’s ins „Clementine’s“, wir haben lecker Steak gegessen und Frank hatte tolles hausgemachtes Körnerbrot. Sehr zu empfehlen, auf Tripadvisor war wie immer Verlass.
Damit war der Tag zuende, wir sind im Stockdunkeln nach Hause gestolpert (weil’s dunkel war, nicht wegen des Gin Tonics!) und haben noch ein bisschen auf dem Balkon gesessen, bis wir wie meistens früh ins Bett gegangen sind, damit wir früh wieder aufstehen können.

Tag 14 – Another day in paradise

So, jetzt aber… Gestern war definitiv einer der Highlight-Tage dieses Urlaubs – der meiner Meinung nach schönste Strand von Key West und überhaupt von Florida, und der abgelegenste Nationalpark der USA mitsamt fotogener Anreise.
Aber fangen wir mal von vorne an: Begonnen haben wir den Tag mit einem gemütlichen Frühstück in unserem Guesthouse-Garten. Das tolle an Angelina’s Guesthouse ist, dass die Atmosphäre total familiär ist, man fühlt sich eher wie bei Bekannten zu Besuch. Bekannte mit einem tollen Pool und Palmen im Garten. Bekannte, die zum Frühstück frische Zimtbrötchen backen, die unverschämt lecker riechen (und laut Frank auch so schmecken) – das steht auch in fast jeder Tripadvisor-Bewertung. Die Türen, die man auf dem dritten Bild links neben der Palme sieht, gehören übrigens zu dem Zimmer, in dem wir die zweite und dritte Nacht hier verbringen… direkter Zugang zum Garten inklusive. Aus dem Zimmer UND aus dem Badezimmer…
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Nach ein, zwei, drei Kaffee haben wir uns dann aufgemacht zum Smathers Beach. Das ist der, den Frank letztes Jahr nicht gesehen hat, weil er lieber ins Krankenhaus wollte… oder so… übrigens scheint (wie bei Sanibel und dem Wetter) auch auf Key West ein „kleiner Wurm“ drin zu sein – aber dazu später mehr. Krankenhaus brauchten wir auch nicht, also so schlimm ist es nicht…
Also Smathers Beach, soooo schön mit Palmen und schneeweißem Sand und türkis-blauem Wasser. Die Optik macht es auf jeden Fall wett, dass man die Straße hört und gelegentlich ein Flugzeug, ich habe das überhaupt immer nur wahrgenommen, wenn ich bewusst drüber nachgedacht habe.



Hier gilt absolut das Prinzip „jeder nur eine Palme“, die Touristen verteilen sich daher schön weitläufig über den Strand. Wir haben hier zwei Stündchen gesessen, gelesen, sind gelaufen – nein, Muscheln haben wir diesmal nicht gesammelt, hier gibt es nicht so wirklich viele. Obwohl… das französische Pärchen auf dem Bild unten könnte da anderer Meinung sein. Ich habe nämlich meinen Schatz sortiert und umgepackt – das klägliche Häufchen oben rechts ist übrigens das, was ich schonmal AUSsortiert habe. Und eben diese Muscheln habe ich dann locker am Strand verteilt, denn „selber finden“ ist doch schöner als „von anderen Touristen geschenkt bekommen“… hihi… tja, und die Franzosen haben gefunden und sich einen Keks gefreut. Ich habe ihnen sogar noch eine Tüte angeboten, hatte ja welche übrig, nachdem ich zusammengeräumt und die Flaschen befüllt hatte… Eventuell war das ein bisschen fies, denn die beiden haben dann jeden Quadratzentimeter Strand abgesucht, ob sie noch mehr so tolle Muscheln finden…


 
Pünktlich um 13h sind wir aufgebrochen zu unserem zweiten Tagesordnungspunkt, dessen Startpunkt nur 3 Minuten weiter lag, nämlich auf dem „Key West International Airport“. Wir hatten morgens vom Guesthouse aus dort angerufen und für 14h einen Flug in den Dry Tortugas Nationalpark gebucht. Geplant war das schon vorher, wir wollten nur erst sehen, wie das Wetter so ist. Heute war es gut, also sind wir eben heute gestartet.
Der Checkin war etwas anders als normalerweise: Keine Passkontrolle, keine Flüssigkeitstüten, sondern im Gegenteil haben wir eine eigene Kühlbox mit Getränken unserer Wahl bekommen. Dann noch einen Beutel mit Schnorchel, Maske und Flossen. Und natürlich mussten wir mal wieder unterschreiben, dass alles, was uns unterwegs passiert, unser eigener Fehler ist und wir keinen dafür verklagen können. Also wenn wir vom Fort Jefferson runterfallen (weil kein Geländer da ist) oder ertrinken (weil kein Lifeguard da ist)… ich bin nicht sicher, ob es da stand, aber vermutlich gilt das auch für „wenn wir in der Brandung stolpern und uns den Daumen prellen/stauchen“ – diesmal hat es mich erwischt, Frank ist noch ganz.
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Die Dry Tortugas sind sieben Inseln oder Inselchen, die ungefähr in der Verlängerung des Overseas Highway 70 Meilen hinter Key West mitten im Nichts liegen. Allerdings ein sehr schönes, türkis-grün-blaues Nichts… Allein der Flug war schon grandios, mit dem Schiff kann es einfach nicht so schön sein. Jeder Platz ist ein Fensterplatz, und es gibt viel unterwegs zu fotografieren. Die Bilder vom Flug gibt’s als Gallerie, wir konnten uns nicht für 2 oder 3 entscheiden:
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Auf der „Hauptinsel“ der Dry Tortugas, Garden Key, liegt das Fort Jefferson, das allerdings nie komplett zuende gebaut wurde. Hier kann man einen selbstgeführten Rundgang machen, unten und/oder oben auf dem „Dach“. Die Geschichte hat uns jetzt ehrlichgesagt nicht sooo sehr interessiert, das lese ich mal bei Gelegenheit nach. Aber die Fotos von da oben sind superschön, inklusive Leuchtturm und Flugzeug von oben und unseren Schnorchelstellen an der Außenmauer des Forts und an den Metall-Pöllern:
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Und hier dann die Unterwasserfotos, leider ist es nicht immer ganz leicht, das richtige zu fotografieren, wenn das Display nicht so richtig was zeigt… oder die Wellen einen wegbewegen vom Objekt…
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Rückflug wie Hinflug, Abendessen bei Duffy’s Steak & Lobster, Tag ausklingen lassen in Angelinas Garten. Fertig, morgen geht’s weiter (also für uns: jetzt! daher auch so kurz angebunden gegen Ende, wir wollen los!)

Airboat & noch mehr Gators

Nachdem wir gestern länger in den Everglades gebraucht haben, als wir ursprünglich geplant hatten, ging es heute weiter mit dem gestrigen Programm: Airboat fahren, weitere Teile der Everglades und dann Big Cypress National Preserve.

Da der Everglades Nationalpark fast die gesamte Spitze Floridas umfasst, fährt man von einem Teil in den anderen ganz schön lange. Gestern waren wir am östlichen Eingang reingefahren und der Straße Richtung Südwesten gefolgt, heute ging es dann am nördlichen Rand des Parks entlang. Dort liegt direkt angrenzend die (der? das?) Big Cypress National Preserve, ein Schutzgebiet mit etwas schwächeren Auflagen als im Nationalpark selbst, die Landschaft ist aber im Prinzip die Gleiche. Also viel Wasser, fast immer grasbedeckt, kleinere Bauminseln auf minimal höher liegenden Inselchen (Hammocks). Eigentlich ist nämlich das gesamte Gebiet der Everglades ein bis zu 60km breiter Fluss mit sehr geringer Tiefe und Fließgeschwindigkeit (siehe Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Everglades).

Auf der Straße von der Ost- zur Westküste liegen zahlreiche Anbieter von Airboat-Touren. Das sind die mit den großen Propellern hinten, die auch im extrem niedrigen Wasser fahren können. So eine Tour haben wir also gemacht – zum Glück mit einer sehr kleinen Gruppe, so dass man alles gut sehen konnte.

Und zu sehen gab es einiges: die verschiedenen Pflanzen (mal dominieren diverse Gräser im Wasser, dann wieder Mangroven oder richtige Bäume, die auf den Hammocks wachsen), zahlreiche reiherähnliche Vögel und natürlich Gators. Diesmal ganz aus der Nähe, vielleicht einen halben Meter neben dem Boot. Die Viecher sind neugierig und schauen sich das Boot ohne Scheu an. Angreifen würden sie aber wohl nicht, weil das Boot für sie wie ein riesiger Gegner aussieht und nicht wie Blechschale mit Menschen = Futter – und sie greifen nichts an, was größer ist als sie. Interessante Info unseres Tourguides: Auch wenn man oft nur die Nase und die Augen eines Gators sieht, kann man die Größe ganz gut abschätzen. Die Länge von Nasenspitze bis zu den Augen in Inches entspricht ungefähr der Gesamtlänge in Fuß. Nun muss man das noch in Zentimeter und Meter umrechnen, aber es gibt schon mal eine ungefähre Idee.

Die Tour hat ungefähr 45min gedauert, anschließend gab es am Anleger noch eine Runde Reptilienkunde. Ein anderer Guide hat uns diverse Schildkrötenarten gezeigt und erklärt, die hier leben, außerdem Schlangen und einen Baby-Gator von ungefähr einem Jahr – niedlich, ungefähr Armlang von Nase bis Schwanzspitze. Außerdem konnten wir uns mit einem etwas älteren Gator (3 Jahre) fotografieren lassen.

Weiter ging’s auf der Straße nach Westen, die übrigens ewig nur geradeaus geht. Meilenweit, wie man sich das in Amerika so vorstellt, aber z.B. im Westen eher seltener hat. Unser nächstes Ziel war die Loop Road der/des Big Cypress National Preserve. Die führt durch das Schutzgebiet, nicht touristisch erschlossen, aber links und rechts sieht man theoretisch immer mal Gators. Wir hatten relativ wenig Glück, aber haben doch an einer Stelle drei Mini-Gators gesehen, ungefähr 1 Jahr alt würden wir vermuten. Durch Überschwemmung ist ein Teil der Straße zerstört, daher mussten wir am Ende umdrehen und zurückfahren.

Nächster Programmpunkt war das Picknick am Kirby Storter Roadside Park (ebenfalls Big Cypress) als spätes Mittagessen und dann ein weiterer Trail auf einem 1,6km langen Holzsteg mitten durch den Sumpf. Der sieht hier so aus, wie man sich das in einem grusligen Film vorstellen würde, mit dunklem Wasser, abgebrochenen Bäumen, modrigem Geruch, von den Ästen herabhängenden Pflanzen… sehr faszinierend. Leider gab es nicht sonderlich viele Tiere zu sehen, aber immerhin haben wir eine relativ große Schlange (schlafend) gesehen, ein Deer (Reh), eine große Schildkröte (vermutlich eine Schnappschildkröte) und einen ca. 1m langen Alligator. Bekommt trotzdem ein „gefällt uns“, die ganze Atmosphäre war einfach einmalig.

Und weiter auf dem Tamiami Trail, so heißt die Ost-West-Verbindung. Und hier kamen dann endlich die ganzen Gators. Während in den Parks und Preserves irgendwie nicht viel los war, lagen sie hier dann fast aufeinander, die Alligatoren. Kleine, große, dicke, dünne, mal im Wasser, viele aber an Land, einige interessanterweise mit dem Kopf im Wasser und dem Rest an Land. Wir haben erst ein paar Mal auf dem Seitenstreifen angehalten und fotografiert, dann sind wir einmal in eine Campingplatzzufahrt gefahren und ausgestiegen, um besser zu sehen.

Da wir nun 1,5 Tage lang Sumpf-Landschaften gesehen haben, haben wir auf den letzten (westlichsten) Teil der Everglades verzichtet und sind weiter geradeaus gefahren nach Marco Island. Das war in einem Florida-Forum bei den Geheimtipps erwähnt worden und stand außerdem in unserem Reiseführer – warum wissen wir nicht so genau. Angeblich sind dort tolle Strände, das mag auch sein, nur kommt man nicht hin. Alles zugebaut mit Hotels oder Appartementhäusern oder „private Commnunities“, ohne Zugang zum Strand. Nach langem Suchen (und wir sind die gesamte Insel abgefahren) haben wir zwei Stellen gefunden, die öffentlich waren, aber dort hätte man 8$ für’s Parken zahlen müssen, und das war uns zuviel, da der Strand bei Sonnenuntergang geschlossen wird und es schon 5 Uhr war. Also war das ein Abstecher, der völlig umsonst war… schade.

Eine weitere Stunde waren wir noch unterwegs zu unserem Hotel in Fort Myers Beach, dann war unser Tagespensum geschafft. Aufgrund akuter Unlust haben wir uns dann nicht mehr weiter wegbewegt, sondern direkt neben dem Hotel einen Burger gegessen. Ohne dass wir das beim Buchen wussten, haben wir ein Days Inn mit eigener Heißwasser-Quelle erwischt, also sind wir nach dem Essen noch eine Runde in den Pool gegangen (erst den mit dem etwas schwefeligen Wasser, dann in den normalen Pool, der dann auch eine Tiefe hatte, bei der man ohne Knieverletzungen schwimmen konnte). Und nun gucken wir Harry Potter und ich tippsel hier vor mich hin… Fortsetzung folgt.

Meet the gators

Heute gab’s endlich die ersten freilaufenden Gators, also Alligatoren, aber erst beim zweiten Programmpunkt. Zunächst stand was anderes auf dem Plan: zurück auf die Keys, nach Key Largo (die erste Insel vom Festland aus gesehen) in den John Pennekamp State Park. Das ist einer der wenigen Parks, deren wesentliche Teile unter Wasser liegen – das drittgrößte Korallenriff der Welt nämlich. Dort wollten wir schnorcheln und Fische gucken. Wir sind extra früh aufgestanden, um um 8h dort zu sein. Haben wir auch geschafft, und dann erzählt uns die Dame am Schnorchel-Schalter erst mal was

  • über’s Wetter: Wassertemperatur, Wind etc. – alles nicht so schlimm
  • über die Wellen: so hoch, dass man zumindest immer schwimmen muss und sich nicht einfach treiben lassen kann? Ok, man kann ja zwischendurch auf’s Schiff und ausruhen
  • über die Viecher, die heute in der Nähe des Riffs unterwegs sind: irgendeine Jellyfishsorte und „man of war“, zu deutsch Portugiesische Galeere. Die kam mal in irgendeinem TKKG-Buch vor, das sind die mit den klebrigen Fäden, die höllisch weh tun und einem Menschen ernsthaften Schaden zufügen können, wenn man sich so richtig drin verfängt.

Und damit war für mich das Thema gegessen, das brauche ich nicht. Entweder schnorcheln wir noch mal irgendwoanders in diesem Urlaub, oder wir haben einen dringenden Grund, hier noch mal hinzufahren 🙂
Erstmal gab’s dann Frühstück, und zwar hier:

Als zusätzlichen Programmpunkt hatten wir eh schon überlegt, noch Kajak zu fahren, es gibt im State Park nette Strecken durch die Mangroven. Also haben wir das vorgezogen, da gibt es weniger fiese Viecher und ganz so nass wird man auch nicht. So sind wir dann gut eine Stunde dort umhergepaddelt, haben uns Mangroven aus der Nähe angesehen, ein paar Fische, die Ruhe (außer der fernen Straße hört man hier gar nichts) und die Sonne genossen, die inzwischen rausgekommen war.


(es war gar nicht so grau, das liegt an der Unterwasserkamera!)
Von hier aus sind wir gegen Mittag dann wieder Richtung Norden gefahren, zurück über Homestead, das nicht nur „Gateway to the Keys“ ist, sondern auch Ausgangspunkt zum Everglades National Park. Home of the gators, sozusagen. Und da wollten wir heute hin. Bei einem kurzen Zwischenstopp beim Visitor Center haben wir uns vom Park Ranger beraten lassen, welche Trails und Zwischenstopps am besten sind – die wissen das einfach am besten, wie viel man in welcher Zeit schafft. Er hat uns auf der Karte ein paar Trails eingekringelt, die haben wir dann im Anschluss brav abgeklappert. Ist schon komisch, hier macht man diverse Trails an einem Tag, im Südwesten ist alleine der Weg vom Parkplatz zum Trailhead (also dem Beginn des Wegs) so lang, wie hier der Trail. Manche waren nur 450m, andere 600 oder 800m… da schafft man schon mehrere in relativ kurzer Zeit. Man besucht verschiedene Bereiche der Everglades: sumpfiges Grasland, Pinienwälder, eher palmenlastige Gebiete, dichten Urwald mit Mahagonibäumen, einen See mit Mangroven – alles da.
(Bilder folgen, das Wifi hat mich mal wieder verlassen)
Auch Gators, aber erst mal nur drei – einer halb versteckt im Gebüsch, einer schlafend direkt am Weg, der dritte schwamm touristenfreundlich neben dem Weg durch einen Teich und ließ sich fotografieren.

Ansonsten gibt es hier unzählige Vögel: viele Anhingas, deren Federn nicht wasserabweisend sind und die daher a) besser tauchen können und dabei nur mit dem Kopf zum Luftholen hochkommen, der Rest bleibt unten, und die b) anschließend mit ausgebreiteten Flügeln zum Trocknen auf Bäumen sitzen, weil das Wasser ja nicht abperlt wie bei anderen Vögeln. Außerdem laufen und fliegen hier ziemlich hässliche schwarze Vögel rum, die sogar Autos demolieren können, wenn man den Schildern glaubt.

Am Ende der Straße, nach ca. 35 Meilen im Park, liegt noch mal ein Visitor Center und hier werden offensichtlich Boote vermietet und Touren angeboten, aber erstens hatten wir das ja schon vormittags, und zweitens waren wir eh zu spät. Für eine Cola  mit Blick auf die Mini-Keys bei Sonnenuntergang hat es noch gereicht, danach sind wir die ganze Strecke zurück anch Homestead in einem Rutsch gefahren.
Nach kurzer Duschpause sind wir zum Abendessen aufgebrochen, Frank wollte schon seit Boston, also immerhin seit 2004, mal zum Red Lobster. Das ist eine Art Maredo für Seafood, also kein Schnellimbiss, aber doch eine Kette. Dort gab’s für mich garlic-grilled scampis und snow crab legs mit Kartoffelpüree und Krautsalat (alles phantastisch) und für Frank Hummer-Hintern (seine Worte!), garlic grilled scampis und jumbo scampis am Spieß, dazu Backkartoffel und Gemüse. Sehr lecker, wenn auch schwer zu essen. Immerhin hatte ich unbewusst was jahreszeitliches gewählt – also werkzeugtechnisch, man isst die Snowcrabs nämlich mit Hilfe eines Nussknackers 🙂
Tag vorbei, morgen geht’s weiter…

Canyonlands & Mesa Verde

20. März 2009
Letztes Frühstück in Moab, und wir haben gar nicht in Moab gefrühstückt… nur dort eingekauft, inzwischen kennen wir das Sortiment im Supermarkt ja gut genug… Also Bagel, Frischkäse, Brot für Lunch einpacken und los gehts in Richtung Süden.
Die ersten Stunden hatten wir für den Canyonlands-Teil „The Needles“ reserviert. Anhand des Informationsmaterials der Ranger kann man immer ganz gut planen – z.B. gibt es Tipps für Reisende, die 2 / 4 / 8 Stunden Zeit haben. Bei uns hat das dazu geführt, dass wir zunächst den Elephant Hill Loop angefangen haben, eine kurze gravel road. Der hintere Teil soll eine der technisch anspruchsvollsten Offroad-Strecken sein, aber der Anfang ist ganz normal zu befahren. Dort haben wir gemütlich (naja, im Auto) gefrühstückt und die tolle Aussicht auf die namensgebenden langen und spitzen Felsen genossen.

Als nächstes haben wir uns zu einem der Aussichtspunkte vorgearbeitet, sind dann aber doch nicht dort gewandert, weil wir beide so müde und laufunlustig waren. Also haben wir uns lieber ein bisschen in die Sonne gesetzt und den Eidechsen zugesehen, die hier überall rumlaufen.
Da wir nicht viel Zeit hatten, haben wir uns von den geplanten drei kurzen Trails dann nur einen wirklich angesehen. Den ersten wie erwähnt haben wir aus Faulheit ausgelassen. Den Pothole Trail haben wir gestrichen, da die gleichnamigen Vertiefungen momentan eh kein Wasser enthalten – und genau das hätte ich gerne fotografiert. Den dritten Trail von einem ganzen Kilometer Länge haben wir dann aber gemacht. Hier sieht man ein altes Cowboy-Camp in einem Alkoven, hinter der nächsten Ecke dann Felszeichnungen der Indianer, die hier noch viel früher gelebt haben. Allerdings nicht besonders eindrucksvoll, da sollten wir heute noch viel schönere sehen…

Nach einem kurzen Toilettenstopp am Visitor Center (übrigens mal ausnahmsweise keine pit toilets, also Plumpsklos, wie sonst oft in den Parks, sondern echte mit Spülung) haben wir uns auf dem Rückweg noch den Newspaper Rock angesehen. Dabei handelt es sich um einen Felsen, der über und über mit indianischen Zeichnungen bedeckt ist – Menschen, Pferde, Schafe, Büffel, Schlangen, Vögel, Hand- und Fußabdrücke (interessanterweise meist mit 6 Zehen?)

… aber keiner weiß, wofür diese Zeichnungen ursprünglich angefertigt wurden. Einige sind allerdings eindeutig neueren Datums, schon 1907 und 1954 haben sich Menschen mit Namen und Datum verewigt…
Nun folgte eine längere Fahrt durch mehrere Staaten – bisher waren wir fast nur in Utah (bis auf Las Vegas und eine Mini-Ecke Arizona auf der Fahrt), jetzt sind wir durch Colorado nach New Mexico gefahren. Damit haben wir einen größeren Teil des Nachmittags verbracht…
Einen kurzen Zwischenstopp haben wir im Mesa Verde eingelegt. Leider ist der Nationalpark in Winter (=Oktober bis Mai!) nur eingeschränkt geöffnet, daher konnten wir keine der bestimmt tollen Führungen durch die Felswohnungen machen. Auf eigene Faust darf man nur wenige Stellen besichtigen, sicherlich auch sinnvoll, um diese alten und empfindlichen Gebäude zu erhalten. Nach einer kurzen Runde durch das Museum haben wir uns das sogenannte „Spruce House“ angesehen, eine Siedlung mit 107 Zimmern und 7 Kivas (runden, unterirdischen Kulträumen).

Wirkt auf den Fotos deutlich größer, als es tatsächlich ist, aber es ist schon faszinierend, wenn man sich üerlegt, wie die Indianer hier früher gelebt haben… Danach haben wir uns per Auto noch ein paar Aussichtspunkte angesehen, von einem aus kann man zumindest auf die größte Siedlung schauen, wenn man schon nicht hinlaufen darf. Hier kommen wir sicher nochmal hin!
Jetzt sind wir in Farmington, haben endlich wieder ein Hotel mit WLAN auf dem Zimmer (und nicht nur in der Lobby), waren lecker essen bei Denny’s und werden gleich schlafen, um uns auf den nächsten Tag vorzubereiten – da wird wieder gewandert. Da unser Bedarf an roten Felsen erstmal gesättigt ist, was wir in unserer Planung aber schon vorausgesehen hatten, machen wir jetzt mit andersfarbigen Bergen / Gebilden weiter. Seht ihr dann morgen…

Canyonlands, Dead Horse Point State Park & Moab Hummer Tour

19. März 2009
Heute gab es drei Highlights – aber natürlich hat der Tag erstmal mit einem leckeren Frühstück angefangen. Wir waren mal wieder im Moab Diner, dort ist es einfach nett, lecker und die Preise sind vernünftig…
Erster Programmpunkt war die Vorbereitung des dritten Highlights: wir waren wieder bei der Moab Tour Company und haben für den Abend eine Hummer-Tour gebucht. Nein, nicht das Krustentier, sondern das Auto…ja, das breite, flache, vom Militär entwickelte. Mit dem man ungefähr überall her- und hinfahren kann. Und rauf und runter… Details siehe unten.
Zunächst sind wir aber in den Canyonlands Nationalpark gefahren und haben dort intensives Overlook-Hopping betrieben. Will heißen: wir sind von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt gefahren und haben die Aussicht angeguckt. Meist musste man noch ca. einen Kilometer laufen, bis man an der schönsten Stelle war, insgesamt kommen wir so auch auf 5-6km.
Basiswissen zum Canyonlands NP: stellen wir uns mal ein Y vor, das von zwei Flüssen gebildet wird, die in der MItte zusammenfließen. So sieht es hier aus – Green River und Colorado teilen den Park in drei Teile: Island in the Sky, The Needles und The Maze. Letzteres ist eigentlich kaum erschlossen und noch weniger zugänglich, die Nadeln werden wir morgen machen, heute war Island in the Sky dran. Wir haben dort den Upheavel Dome gesehen, den Green River überblickt, waren am Grand View Point
und haben danach den Mesa Arch bewundert:
Islands ind the Sky liegt hauptsächlich auf dem obersten von drei Plateaus, der Rest gehört zwar dazu, ist aber nur schwer erreichbar. Die vielen Canyons erinnern ein bisschen an den Grand Canyon, daher wurde hier z.B. auch die Szene in „Thelma & Louise“ gedreht, in der die beiden mitsamt Auto angeblich in den Grand Canyon stürzen…
Da die Islands sehr hoch liegen, auf ca. 2000m, sind die Temperaturen gar nicht sooo hoch gewesen, im Schnitt um die 19 Grad Celsius, aber da die Sonne so intensiv ist, waren es gefühlte 28. Wir haben inzwischen ein gutes System entwickelt, wie wir genug trinken – vor allem haben wir kanisterweise Wasser und meist um die 10 Flaschen Eistee im Kofferraum, die werden gleich im Kanister gemischt (pur kann man US-Eistee nicht trinken, das gibt sofort einen Zuckerschock!) und dann zurück in die kleinen Flaschen gefüllt. Die stehen dann vorne im Auto bzw. werden bei Wanderungen mitgeschleppt. So kommen wir locker auf 4-5 Liter pro Tag und Person. Wie macht man das bloß im Sommer???
Nach den Islands (und einem Lunch-Picknick an einem atemberaubenden Aussichtspunkt auf die Canyons) sind wir zum Dead Horse Point State Park gefahren – der liegt direkt nebenan. Der Name stammt von einem unglücklichen Zusammentreffen von Dummheit und Hitze – ein Farmer hat eine Herde Wildpferde einfangen wollen, sie auf diesem Felsen zusammengetrieben und den schmalen Zugang blockiert. Dann hat er sie irgendwie (?) vergessen und sie sind leider alle verdurstet… Nun geht es hier aber weniger darum, tote Pferde anzugucken, sondern der State Park wurde für den sagenhaften Ausblick auf Canyons, vor allem aber mehrere Windungen des Colorado eingerichtet. Wir konnten fast das ganze Gebiet sehen, durch das wir gestern über die holprige Potash Road und den noch schlechteren Shafer Trail gefahren sind.
So, jetzt endlich: die Hummer Tour. Gebucht hatten wir für 17h, kurz vorher waren wir am Ausgangspunkt, und damit war die Runde auch schon komplett – wir waren nämlich mit dem Fahrer alleine unterwegs. In ca. 10 Minuten sind wir quer durch Moab in ein Gebiet namens „Sand Flat Recreation Area“ gefahren. Klingt ja nicht besonders spannend – in Deutschland stellt man sich ja unter „Erholungsgebiet“ etwas anderes vor als einen Spielplatz für große Kinder und ihre Fahrzeuge…
Genau das ist es nämlich: ein weitläufiges Gebiet, in dem Hummer, ATVs, Dirt Bikes (Mopeds), Mountain Bikes und was-weiß-ich-noch-alles kreuz und quer durch die Landschaft fahren, die hier aus Felsen und versteinerten Dünen besteht. Unser Hummer ist nicht so ein Straßen-Krabbeltier, die man hier auch häufig sieht, sondern ein „richtiger“ Hummer vom Militär, der so ziemlich überall fahren kann. Ist er dann auch – ich hätte niemals gedacht, dass ein Auto gleich welcher Bauart solche Berge und/oder Stufen befahren kann. Macht aber total Spaß – leider kann man es nicht so richtig fotografieren, während man drin sitzt, daher sind Frank und ich jeder einmal ausgestiegen und haben den anderen fotografiert.

Zwei Stunden lang sind wir über die sogenannte „Hell’s Revenge“-Route gefahren – für die ganze Runde hätte man 4-5 Stunden gebraucht, aber laut unserem Fahrer haben wir die besten Teile gesehen. Das glauben wir mal unbesehen, denn die zwei Stunden sind wie im Flug vergangen…
Dann gab es noch einen Burger, auf Empfehlung des Fahrers bei einem ganz kleinen „Milt’s Stop & Eat“, das seit 1954 Burger und Milchshakes verkauft. Der Chilli Cheeseburger entpuppte sich als Cheeseburger, der unter einer riesigen Portion Chilli con Carne versteckt war – anders als erwartet, aber erstaunlich lecker. War also eine gute Empfehlung, so hatten wir uns das auch gedacht: frag einen Einheimischen, wo er hingehen würde…
Morgen verlassen wir das Outdoor-Paradies Moab, nehmen aber vorher noch den zweiten Teil von Canyonlands mit. Hoffentlich klappt es im nächten Motel mit dem WLAN, aber die Fortsetzung folgt auf jeden Fall früher oder später…

Arches Nationalpark

17. März 2009
So, neuer Tag, neue Erlebnisse. Sorry Manni, es gibt wieder kein Bild vom Frühstück… wäre heute auch unspektakulär, denn wir haben uns im Supermarkt frische Bagels und Frischkäse und dazu Kaffee von der Tankstelle geholt und sind damit zum ersten Aussichtspunkt im Arches Nationalpark gefahren. Mit schönster Aussicht haben wir dann lecker ge-breakfastet…

Wir haben den ganzen Tag im Nationalpark verbracht, den hatten wir letztes Mal nicht in unsere Route hineingequetsch bekommen, daher war es der erste Besuch. Absolut und unbedingt empfehlenswert!!!
Den Delicate Arch, DAS Highlight, hatten wir ja gestern schon besucht und ausgiebigst fotografiert.
Heute haben wir mit dem Devils Garden angefangen. Da war doch was? ja, Devils Garden hatten wir schonmal, war aber ganz woanders und auch ganz was anderes… Dieser liegt ganz am Ende, also im Norden des Arches NP. Ganz ungewohnt für uns waren dort zahlreiche Autos geparkt, entsprechend viele Menschen haben wir unterwegs getroffen.
Das erste Stück der Wanderung ist, verglichen mit den letzten Tagen, purer Luxus. Gerade Wege, frisch geschottert und schön breit… dazu sogar Hinweisschilder, was wo zu finden ist… Wir haben die ersten beiden kurzen Abstecher zu zwei Arches mitgenommen, danach haben wir uns überlegt, dass wir lieber erstmal die Hauptroute machen und – da wir sowieso auf dem gleichen Weg zurückkommen würden – dann ggfs. alle etwas abseits liegenden Arches auf dem Rückweg. Gute Entscheidung, allerdings haben wir von diesen Arches dann nichts mehr gesehen, wir hatten genug nach der großen Runde.
 
Erstes richtiges Highlight dieser Wanderung ist der Landscape Arch – der größte im Park, leider kann man nicht direkt hinlaufen, weil 1991 mal ein größeres herunterfallendes Stück fast ein paar Touristen platt gemacht hätte…

Direkt hinter dem Landscape Arch fängt der „primitive trail“ an, extra mit Warnschild, dass das Hiken ab hier schwierig wird. Stimmt, macht aber viel mehr Spaß als dieser Spazierweg vorher.

Es geht erst ziemlich steil einen Felsen hoch, dann abwechselnd über Sand, Steine, Bergrücken, durch Büsche, dann wieder über Schotter… permanent begleitet von der tollen Aussicht auf die umliegenden Felsen und immer mal wieder einen kleinen (unbedeutenden) Arch. Schließlich gibt es hier über 2000 davon, einer ist immer in der Nähe.
Wir sind bis zum Double O Arch gelaufen – dieser ist mein persönlicher Zweitfavorit nach dem Delicate Arch. Er besteht aus zwei übereinanderliegenden Arches, unten einem kleinen, oben einem ziemlich großen. Man kann schön fotografieren, dann durch das untere Loch klettern und auf der anderen Seite ein Stück den Berg raufkraxeln. Von hier aus sieht man durch das untere Loch Fels und einen Baum, durch das obere Himmel und die entfernteren Berge. Soooo schön…
Zurück ging es dann schneller, wie immer eigentlich, weil wir nicht mehr hinter jeder Ecke ein Foto machen müssen (nur noch hinter jeder zweiten Ecke, aber immerhin spart das Zeit). Insgesamt haben wir 3h30 gebraucht.
Nach der Anstrengung brauchten wir erstmal was Erholsames, sprich Mittagspause. Dazu sind wir zum Delicate Arch Viewpoint gefahren, von dem aus man (ach!) den Delicate Arch sehen kann. Ist weit weg, aber mit einem guten Zoom geht es. Allerdings haben wir uns den „upper viewpoint“ gespart, sondern sind vom Parkplatz aus nur ebenerdig ganze 91m gelaufen. Zum Lunch gab es Sandwich und ein süßes Teilchen, beides hatten wir schon morgens im Supermarkt besorgt. Richtig Hunger hatte ich noch gar nicht, nur Durst, aber wir trinken auch immer brav ganz viel. Keine Ahnung, wie man im Sommer soviel tragen soll, wie man trinken will – bei heute 24 Grad Celsius bin ich so eben ausgekommen…
Vom Viewpoint aus sind wir mit kurzen Stopps an verschiedenen Drive-In-Viewpoints (anhalten – Fenster runter – knips- Fenster rauf – weiterfahren) zur sogenannten Windows Section gefahren. Dort haben wir uns das North Window und das South Window angesehen, die aus der richtigen Perspektive wie eine Brille aussehen. Leider stand auf dem Schild nicht, dass das von beiden Seiten aus funktioniert. So haben wir uns das erste Mal in diesem Urlaub getrennt, weil Franks Knie ein bisschen rumgezickt hat und der Weg „hinten rum“ schwieriger bzw. mit mehr Höhenunterschieden sein sollte. War er natürlich erstens nicht, und zweitens hat Frank dann auch noch die besseren Fotos gemacht, weil er die Sonne auf seiner Seite hatte… menno…
 
Vom gleichen Parkplatz aus kann man noch zum Double Arch laufen, das ist ein Spaziergang von sagenhaften 0.4km… das hat auch das Knie wieder mitgemacht. Die beiden Arches liegen hintereinander, am besten sieht man sie, wenn man direkt drunter steht. Dann wird einem auch am besten klar, wie riesig die Dinger sind. Das sieht man alternativ auch auf den Fotos – wir sind dazu übergegangen, dass wir jetzt immer Fotos „mit Mensch drauf“ machen, damit man mal die Proportionen richtig einschätzen kann… (hier aus bekannten Gründen ein besonderer Gruß an er-weiß-schon-wen *ggg*). Also, hier das nächste Bild aus der Reihe „sucht die Nicola“:

Die letzten beiden Punkte waren schnell erledigt: der Balanced Rock besteht aus einer riesigen Stein-(fast-)Kugel, die auf einer Säule thront. Sieht nicht so aus, als wäre das sonderlich stabil, aber hält anscheinend noch.

Kurz vor dem Parkausgang liegt die sog. Park Avenue, so benannt aufgrund der Ähnlichkeit ihrer unglaublich hohen, schmalen, fast hochhausförmigen Felsen. Eigentlich wollte ich hier nochmal einen Trail laufen, war auch nur 1 Meile, aber bei näherer Betrachtung hätte man von dort nicht mehr, sondern wahrscheinlich eher noch weniger gesehen als vom Aussichtspunkt/Parkplatz aus. Also haben wir lieber dort ein paar Minuten auf den Steinen gesessen, gestaunt und geknipst und sind dann wieder gefahren.
Nach einem Dusch-Stopp haben wir lecker Steak gegessen, endlich. Gestern hatten wir das Restaurant auch schon gesehen, da war uns die Schlange aber zu lang. Heute mussten wir 10min. warten, das war ok. Das Steak war super, dazu gab es „garlic roasted red potatoes“ – bei der Knoblauchmenge dürften wir heute Nacht und morgen von allen Insekten verschont bleiben 😉
Jetzt beschließen wir den Abend gerade mit einer Session im Waschsalon – praktischerweise mit WLAN, also sitze ich jetzt hier, schaue dem Trockner beim Trocknen zu und tippe dabei die neuesten Tagesinformationen. Bis morgen dann, weiter geht es (immer noch von Moab aus) direkt mit dem nächsten Nationalpark, Canyonlands…

Little Wild Horse Canyon & Arches Nationalpark

16. März 2009
Aus Mangel an Alternativen gab es wieder Frühstück bei Blondie’s Eatery – inzwischen wurden wir schon fast namentlich begrüßt, auf jeden Fall aber wiedererkannt. So viele Touristen sind dort um diese Jahreszeit nicht, und im Ort selbst kennt vermutlich jeder jeden.
Nach dem Frühstück sind wir zunächst nochmal ins Goblin Valley gefahren – wir haben gestern nicht alle Ecken geschafft, es ist eigentlich nicht ein Valley, sondern derer mehrere. Außerdem wollten wir mal sehen, wie das Ganze im Morgenlicht wirkt – auch wenn wir ziemlich sicher waren, dass die Abendsonne besser ist (hat sich bestätigt).
Kurz vor dem Parkeingang bzw. der Rangerstation, an der man bezahlt, geht eine Straße zum Little Wild Horse Canyon ab, auf der man in ca. 10 Minuten den Ausgangspunkt einer absolut empfehlenswerten Wanderung erreicht. Die gesamte Runde durch zwei Canyons dauert 4-6 Stunden, bei unserem Fotografierverhalten eher 6-7. Soviel Zeit hatten wir leider heute nicht, daher haben wir uns vorgenommen, einfach eine Weile in den einen Canyon hinein- und anschließend wieder hinaus zu wandern. Da der Little Wild Horse Canyon noch spektakulärer sein soll als der Bell Canyon, haben wir uns für den entsprechenden Abzweig entschieden. Auf dem Parkplatz die erste Überraschung: da standen tatsächlich einige Autos, d.h. wir waren mal einen Tag nicht alleine irgendwo. Wir haben auch einige Wanderer gesehen, aber nie störend, sondern freundlich-grüßend-weitergehend…
Zunächst geht es harmlos durch einen Wash, ca. 10 Minuten lang läuft man durch ein einigermaßen breites trockenes Flussbett, das sich durch die Felsen windet.
Dann kommt eine Steinstufe – diesmal angekündigt und leicht zu umklettern. Sogar die kurz hinter uns laufende Familie mit zwei Kindern (ca. 3 und 6 Jahre) ist dort problemlos raufgekommen. Ab hier wurde es interessant und abwechslungsreich: sandige Passagen, ausgewaschene Felsen, glatte/geriffelte/löchrige Wände in rot, weiß und gestreift, Narrow Sections & Slot-Canyons wie im Antelope Canyon, dann wieder relativ offene Talkessel… Auf dem Hinweg habe ich noch gedacht, dass ich später schreiben würde „die ganze Zeit ging es bequem ohne Steigung vorwärts“, aber auf dem Rückweg haben wir dann gemerkt, dass wir anscheinend die ganze Zeit leicht bergauf gegangen sind. Aber so sachte, dass es nicht anstrengend war (wie gesagt – wir haben es nicht mal richtig wahrgenommen). Die Wanderung ist phantastisch, weil man so viele unterschiedliche Eindrücke auf einem relativ kurzen Stück sammelt – wir sind ca. 1h45 hoch- und dann ca. 1h20 wieder runter gelaufen. Beim nächsten Mal machen wir dann die komplette Tour…

Nach einer ca. 2stündigen Fahrt, teilweise über Gravel Roads, dann endlich mal wieder eine Interstate und ein Highway, sind wir in Moab angekommen, hier bleiben wir jetzt voraussichtlich drei Nächte am Stück. Das Hotel hatten wir schon gestern im Internet vorgebucht, ein Motel 6, eine der üblichen relativ günstigen Ketten.
Wir sind aber nicht direkt dorthin gefahren, sondern aufgrund der fortgeschrittenen Zeit erstmal in den Arches Nationalpark gefahren. Lag eh auf dem Weg, ist aber auch eigentlich egal, wenn die Entfernung vom Parkeingang zur Hoteltür nur knapp über 2 Meilen beträgt. Also, rein in den Park mit den vielen Arches, also Steinbögen unterschiedlichster Größe.
Für heute hatten wir uns vorgenommen, dass wir die Wanderung zum Delicate Arch machen. So ziemlich jeder, der auch nur ein Bild von einem Arch in den USA gesehen hat, hat DIESEN gesehen. Ist auf jedem zweiten Reiseführer, und in Utah haben die meisten Autos ihn auf dem Nummernschild (anders als bei uns hat hier a) jeder Staat b) verschiedene Designs und c) die meisten auch ein Bild dabei). Der Weg dorthin ist nicht sonderlich spannend, das wussten wir. Außerdem zieht es die meisten Parkbesucher am späten Nachmittag dorthin, also ist es auch halbwegs voll. Egal, wir wollten ihn sehen, und zwar heute, da war wenigstens 100% sicher gutes Wetter. Das erste Stück des Weges ist geschottert und mit Stufen sehr einfach zu begehen. Dann geht es aber los – geradeaus über Sandsteinplatten den Berg rauf. Ist noch zu ertragen, weil man die ganze Zeit denkt, dass man oben ja nur Himmel sieht, ergo dort irgendwo der Arch ist und es nicht noch weiter rauf geht. Tja, falsch gedacht, es geht immer noch weiter rauf. Und zwischendurch mal wieder ein Stück runter, damit es sich lohnt… Mit der Wanderung vom Vormittag noch in den Füßen, Waden und Knien war es noch anstrengender, aber aufgeben wollten wir nicht. Zähne zusammengebissen und hoch – und es war jeden Meter wert. Man kommt um eine Ecke, und da ist er. Wunderschön, vor allem aus genau dieser Perspektive, weil man so durch den Arch die schneebedeckten Berge im Hintergrund sieht. Wir haben bestimmt eine Stunde hier verbracht, fotografiert und einfach genossen. Den Sonnenaufgang selbst haben wir uns nicht mehr angesehen, der ist eh nicht so doll hier – seitlich vom Arch bringt das nicht mehr viel.

Auf dem Rückweg sind uns noch zahlreiche Wanderer entgegen gekommen – die können es unmöglich geschafft haben, noch rechtzeitig oben anzukommen. Wie ärgerlich ist das denn – man strengt sich an, schleppt sich den Berg hoch und dann ist das Licht weg…
Zum Tagesabschluss haben wir uns ein Pizza-all-you-can-eat gegönnt, eigentlich wollten wir ja ein Steak, aber das Buffet sah so gut aus… und sie hatten so leckere Sorten… Salat gab’s auch noch dazu… mjam.

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