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Tag 22 – Der mit Shopping, Pool und Fontänen

Tradition muss sein – daher gab es das letzte Frühstück bei Dennys, Omelette mit Hashbrowns. Dazu leckerer Kaffee (also für amerikanische Filterkaffeeverhältnisse) und O-Saft.
Derart gestärkt konnten wir uns unserem nächsten Programmpunkt widmen: Einkaufen. Erstmal vor allem (ok, fast ausschließlich) für mich zu Mihael’s, Back- und Bastelkram kaufen. Aber auch etwas, das jemad anders noch jemand anderem zu Weihnachten schenken kann! Sehr erfolgreich also… Danach zu Walmart, die fehlenden Lebensmittel-Mitbringsel holen, vor allem alles mit Schokolade, das 34 Grad eventuell nicht so lustig gefunden hätte.
Durch einen Zipfel Arizona und dann schließlich wieder Nevada ging’s zurück in Richtung Las Vegas. Noch einmal durch die Berge, auf dem Hinweg das „jetzt sind wir wirklich hier“-Symbol, jetzt eher das „och nö, jetzt isses wirklich bald vorbei“-Zeichen… und dann sieht man schon bald Las Vegas im Dunst am Horizont auftauchen. Ach ja, und das „Keine Anhalter mitnehmen“-Schild, sowas habe ich in Deutschland auch noch nie gesehen, liegt das daran, dass US-Sträflinge Straßen bauen müssen? Oder ist das nur im Fernsehen so? Habe ich mich letztes Mal schon gefragt…

Nach zwei Stunden auf der Interstate und einem Zeitzonenwechsel (Stunde gewonnen, juhu) waren wir wieder da, wo alles angefangen hat, in Las Vegas.

Direkt eine Outlet-Mall angesteuert, auch Tradition, hier werden Schuhe und Gürtel gekauft. Ging aber recht schnell, wir wussten was wir haben wollten, und die weitere Tagesplanung lockte.  Wir haben nämlich zum Abschluss noch einen neuen Temperaturrekord:
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Da zog es uns zur wirklich schönen Pool-Landschaft des Flamingo-Hotels. Daher haben wir auch nur schnell alle Koffer, Taschen und Tüten ins Zimmer geworfen. Wir denken später drüber nach, wie wir das alles verstauen… Fotos vom Pool haben wir nicht, wir hatten nur Handtuch und Lesestoff mit unten, alle Wertsachen sind oben im Tresor geblieben. Kann man aber hier sehen: http://www.flamingolasvegas.com/things-to-do/go-pool.html#.UkPqND-5e7w
Am Pool mussten wir eine Weile suchen, bis wir zwei Liegen im Schatten gefunden hatten. Dann eine Runde ins Wasser, schwimmen ist hier allerdings eher nicht vorgesehen – maximale Wassertiefe 1m, überall stehen Leute mit Bier oder Cocktails im Wasser. Bei 43 Grad, ich sag’s gerne nochmal. Kann man machen, muss ich aber nicht haben. Wir haben uns den DJ lieber aus einer schattigen Ecke angesehen und nur zwischendurch mal im Wasser abgekühlt. Anschließend haben wir zwei Stunden oder so dort gelegen, gelesen, gedöst, Leute beobachtet und entspannt. Erstaunlich, aber so sind 43 Grad tatsächlich einigermaßen angenehm!
So angenehm, dass wir danach gemütlich über den Strip gebummelt sind und ein letztes Mal den Sommer genossen haben. Inklusive dem traditionellen „letzten Abendessen“, natürlich beim Outback, natürlich mit Baby Back Ribs, natürlich (in Las Vegas) mit Blick auf den Vulkan des Treasure Island, der zum Ende des Essens pünktlich seine Vorstellung ablieferte.
Zurück zum Auto, zum Glück ist das Parkhaus beim Flamingo nicht ganz so weit weg wie bei manchen anderen Hotels, und dann haben wir es endlich mal geschafft, nach Downtown Las Vegas zu kommen. Ich war mir zwar einigermaßen sicher, dass es nicht schöner sein kann als am Strip, aber man weiß ja nie… also Parkplatz suchen am Golden Nugget, den wirklich schönen Pool dort im Vorbeilaufen sehen (die haben die Rutsche um ein riesiges Aquarium mit ziemlich großen Fischen gebaut… nett), dann zur Freemont Street. Durch Zufall kamen wir genau dort an, als sich die Touristenmassen zur nächsten Vorstellung sammelten. Punkt 9 ging es los, auf der größten LED-Leinwand, die komplette Straße ist damit überdacht. Bei uns lief Bon Jovi – und zwar über die komplette Breite, keine Wiederholungen, sondern überall war ein anderes „Bild“.

Schon beeindruckend, aber – der Strip ist mir trotzdem lieber. Also sind wir nach der Vorstellung noch kurz die Straße mit den üblichen Casino-Bar-Animation-Straßenkünstler-Ecken rauf und runtergeschlendert, dann aber wieder zurück gefahren.
Nachdem wir noch schnell in den Forum Shoppes (der Mall des Caesars Palace Hotels) den Rest der Einkaufsliste der Verwandtschaft abgearbeitet hatten, kam der wirklich letzte Programmpunkt des Tages/Urlaubs: Cocktail holen, Bellagio-Fontänen gucken. Eine Stunde lang, vier Durchgänge. Sooooo schön… und ein perfekter Abschluss.

Tag 20 – Der mit einer Oase

Haben gut geschlafen, heute morgen dann Frühstück um 8 Uhr zusammen mit den beiden Deutsch-Schweizern, die ebenfalls hier übernachtet haben. Während unsere Eier und Pancakes und der Bacon zubereitet wurden, haben wir schonmal ausgetauscht, wer wo was gesehen hat. Irgendwie sind alle Leute, die man hier in der Gegend trifft, sehr nett, muss wohl am Klima liegen 🙂
So ein schönes Bed&Breakfast, das Pine Tree Inn & Bakery… sehr liebevoll eingerichtet, sauber, und endlich waren wir mal in einem „richtigen“ amerikanischen Haus. Ich wollte die ganze Zeit schon wissen, ob die wirklich so aussehen wie im Fernsehen. Ja, tun sie. Haustür führt direkt ins Wohnzimmer, es gibt aber auch einen Hintereingang (den sieht man unten auf dem Foto, das ist die Rückseite). Vom Wohnzimmer geht eine Treppe nach oben, natürlich mit Teppich belegt, um eine Ecke, mit weißem Holzgeländer. Im „Keller“ sind weitere Wohnräume, da haben wir im Garden Room gewohnt.
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Nachdem wir ausgiebig Kaffee getrunken und gequatscht hatten, sind wir aufgebrochen zum Cathedral Gorge Statepark. Als wir abgefahren sind, wussten die anderen beiden noch nicht ganz genau, was sie machen wollen – tauchten dann aber 2 Minuten nach uns am Visitor Center auf. Also haben wir uns erstmal erklären lassen, was es hier und in der näheren Umgebung so zu sehen gibt. Das meiste wusste ich schon, aber nun war auch klar, dass unser Ticket für fünf Stateparks im Umkreis gilt. Na gut, wir können auch mehr als einen am Tag! Dann haben wir unbeabsichtigt noch die wirklich sehr alte Dame dort verwirrt, weil wir separat (pro Auto) bezahlen wollten. Ist aber gerade bei Unbekannten sinnvoll, weil man ja vorher nicht weiß, wer wie lange wohin wandern möchte oder auch nicht…
Fünf Minuten oder so sind’s bis zum Ende der Straße im Park, ist ein eher kleineres Exemplar. Dort haben wir geparkt und uns aufgemacht auf dem 1 Meile langen Trail zum Miller Point. Wobei ich die eine Meile auch übertrieben finde – oder vielleicht hin und zurück zusammen? Egal, es war schön warm (so um die 28 Grad), aber nicht schwül, der Weg ist einigermaßen eben mit einigen Stufen zum Aussichtspunkt, also gut zu laufen.

Die Felsformationen sind wieder ganz anders als in anderen Parks, die wir bisher kennen. Zu Beginn des Trails sieht man, wo der Name „Cathedral Gorge“ herkommt, später dann eher weniger – und insgesamt fanden wir alle die Aussicht von unten besser als von oben. Als wir auf dem Rückweg an der Gabelung des Miller Point Trails mit dem angeblich 3 oder 4 Meilen langen Loop Trail ankamen, haben sich unsere Wege getrennt (gut, dass wir separat bezahlt hatten :-)). Wir wollten noch weiter laufen, also den Loop Trail, die anderen beiden hatten genug Steine gesehen und wollten zurück bzw. zum nächsten State Park.
Wir haben das obere Ende des Loops auch abgekürzt, aber trotzdem noch ein paar schöne Steine gesehen. Wobei – ob das nun wirklich Stein zu nennen ist, wissen wir auch nicht genau. Es ist eher eine Art festgebackener Lehm, der durch Erosion in diese tollen Formen gebracht wird.

Zurück am Auto haben wir uns die kathedralenähnlichen Formationen dort nochmal genauer angesehen, und anschließend die Caynon Caves und die Moon Caves auf dem Rückweg zum Parkeingang. Noch viel fasziniernender als aus der Ferne. Es gibt zahlreiche Gänge, die erstaunlich weit zwischen die 10m hohen Wände führen. Dort ist es schön kühl, erstens kommt keine Sonne dorthin und zweitens sind die Lehmwände noch leicht feucht. Sehr angenehm…

Es war nun Zeit zum Mittagessen, wir brauchten also einen schönen und möglichst schattigen Platz. Kurzer Blick in die Karte, zwei Parks die in unserem Ticket enthalten sind liegen auf dem Weg zu unserem nächsten Übernachtungsort. Die Beschreibung klang beim Kershaw-Ryan-Statepark netter, außerdem war es kürzer, also sind wir dorthin gefahren.
Der Park ist noch kleiner als der Cathedral Gorge, jedenfalls der für Besucher erschlossene Teil, soweit wir das sehen konnten. Aber sehr idyllisch – in einem kleinen Tal zwischen den Canyonwänden ist alles grün – eher parkartig angelegt, also nicht natürlich gewachsen, aber sehr hübsch. Mal ganz was anderes, blühende Blumen in größerer Menge sieht man hier eher selten. Goldfisch-(Koi?-)Teiche auch. Hier aber beides vorhanden:

Wir waren die meisten Zeit ganz alleine und haben erstmal unser Picknick an einem der Tische verzehrt (für die Grill-Arbeitsflächen-Kombi hatten wir nichts dabei, es macht bestimmt Spaß, hier mit Freunden abends zu grillen und zu essen…).
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Danach haben wir den Overlook Trail erkundet, dauert vielleicht 20 Minuten oder so.
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Danach haben wir, wie in der Broschüre vorgeschlagen, unsere Füße in dem ungefähr 40cm tiefen Wading Pool gekühlt – in Deutschland hieße das vermutlich Kneipp-Becken, und niemand würde dranschreiben, dass es keinen Bademeister gibt 🙂
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Sicherheitshalber haben wir aber die meiste Zeit am Rand gesessen und nur die Füße ins Wasser gestellt. Gelesen, geredet, Vanilla Cream Soda getrunken (schmeckt wie eine Mischung aus HubbaBubba und Vanilleeis – lecker bis zum dritten Schluck, danach nur noch süß), die Ruhe genossen, das schöne Wetter, einfach entspannt.
Danach sind wir noch zwei Stunden weitergefahren bis nach St. George (sind also nun wieder in Utah). Wir haben mal kein Kettenmotel, sondern das Dixie Palms Motel gebucht. So ein klassisches mit dem Auto vor der Tür – sehr sauber, sehr zentral neben dem „historischen“ Zentrum. Muss ich ja immer ein bisschen schmunzeln, historisch ist für uns ja eher was anderes 😉
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Und der Rest war Routine: Koffer abstellen, Kabelsalat auspacken und Geräte anschließen, Fotos auf den Laptop laden, die drei benötigten Dinge aus dem Koffer nehmen, Abendessen gehen, Blogbeitrag schreiben, fernsehen. Ich habe erst draußen vor der Tür auf dem grauen Stuhl gesessen, aber dann kam ein merkwürdiges Tier vorbei, das mochte ich nicht. So eine Mischung aus Spinne und Skorpion, optisch. Aber mindestens (!) 10 Beine. Da bin ich dann doch lieber reingegangen, obwohl die Luft draußen so schön war. Mal sehen, was das Wetter morgen sagt, ich vermute mal heiß, blauer Himmel, Sonne.

Tag 19 – Der mit dem unbekannten Nationalpark

[Heute nochmal mehrere Beiträge, ihr solltet also dran denken, unten auf „Tag 18“ und dann auf „Tag 17“ zu klicken. Aber jetzt seid ihr wieder auf dem Laufenden, das war der letzte „nachgeholte“ Tag und wir sind jetzt, wenn ihr dies lest, wirklich in Panaca]
Der Tag begann, wo der gestrige aufgehört hat – im Kasino. Nein, wir sind nicht spielsüchtig, aber die haben nun mal die besten Angebote für’s (in diesem Fall) Frühstück. Alternative wäre der Supermarkt gewesen, aber da bekommt man für 2,99 kein komplettes Frühstück. Also jedenfalls nicht so eins:
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Anschließend hatten wir zwei alternative Routen zur Auswahl:
a) die Strecke von gestern zurück und über Salt Lake City komplett über die Interstate bis nach St. George. Nachteil: 100 Meilen länger und wir müssten dann morgen eigentlich nochmal 100 Meilen fahren, um dahin zu kommen, wo wir hinwollen.
b) über den Highway (sprich Landstraße) nach Panaca. Vorteil: gleiche Zeit, aber ein zusätzlicher Nationalpark mit drin und wir landen da, wo wir morgen weitermachen wollen.
Einfache Entscheidung also – wir haben uns für Option b entschieden. Die erste halbe Stunde haben wir noch nicht gemerkt, dass wir im Wüstenstaat Nevada sind, es hat geschüttet. Dann verzogen sich die Wolken langsam über die Berge und wir sind entspannt 2,5 weitere Stunden durch die Pampa gefahren. Hier ist wirklich NICHTS los, kaum mal ein Auto, man fährt ewig geradeaus, so wie man sich das eben im Westen der USA vorstellt. Aber ich mag das total gerne, sagte ich schonmal, oder? Und mit einem spannenden Hörbuch ist es gleich nochmal so schön… wichtig nur: vorher tanken. Ich muss ja immer schmunzeln bei so Schildern wie „Next gas 130 miles“ – wo bitte findet man in Deutschland allein schon eine Landstraße, die 209km geradeaus geht und dann auch noch keine Tankstelle, keinen Ort berührt?

Schließlich sind wir im Great Basin Nationalpark angekommen – kennt ihr nicht? kannten wir vorher auch nicht. Er liegt ziemlich abgeschieden im Nichts, hat auch nicht die üblichen Motels und Hotels vor der Tür wie die meisten anderen Nationalparks, die wir kennen. Der Park ist in weiten Teilen nur er-wanderbar, die Straße erschließt lediglich einen kleinen Teil. Schon bei der Anfahrt konnten wir sehen, dass eine dicke dunkle Wolke genau über dem Areal des Nationalparks hing. Später haben wir gelesen, dass das tatsächlich vom höchsten Gipfel sozusagen verursacht wird, er macht sich sein eigenes Klima und zieht Wolken an…
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Jedenfalls haben wir uns bei einem kurzem Stopp im Visitor Center der Lehman Caves erstmal für eine Tour durch selbige angemeldet – die Tropfsteinhöhlen sind nämlich der Hauptanziehungspunkt für alle Besucher, die nicht wandern möchten. Da die Mittagstour schon ausgebucht war, konnten wir erstmal in Ruhe die Straße bis zum Ende abfahren – inklusive Picknick mit Fernblick:
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und Fahrt durch die Wolke. Die Tour führte uns nämlich auf 3000m (der Gipfel ist dann nochmal knapp 1000m höher), da war es zwischenzeitlich mit dem Weitblick nicht sonderlich weit her:

Zum Glück hatte die Wolke in der Mitte ein Loch, so dass wir sehen konnten, wie toll die Bäume (diverse Nadelbäume, dunkelgrün, und Espen in verschiedensten Farben von grün bis rot) aussahen.

Am Ende liegen ein Campingplatz und der Trailhead für einige Wanderwege. Da weder unsere Zeitplanung noch unsere Kondition in dieser Höhe es zuließen, weiter zu wandern, sind wir nur einen 10-Minuten-Rundweg mit einigen Erklärungen zur Landschaft und zu Flora und Fauna gelaufen – aber der war schon sehr schön. Ein bisschen wie in den Alpen bzw. zu deren Füßen sieht’s hier aus, keine unbedingt atemberaubend andersartige Landschaft, aber ein schöner Abstecher auf dem Weg zum morgigen Programmpunkt.

Aber wir hatten ja auch noch die Höhlen – die 90minütige Führung brachte uns in verschiedene „Räume“ mit den üblichen Stalagmiten und Stalagtiten, dezent beleuchtet und zwischendurch auch mal in totaler Finsternis, um zu sehen, wie dunkel dunkel sein kann. Diese Höhlen haben aber auch noch sogenanntes Cave Popcorn, eine bestimmte „Wuchsform“ der Tropfsteine. Habe ich so aus anderen Höhlen nicht in Erinnerung… eine weitere Besonderheit sind flache runde Platten, die wohl sehr selten in Tropfsteinhöhlen entstehen. Man weiß auch noch nicht genau, wann/wie/warum die so wachsen… Schöner Programmpunkt jedenfalls!

Nun mussten wir noch zwei Stunden weiterfahren, die Landschaft war zwar relativ eintönig, wurde aber durch einen über eine halbe Stunde betehenden Regenbogen aufgewertet. So leuchtend habe ich lange keinen mehr gesehen, und wir haben in diesem Urlaub fast jeden Tag einen präsentiert bekommen, ob nun in Moab (immer um 17:45h rum über den LaSal Mountains), in der Nähe von Vernal oder im Yellowstone (da waren es dann aber Regenbögen an Geysiren oder Wasserfällen).
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Und nun sind wir in Panaca, einem sehr netten Dorf im Nichts, es gibt eine Tankstelle und ansonsten 10 Meilen weiter wohl auch drei Restaurants oder so. Aber das Dorf wirkt viel sympathischer als manche andere, durch die wir schon gefahren sind – und vor allem gibt es hier MENSCHEN. Auf der Straße!! Zu Fuß!!! Unser Bed&Breakfast haben wir nach etwas Suchen auch gefunden, die Adresse stand nämlich nicht in der Bestätigungsmail. Aber ich hatte mir das bei Google Maps vorher angesehen und wusste ungefähr, wo es liegen müsste. Sind wir halt ein bisschen kreuz und quer durch den Ort gefahren und haben es relativ schnell gefunden. Kurz einchecken, die Besitzerin (nehme ich mal an) hat uns alles gezeigt und ist dann gefahren. Küche mit Getränken im Kühlschrank, Wohnzimmer mit Zeitschriften, liebevoll eingerichtetes Zimmer, großes Bad. Die Entscheidung, hier zu übernachten und nicht in Pioche im Hotel, war genau richtig. Dort sind wir vorbeigekommen, wirkt ziemlich verlassen und etwas heruntergekommen. Eine alte Westernstadt, aber nicht mehr ganz in Schuss. Ein bisschen Geisterstadt-Feeling… Da ist es hier schon besser. Frühstück gibt’s morgen um 8, für uns und die anderen beiden Gäste, die auch aus Deutschland kommen. Bin gespannt!

Tag 2 – Der mit den ersten roten Steinen

Abendessen in Australien, Fruehsteck in Paris – das geht wohl nur in Vegas. Nach einer erstaunlich jetlag-unbeeinflussten Nacht haben wir uns gegen Frühstücksbuffet und für das Frühstück im Mon Ami Gabi im Paris Paris entschieden. Gute Wahl – großes glutenfreies Angebot, nett draußen sitzen und Blick aufs Bellagio genießen, Kaffee trinken und Leute beobachten. Ja, auch morgens um 9:30h lohnt sich das schon…

Nach dem Frühstück sind wir ein bisschen auf dem Strip rumgeschlendert, kurz ins Planet Hollywood, dann wieder raus und auf der anderen Straßenseite – hier stehen die Hotels, die beim letzten Mal noch nicht existierten. Sehr pompös, unglaublich groß, aber schön gemacht. Wobei uns ja die Themenhotels noch besser gefallen, also Paris oder Venetian.
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Eigentlich hätten wir gerne noch eine Runde Bellagio-Fountain mitgenommen, aber da schien es technische Probleme oder geplante Wartungsarbeiten zu geben, wenn wir die Taucher und das Ausbleiben der Fontänen richtig interpretieren…
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Nun noch schnell den Ausflug zu Walmart erledigen – zwei Kühlboxen aus Styropor, diverse Kanister mit Wasser, Eistee und Lemonade, Mittagessen für heute, zwei Dosen salzige Nüsse (sinnvoll bei Wanderungen bei warmem Wetter), Sonnenmilch. Die werden wir brauchen – das hier war das Display im Auto, als wir um 14h am Walmart gen Nord-Osten aufgebrochen sind:
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Falls ihr in die falsche Ecke guckt – unten rechts ist die Temperatur IM klimatisierten Auto, oben in der Mitte ist die Draußen-Temperatur!!! Auch schön – wir haben ein Auto mit Satelliten-Radio erwischt, so können wir wieder abwechselnd 90’s on 9, 80’s on 8 oder Hit 1 hören… oder eins der anderen 162 Sirius-Programme. Tolle Erfindung, ohne wäre man hier auch häufiger mal aufgeschmissen. Ein großer Teil der Strecke führt nämlich ziemlich durch’s Nichts. Ein schönes Nichts, damit das klar ist, aber eben wenig Zivilisation links und rechts der Interstate. Der restliche Tag ist daher kurz zusammengefasst: Fahren und gucken.
Hier ein paar Impressionen, wie es unterwegs aussah:

Die Zeit vergeht echt schnell, weil die Landschaft so abwechslungsreich ist. Noch schneller übrigens, wenn man zwischendurch vergisst, dass man die Zeitzone gewechselt hat. Dann ist es nämlich auf einmal eine Stunde später 🙂
Noch ein Bild von unserer Mittagspausen-Location: oberhalb vom Quail Creek State Park haben wir schnell (weil sehr warm) Salat und Sandwich verzehrt und sind dann wieder ins klimatisierte Auto geflüchtet. Der State Park selbst besteht, soweit wir sehen konnten, aus dem Bereich direkt unten am Wasser. Da wir ja nur ein paar Minuten bleiben wollten, haben wir uns den Eintrittspreis gespart und ein Stück oberhalb an dem Picknicktisch gesessen. Die Aussicht war vermutlich sogar noch besser von hier aus, und schwimmen wollten wir ja nicht.
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Die Fahrt endete – schon im Dunkeln – in Bicknell, kurz vor dem Capitol Reef Nationalpark. Dort geht’s morgen weiter. Gerne mit etwas weniger als 41 Grad, aber da wir hier jetzt sehr hoch sind, dürfte das ein realistischer Wunsch sein… mal sehen.

Las Vegas > Kolob Canyons > Bryce Canyon

12. März 2009
Man wird ja in den USA mit Gutscheinen für alles und jedes bombardiert. So hatten wir dann auch Rabattmarken für diverser Frühstücksbuffets. Da wir sowieso noch ins Flamingo (Hotel) wollten, um uns dort das Flamingo Habitat anzusehen, lag es nahe, auch dort zu frühstücken. Schon der Name klingt gut: Paradise Garden Buffet…
Das Hotel liegt zwei Häuser neben dem Bally’s, also waren wir auch noch schnell dort – vor dem großen Andrang, bei uns war noch keine SChlange vor dem Wait-to-be-seated-Schild…
Das Buffet ist groß, die Auswahl dementsprechend reichlich, wenn auch nicht ganz so exklusiv wie im Manadalay. Dafür ein dicker Pluspunkt: man sitzt vor riesigen Fenstern und kann beim Essen die Flamingos beobachten, die draußen gerade gefüttert werden! Schön hell, schön grün, nette Atmosphäre. Und lecker war’s auch – nur würden wir ohne Gutschein dann doch zum Mandalay Bay gehen, bei gleichem Preis wäre das besser.

Nach dem Frühstück wollte ich kurz mal zuhause ein Lebenszeichen von mir geben – telefonisch, wenn es schon mit dem Internet nicht klappt. Ich bin mal gespannt – so oft, wie ich meine Kreditkarte in ein Telefon gesteckt habe… was die wohl abbuchen? Hat aber nie geklappt, eine Verbindung zu bekommen. Vorwahl für Deutschland ist eigentlich 01149, aber das ging nicht. 0049 auch nicht. 1149? Fehlanzeige. 001149? Auch nicht. Irgendwann war ich es dann leid und habe vom Hotelzimmer aus angerufen. Dass es teuer wird, war mir klar – aber dass ich für ungefähr 1,5 Minuten 24$ bezahle, hat mich dann doch geschockt. Fazit: Liebe Verwandte, in diesem Urlaub gibt es keine Anrufe mehr… entweder das Internet geht oder eben nicht.
Danach jedenfalls haben wir unsere Koffer gepackt, uns zum Auto bewegt und sind dann aus Las Vegas rausgefahren Richtung Norden. Die Strecke führt erst lange durch viel Nichts (aber schön, weil so amerikanisch!), sprich Wüste mit Joshua Trees. Dann fangen langsam die roten Felsen an, hinter St. George fährt man dann durch die Berge, querab durch den Dixie National Forest (tief verschneit, traumhaft schöne und unberührte Schneeflächen), dann kommt ein etwas langweiligeres Stück und schließlich der Red Canyon kurz vor dem Bryce Canyon.
Aber halt, fast hätte ich unseren kurzen Abstecher vergessen. An der Strecke liegen die Kolob Canyons, Teil des Zion National Parks. Somit war die Frage „Zion oder nicht Zion*“ positiv beantwortet! Der Scenic Drive führt 5 Meilen die Berge rauf und man hat schöne Ausblicke auf Berge, die Canyons, garniert mit Scheemützen… einen Umweg wäre es nicht unbedingt wert, auch wenn die Wanderungen hier toll sein sollen. Aber wenn man eh vorbei fährt, dann sollte man kurz eine Pause machen.
Als wir am Bryce Canyon angekommen sind, war dort schon fast Sonnenuntergangszeit. Also sind wir nicht erst ins Hotel, sondern gleich durch zum Sunset Point (einem von vielen Aussichtspunkten). Schöööööön… wenn es auch noch schöner ist, wenn die Sonne noch mehr vom Canyon beleuchtet. Aber das haben wir dann ja morgen…
Wir übernachten im Ruby’s Inn direkt am Parkeingang, viel günstiger waren die anderen Motels auch nicht und so sparen wir uns die Anfahrt morgen früh… Das Zimmer ist wie immer gut, das Essen im Restaurant auch: Cow Chips (gebackene Kartoffelscheiben mit Käse gratiniert, danach Steak (Frank) und Chefsalat (Nicola) – hätte etwas mehr Salat und weniger Chef = Schinken sein können, aber so sind die Amis eben. Eigentlich wollten wir nochmal in den Park, um Vollmond-Fotos zu machen, aber der Mond war irgendwie noch nicht aufgegangen. Also: Ins Zimmer, Mails checken, Webseiten hochladen, Koffer so packen, dass wir ab jetzt schnell an alles rankommen. Bisher hatten wir noch die „Anreise-Sortierung“, sprich: schwere Sachen im Rucksack, alle Wandersachen aber noch im Koffer – das ist jetzt behoben, vieles wandert dauerhaft ins Auto.
Um 9:45h bin ich dann tot ins Bett gefallen, aber dann können wir wenigstens morgen früh schöne Fotos machen – wenn wir uns auch den Sonnenaufgang sparen und lieber ein bisschen später kommen, wenn das Licht schon die meisten Felsen beleuchtet.
*ausgesprochen: Sein oder nicht sein…

Viva Las Vegas

11. März 2009
Schon blöd, wenn man um 0:00h ins Bett geht, hundemüde ist und um 1h wieder wach wird, weil der Körper meint, es wäre dann jetzt mal langsam Mittag… zum Glück konnte ich ihn überzeugen, dass wir noch etwas weiterschlafen.
Zum Frühstück haben wir uns für das Buffet im Mandalay Bay entschieden. Wir hatten vorher im Internet recherchiert, wo es gut sein soll – und die Bewertungen passten 100%ig. Viel Auswahl, lauter leckere Dinge. Zum Beispiel „Honey roasted ham“ und „Crusted Salmon“… @Manfred: Wir haben leider keine Fotos von den Tellern gemacht, aber vom Buffet schon…
Anschließend sind wir – aufgrund eines Tipps von Lalasreisen.de – zum Flughafenparkhaus gefahren. Von der obersten Etage aus hat man einen tollen Blick auf Las Vegas und kann schön fotografieren.

Danach ging es weiter zum Las Vegas Outlet Shopping Center. Hier waren wir letztes Mal schon, und zumindest ich habe wieder Jeans gekauft. Frank dafür ein Paar Schuhe (ich aber auch *gg*), die Jeans passen ihm hier irgendwie nicht…
Da heute Shoppen angesagt war, sind wir weiter zu einem Second-Hand-Buchladen (ja, ich bin so – ich kaufe im Urlaub Bücher und freue mich drüber!) gefahren. Las Vegas ist ganz schön groß, wenn man so quer durch muss, das glaubt man gar nicht, wenn man sonst immer nur den Strip sieht… Jedenfalls habe ich mich dort mit Lesestoff für die nächsten drei Wochen eingedeckt.
Nächster Halt: Bally’s, Zimmertausch. Das neue Zimmer ist nur halb so groß wie die Juniorsuite, aber dafür eben mit „Seeblick“ – die Bezeichnung fand die Rezeptions-Dame übrigens sehr witzig, vielleicht hat das auch die Suite verursacht? Jetlag-bedingt brauchte ich eine kurze Pause, also ab ins Bett.
Zu Fuß sind wir nach dem Nickerchen zum MGM Grand gelaufen – ca. 20min. sind das… Dort haben wir uns zunächst den Ticket-Schalter gesucht, an dem wir unsere Cirque du Soleil-Tickets abholen konnten. Wir hatten schon im Internet Karten gekauft für die Show „Ka“. Können wir uneingeschränkt empfehlen: gelungene Mischung aus Artistik, lustigen Einlagen (Schattenspiel!), Martial Arts Kämpfen, Musik, faszinierender Bühnentechnik, Feuer und -werk. Wir haben ziemlich weit oben gesessen, die Plätze waren sehr gut, weil man die vielen Aktionen am Rand viel besser mitbekommt. Vorne sieht man wahrscheinlich andere Details, ist sicherlich auch gut, aber wir sind absolut zufrieden. Nur wäre es besser gewesen, die Show ohne Jetlag zu besuchen – ich habe doch arg mit dem Schlaf gekämpft, und zweimal standen auf einmal Figuren auf der Bühne und ich wusste nicht, wie die da hingekommen waren 😉
Spätes Abendessen gab es anschließend im Rainforest Café, einem üppig dekorierten Restaurant mit typisch amerikanischem Essen. Wir saßen nett neben einem kleinen Wasserfall/Teich, links und rechts eingerahmt von nicht ganz echten, aber trotzdem trompetenden Elefanten. Das Essen war lecker und wir haben das erste Mal in diesem URlaub gemerkt, dass wir im Land von kostenlosen Refills und freundlichen Kellnern sind… wenn nur die Ernüchterung bei der Rückkehr nach Deutschland nicht wäre…
Ausklingen lassen wir den Abend in Las Vegas natürlich mit der Bellagio-Wasserorgel, wie immer.

Und schon wieder ist es nach 0:00h, und Internet haben wir auch noch keins gefunden – aber wenn ihr dies lest, dann haben wir es offensichtlich am Morgen irgendwie geschafft. Ab dem nächsten Hotel ist überall WLAN mit dabei (gäbe es hier auch, aber für 14$ pro Tag!)

Anreise – der 17-Stunden-Trip

10. März 2009
So, es ist vollbracht. Etwas spät, dieser Bericht, ich weiß… aber gestern (also am 10.) war ich soooo müde, dass Tippen echt nicht mehr möglich war.
Aber von vorne: wir sind gegen 8h kurz zum Flughafen gefahren, um die Koffer abzugeben und uns Notausgangplätze zu sichern. Die Dame von der Lufthansa hat dann auch brav auf ihren Monitor geschaut und uns in Reihe 30 platziert – mit maximaler Beinfreiheit. Dumm nur, dass in genau DIESEM Flugzeug die Mittelreihen um eins verschoben waren und wir somit eine Reihe hinter den Notausgängen saßen… aber dazu gleich mehr.
Nach einem letzten Frühstück zuhause sind wir dann zum zweiten Mal zum Flughafen gefahren, diesmal per Taxi. Die Sicherheitskontrolle war kein Problem, und nach einem kurzen Plausch mit Simon (diese METRO-Trainer trifft man einfach überall *gg*) haben wir uns an Bord begeben. Und die oben bereits erwähnte Reihenverschiebung festgestellt. War eigentlich kein Problem – das Flugzeug war nicht wirklich voll, hinter uns war eine ganze 4er-Reihe leer. Wir hatten schon mit dem Flight Attendant abgesprochen, dass wir uns dahin setzen – wenn jeder zwei SItze hat, kann man sich ja bequem quer setzen und die Beine dadurch ausstrecken… Nun ist aber leider ein überaus netter Mann aus der Notausgang-Reihe (!) drei Sekunden schneller gewesen als wir, nachdem das Boarding beendet war. Er saß also alleine in der 4er Reihe… und meinte auf unsere höfliche Frage, ob er wohl noch eine Reihe weiter nach hinten gehen könne, wo auch zwei Plätze frei waren: „Nein, ich wollte eigentlich mehr als zwei Plätze haben“. Auch unser Hinweis, dass wir schon ganz gerne zusammensitzen würden, hat nicht geholfen. Es gibt halt Menschen mit Sozialkompetenz und welche ohne. Frank hat sich dann also in die hintere Reihe gesetzt, und ich habe mich neben dem Blödmann so breit wie möglich gemacht ;-), woraufhin er dann nac 5 Minuten aufgestanden und auf seinen Notausgangplatz abgezogen ist… geht also doch…
Die weitere Reise war nicht sonderlich spannend, lang halt. Essen bei der LUfthansa ist gut, SErvice freundlich (alle halbe Stunde kommt einer mit Getränken vorbei), und sogar die Beinfreiheit ist auf den normalen Plätzen erstaunlich gut!
Das Umsteigen in Chicago war absolut problemlos zu bewältigen – nach 25 min. hatten wir schon die Immigration, den Zoll und das Wieder-Einchecken des Gepäcks hinter uns! Und dann leider 2,5 Stunden Wartezeit vor uns…
Angekommen sind wir in Las Vegas gegen 20:30h Ortszeit. Mit dem Mietwagen haben wir uns dann über den Strip zum Hotel (Bally’s) aufgemacht und somit unsere ersten von vielen Kilometern zurückgelegt. Wir haben direkt nach einem Zimmer mit Blick auf den Springbrunnen vom Bellagio gefragt – war leider keins frei, dafür haben wir eine Juniorsuite bekommen und uns entschieden, nach der ersten Nacht umzuziehen. Frank steht denn auch jetzt gerade am Fenster und schaut sich die Wasserspiele an – übrigens liegt unser Zimmer genau gegenüber dem Paris Las Vegas Hotel, wir gucken also vom Bett aus auf den Eiffel-Tower…
Wir haben uns trotz Müdigkeit noch rausgeschleppt und zweimal die Wasserspiele am Bellagio angesehen. Das ist auf jeden Fall eins unserer Highlights hier in Las Vegas! Dazu haben wir uns diesmal auch ein leckeres Getränk mit viel Allohol geholt – scheint sich unter den Reiseberichteschreibern zu einer Art Tradition zu entwickeln, das haben wir jetzt schon mehrfach gelesen. Man gehe also zum Fat Tuedays im Planet Hollywood und hole sich einen „190 Octane“ (O-Saft, O-Punsch und irgendeine Sorte Alkohol – Tequila? wie auch immer, ist auf jeden Fall seeeeehr lecker!).
Das war’s für diesen ersten Tag, den zweiten Tag schreibe ich gleich im Anschluss… Fotos gibt es noch nicht, ist schon wieder 00:00h (also gefühlt 9:00h morgens – warum bin ich da eigentlich so müde? *gg*)… liefere ich nach!

Las Vegas / Valley of Fire State Park

17. März 2009
Heute standen zwei seeeehr unterschiedliche Orte auf dem Programm – der „Rest“ von Las Vegas, sprich: die Hotels, die wir noch sehen wollten, und der Valley of Fire State Park, Natur pur. Gegensätzlicher geht es wohl kaum. Vielleicht ist das im Sommer anders, wenn viele Touristen aus Las Vegas auf Tagesausflügen das Valley belagern, aber heute war es total ruhig, wir waren immer wieder an Stellen, an denen man absolut NICHTS gehört hat. Kein Wind, kein Vogel, schon gar kein Auto oder anderen Zivilisationslärm.
Aber von Anfang an: Vor dem Frühstück bin ich erstmal losgestiefelt und habe Fotos vom Luxor-Hotel gemacht. Wir waren zwar schon drin, aber die Außenansicht mit Sphinx und Obelisk vor Pyramide fehlte noch. Dann haben wir ausgecheckt und sind mit dem Auto zum Caesar’s Palace gefahren – wie der Name schon sagt alt-römisch angehaucht. Dort haben wir ein fantastisches Frühstücksbuffet genossen, für 15$ pro Person war es bei dem Angebot sehr günstig – verglichen mit den deutschen Preisen. Leckere, frisch zubereitete Omeletts, Pancakes, French Toast, frisches Obst – viel zu viel Auswahl für einen Magen / eine Mahlzeit…
Beeindruckend war vor allem das Außengelände des Hotels. Die Poollandschaft ist mit Säulen und einem Pavillon im Wasser dekoriert, außen rum stehen die Hotelgebäude, die Liegen sind ebenfalls römisch inspiriert, alles ist einfach sehr stimmig. Vielleicht nicht originalgetreu, „Snackus Maximus“-Poolbars kamen zumindest in meinem Lateinunterricht nicht vor ;-)). Casino und Lobby sind auch nett, nicht so dunkel und niedrig wie manche andere. Dann gibt es noch die „Forum Shops“, eine riesige Shopping Mall, die ebenfalls zum Hotel gehört. Auch hier: römische Säulen, Statuen, Deckengemälde von römischen Göttern, Brunnen und runden Rolltreppen… ziemlich schick und vor allem seeehr groß. .
Kurzer Abstecher noch ins Hotel Mirage, dort leben die weißen Tiger von Siegfried und Roy, aber da wir nicht mehr sooo viel Zeit hatten, waren uns die 15$ Eintritt zuviel und wir sind nur einmal durchs Hotel gelaufen. Ganz nett, besonders der tropische Garten innen, aber nicht so besonders wie z.B. das Caesars.
Nach dem obligatorischen Fotostopp am „Welcome to fabulous Las Vegas, Nevada“-Schild (bei der Ankunft haben wir es zu spät gesehen) sind wir noch kurz in einem Outlet Center eingekehrt und haben nach Jeans und Schuhen gesucht. Jeans gefunden, Mission erfüllt, weiter zum nächsten Highlight.
Ca. eine Stunde von Las Vegas entfernt liegt der Valley of Fire State Park (I15, Abfahrt Crystal). Unser Nationalpark-Pass gilt hier nicht, aber die 6$ pro Fahrzeug sind ein Spottpreis für die tolle Landschaft. Wunderschöne rote Felsen am Anfang, mit idyllischen Campingplätzen, bei denen man nicht (wie in Deutschland üblich) in Reih und Glied steht, sondern jeder für sich hinter jeweils einem Felsen… Dazwischen zahlreiche Felsen mit Felsmalereien der Indianer, die dafür – vermutlich ohne die heute dort stehende Treppe *ggg* – ziemlich hoch geklettert sind.

An verschiedenen Aussichtspunkten gibt es immer neue Farbspiele, an manchen Stellen sieht man scharfe Trennlinien zwischen knallroten und fast schneeweißen Schichten, an anderen Stellen ist es noch viel bunter… der Pelikan-Farbkasten mit seinem langweiligen Ocker und Siena wäre sicherlich neidisch.
Eigentlich hatten wir eine einstündigen Wanderung geplant, die musste leider aufgrund der vorgerückten Zeit ausfallen, aber eine Mini-Tour durch einen Canyon haben wir doch gemacht. Der „Mouse’s Tank“ ist ein kleines Wasserloch, an dem sich mal ein Indianer vor-wem-auch-immer versteck hat. Hier ist eher der Weg das Ziel, denn das Loch selbst ist total unspektakulär. Lohnt sich aber, weil man hier einfach mal mitten drin ist und nicht nur im Auto dran vorbeifährt. Wichtig: Man kann von Osten und von Westen durch den Park fahren – man sollte immer sehen, dass man nicht gegen die Sonne fährt, dann sieht man nämlich so gut wie nix. Und möglichst nicht direkt mittags fahren, dann fehlen die strukturierenden Schatten, die das Ganze noch schöner machen.

Abends sind wir quasi im Sonnenuntergang weiter nach Osten gefahren, zum Zion Nationalpark. Damit haben wir a) zwei Staatsgrenzen (Nevada – Arizona – Utah) und b) eine Zeitzonengrenze überquert. Wir sind damit im Moment 7 Stunden hinter euch, es sei denn, dass an diesem Wochenende Zeitumstellung war? Keine Ahnung, bin etwas zeit-verwirrt. Wir werden einfach in Düsseldorf am Flughafen auf eine Uhr schauen und daran glauben, dass das dann wohl stimmt…
Wir sind bis knapp vor den Eingang des Parks gefahren und haben dort in einem netten Motel (Pioneer Lodge) ein nettes Zimmer. Rustikal, aber sehr liebevoll gemacht. Kostenloses WLAN ist vorhanden, reicht aber irgendwie nicht bis zu unserem Zimmer, also haben wir uns samt Laptop im Aufenthaltsraum der Lodge vor den Kamin gesetzt.

Las Vegas

16. März 2008
Das Wetter war zunächst bescheiden, das einzige Mal in diesem Urlaub übrigens, also habe ich fleißig getippt und wir haben sogar einen kostenlosen Internetzugang gefunden… Eigentlich sollte er kostenpflichtig sein, aber wenn man sich registriert (mit irgendwelchen Daten), konnte man laut der Webseite einige Minuten umsonst surfen, um seine Bestätigungsmail abzurufen. Wir haben dann festgestellt, dass die Freiminuten technisch als Freistunde konfiguriert sind, was für uns völlig ausreichend war.
Richtig begonnen haben wir den Tag dann mit einem Frühstück im Foodcourt des Luxor. Eigentlich wollten wir das Buffet nutzen, aber die Warteschlange war uns zu lang. Bei Starbucks haben wir den Kaffee dazu geholt, und wie immer habe ich mich darüber gewundert, dass selbst der kleinste Becher schon „tall“ heißt, seine großen Brüder sind „Grande“ und „Venti“… die spinnen schon etwas, die Amis ;-))
„Reise um die Welt in 80 Tagen“ war gestern, heute sind wir in gerade mal einem Tag von Ägypten (Luxor-Hotel) über New York New York (Hotel) und Paris Las Vegas mit Zwischenstop in Venedig (Venetian Hotel) bis zur Sahara gefahen – für schlappe 9$ für den Monorail Tagespass. Man kann sich die Dimensionen nicht so richtig vorstellen: ich hatte es vorher gelesen, aber nicht richtig realisiert, dass man, würden sie einem hier Kilometergeld zahlen, nicht mehr spielen müsste, um reich zu werden. Daher kam uns die Monorail ganz gelegen, die den ganzen Strip langfährt und an den wichtigsten Themen-Hotels hält. Allerdings lohnt sich die Monorail nur für die längeren Strecken (>2 Haltestellen), da man zur Haltestelle immer ganz durch das jeweilige Hotelcasino muss und somit da auch schon fast 2 Blocks weit läuft.
Da wir am unteren Ende des Strip wohnen, haben wir dort auch mit unserer Sightseeingtour angefangen. Das Luxor-Hotel ist das ägyptische mit der 30stöckigen Pyramide. Von innen wirkt sie noch riesiger, und von oben erst recht. Zum Fotografieren sind wir mit dem Fahrstuhl nach oben auf die Wohnetagen gefahren. Das geht eigentlich nur für Hotelgäste, da der Fahrstuhl nur mit der Zimmerkarte funktioniert, aber wir sind einfach bei jemandem mitgefahren – übrigens braucht man für „runter“ dann auch eine Karte, also mussten wir etwas warten… Wie schon gestern fanden wir das „Drumherum“ deutlich interessanter als das eigentliche Kasino, aber das geht wohl vielen Touristen so.

Nächster Stopp: das MGM Grand. Die Löwen, die man in der dortigen Lion Habitat normalerweise sehen kann, waren heute leider im Urlaub. Das Hotel selbst ist riesig – wäre es ein Starbucks-owned casino, hieße es sicherlich auch MGM Venti. Riesige Restaurants mit Regenwald-Atmosphäre, unüberschaubare Kasinoflächen, gigantisch.
Mit der Monorail weiter zum Venetian: Hier ist halb Venedig nachgebaut, mit Markusplatz, Canale Grande (mit echten Gondeln) und italienischen Cafes / Restaurants. Sieht fast echt aus, fantastische Atmosphäre, tolle Details, zum Verlaufen groß.
Direkt daran anschließend kommt man ins Palazzo, das erst in diesem Jahr eröffnet wurde. Hier ist alles eine Nummer größer, luxuriöser, riesige Brunnen und Wasserfälle in der Lobby, viel Marmor. Und noch eine Stufe weiter auf der Luxus-Leiter: das Wynn Las Vegas. So langsam gehen mir die Adjektive aus – mal sehen, fantastisch hatte ich schon, gigantisch, luxuriös, toll…
Im Moment sind wir im Hotel, um unseren Füßen eine kurze Pause zu gönnen. Den Rest schreibe ich dann später – wird eh bis dahin keiner lesen, bei euch ist es ja schon Mitternacht…
(Später…) Jetzt sind wir von der zweiten Tagesetappe zurück und total platt, vor allem Füße und Rücken tun weh. Was wir noch gemacht haben? Wir waren zunächst auf dem Stratosphere Tower, einem Aussichtsturm am oberen Ende des Strips, und haben uns den Sonnenuntergang angesehen. Leider steht das Wynn Hotel so blöd im Weg, dass man viele andere Hotels nicht richtig sehen kann. Der Gesamtüberblick über Las Vegas ist schön, man sieht vor allem, wie groß die Stadt ist und wie abrupt sie an den Rändern aufhört, aber es fehlen eben wesentliche Teile. Nachaufnahmen von Las Vegas konnten wir keine schönen machen, da der Tower aufgrund des Windes immer leicht in Bewegung war und daher Aufnahmen mit Langzeitbelichtung trotz Stativ immer verwackelt waren.
Anschließend sind wir ins Paris Las Vegas (auch ein Hotel) gefahren. Erinnert sehr an das Venetian, das Gleiche in – nein, nicht grün, sondern natürlich blau-weiß-rot. Kleine Straßen, die Paris oder zumindest einer französischen Stadt nachempfunden sind, viele kleine Bistros, Restaurants, Patisserien und so weiter. Das Kasino hat uns mit am besten gefallen, denn es ist viel heller und freundlicher als die anderen. Auch hier ist nämlich ein künstlicher Himmel zu sehen und erweckt permanent den Eindruck, es sei noch heller Tag. Da der Blick vom Stratosphere Tower nicht ganz so war wie erhofft, sind wir doch noch auf den Eiffelturm-Nachbau hochgefahren. Der ist übrigens – ich hoffe, das habe ich richtig in Erinnerung) 1/2 so groß wie der echte Turm. Von hier aus hat man einen viel besseren Blick auf die vielen Kasinos, und noch wichtiger: Man schaut direkt runter auf den See vom Bellagio mit den tollen Wasserspielen. Wenn wir uns für eine der Aussichtsmöglichkeiten entscheiden müssten, würden wir auf jeden Fall den Eiffelturm nehmen!Fotografieren ist hier auch schwierig. Zum einen wegen des Windes und zum anderen ist die Aussicht vergittert und es gibt nur kleine „Fenster“ für den Fotoapparat.
Fazit des Tages: Kasino ist wie IKEA – man kommt rein, läuft und läuft und läuft und wird überall einmal vorbeigeführt, bis man dahin kommt, wo man eigentlich hin möchte. Und am Ende gibt’s einen Hotdog ;-)))

Death Valley / Las Vegas

10. März 2009
Tanken, Frühstück kaufen, losfahren – den Sonnenaufgang im Death Valley hatten wir allerdings schon vorher gestrichen, sooo früh wollten wir nicht aufbrechen. Vom Motel in Baker aus waren es noch ca. 40 Meilen bis zum Rand des Nationalparks, und bis zu den bekannten „sunrise points“ wäre es noch weiter gewesen. Stattdessen haben wir uns gemütlich um 8h auf den Weg gemacht.
So richtig tödlich waren die Temperaturen im Death Valley nicht gerade, bei 20 Grad Celsius war die Gefahr, an Durst oder Hitzschlag zu sterben, einigermaßen überschaubar. Trotzdem hatten wir ausreichend Wasser im Auto, man weiß ja nie. Im Hochsommer dürfte es hier nicht mehr so angenehm temperiert sein…
Da wir (ok, ich…) eine schmale Schotterstraße nicht als die von uns eigentlich geplante Strecke erkannt haben, sind wir direkt am Südende direkt ins Tal gefahren – geplant war eigentlich, zunächst oberhalb des Tals zu den Aussichtspunkten zu fahren. Das hat sich im Nachhinein aber als die bessere Variante herausgestellt, denn so steigert sich das „Death Valley“-Erlebnis von Meile zu Meile. Es wird immer bunter, salziger, interessanter. Am unteren Parkende ist das Tal (schon hier sehr flach) mit Büschen und gelben Blumen bedeckt. Je weiter man nach Norden kommt, desto mehr Salz aus den ausgetrockneten Seen sieht man.
Am Badwater Point, dem mit -85m tiefsten Punkt der westlichen Hemisphäre, sieht es eher aus wie an einem Gletscher. Der Boden ist komplett weiß, dazwischen sieht man ein paar Salzwasser-Tümpel, in denen weiße Kristalle „wachsen“.

Das nächste Highlight ist der Artist Drive durch die bunten Felsen. Hier sind wirklich alle denkbaren Farben vertreten: weiß, beige, grau, schwarz, rot, rosa, ocker, braun, grün und türkis – und damit meine ich wirklich swimmingpool-türkis! Es ist faszinierend, vor allem an der sogenannten Artist Palette sieht man tatsächlich alle Farben auf einmal. Ein Fotostopp jagt hier den nächsten, da weiß man auch, warum die Strecke Einbahnstraße ist – wenn man noch auf den Gegenverkehr achten müsste, käme man gar nicht mehr vorwärts.
An der Furnace Creek Ranch haben wir kurz Pause gemacht, den Eintritt bezahlt (bzw. uns gleich den Pass für alle Nationalparks der USA geholt – 80$ pro Jahr, die sich wirklich lohnen!) und Lunch gekauft. Bagel mit Creamcheese, picknick-tauglich verpackt. Zunächst ging es zu einem der beiden bekanntesten Aussichtspunkte, dem Zabriskie Point. Dort waren uns aber zu viele Touristen, daher haben wir nur ein bisschen fotografiert und sind dann weitergefahren.
Auf dem Weg zu unserer letzten Station im Death Valley sind wir wieder auf eine kurze Strecke abseits der Hauptstraße abgebogen, den Twenty Mule Drive. Hier fährt man durch die eher hellen Felsen, und wieder taucht hinter jeder Ecke ein noch tollerer Blick auf.
Zum Schluss haben wir dann den höchsten Aussichtspunkt auf der Strecke besucht, Dante’s View. Hier hat man eine tolle Übersicht über das ganze Tal, und erst hier sieht man, wie riesig die Salzfläche ist. Prima Abschluss und schönes Picknick-Panorama!
Quer durch’s Land sind wir dann nach Las Vegas gefahren. Die Strecke ist nicht sonderlich bemerkenswert, aber wir haben das erste Mal eine „fahre 40 Meilen geradeaus ohne Kurve“-Strecke gehabt.
In Las Vegas haben wir im Excalibur Hotel eingecheckt, das hatten wir aus dem Motel gestern online gebucht. Das Zimmer ist super, das Hotel eher nicht so unser Fall – zu laut, zu viele Ballermann-Typen. Aber es ist das günstigste von den Themenhotels direkt am Strip, und das wollten wir doch lieber als ein Standard-Motel. Die Zimmer sind vor nicht allzu langer Zeit renoviert worden und sind sehr ordentlich (u.a. mit 42“ Plasma Fernseher). Für den Preis und die Lage würde ich das auf jeden Fall weiterempfehlen
 
Wir haben uns abends noch das New York New York-Hotel angesehen – faszinierend. Vom Fenster unseres Zimmers schauen wir genau drauf, inklusive der Achterbahn und des Empire State Buildings. Innen ist alles mit Liebe zum Detail dekoriert – z.B. sind alle Restaurants und Geschäfte in New Yorker Optik gestaltet, es gibt verschiedene Straßen… und tolles FastFood, Hotdog und Burger in diesem Fall, zum Abendessen.
Dann sind wir weiter zum Bellagio Hotel gelaufen, das ist das mit der Wasserorgel vor der Tür (oder für die Filmgucker unter euch: Das aus Oceans 11, 12 und 13). Sehr schön, wie erwartet. Daher haben wir das auch gleich vier Mal gesehen, von jeder Seite des Sees einmal. Zwischendurch waren wir auch IM Bellagio Hotel, schon in der Lobby beeindruckt der „Wintergarten“ mit unzähligen Frühlingsblumen, Bäumen und einem Schmetterlingshaus. Das Casino selbst ist ebenfalls viel schöner als im Excalibur, vor allem ruhiger, aber auch etwas gehobeneres Publikum, wahrscheinlich werden wir hier morgen unser Glück versuchen.

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