Farben des Tages: Rot und – ähm – rot… Eindeutig!
Der heutige Tag stand eindeutig unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ – und das gleich dreifach. Nach kurzem Frühstück im Hotel, dann schnell einkaufen und los auf die Autobahn. Schon bald sind wir wieder im „woanders wär’s ein Nationalpark“-Staat Utah.
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… und wurden gleich freundlich (ok, oder misstrauisch?) begrüßt:
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Die nächsten vier Tage werden wir in und um Moab verbringen, unserem Lieblingsort im Lieblings-Staat, und der Lieblings-Nationalpark ist auch da – das kann nur gut werden. Wir haben keine feste Planung, was wir wann genau machen wollen, nur eine lange Liste von möglichen neuen (oder müssen-wir-nochmal-machen-) Optionen.
Nur der erste Tag, also dieser, stand schon einigermaßen fest, weil man von Grand Junction nach Moab am besten den Highway 128 fährt, der meiner Meinung nach wirklich mindestens ein Statepark sein müsste, so schön ist es da. Die Straße führt direkt am Colorado entlang, mal mit hohen senkrechten Canyon-Wänden links und rechts, mal durch ein weites Tal mit den Marlboro-Bergen (die Werbungen wurden tastächlich hier gedreht)… es ist immer wieder schön, einfach nur hier durchzufahren.
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Als Erstes stand die Wanderung an den Fisher Towers auf dem Plan, man kann sie auf dem letzten Foto schon im Gegenlicht sehen… Die Wanderung wollten wir schon vor zwei Jahren machen, da war es uns aber mit 37 Grad ein bisschen zu heiß. Heute waren es so um die 25, das ging. Also Wanderschuhe an, ausreichend Wasser einpacken (2,5l für mich, Frank trägt selbst), Erdnüsse und Trauben, und dann geht’s los. Am Trailhead sind gerade einige Leute dabei, sich auf den Weg zu machen, daher wirkt es da noch fast voll. Aber das legt sich schnell – einige sind deutlich schneller als wir, andere deutlich langsamer, und ein paar laufen eh nur ein paar Meter und drehen dann um.
Die Wanderung gefällt uns ausgesprochen gut – sehr abwechslungsreich, man merkt gar nicht, dass man auf dem Hinweg fast nur bergauf geht. Mal sandig, mal eher staubig-erdig, mal reiner Fels, dann eine kleine Leiter, etwas Geröll, Serpentinen, dann wieder ein längeres Stück geradeaus, so ging das ca. zwei Stunden lang. Anstrengend, aber sehr sehr schön.
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Zwischendurch hatte man immer wieder einen tollen Blick auf die Marlboro-Berge, also auf das Castle Valley… so heißt das nämlich eigentlich. Obwohl hier auch jeder weiß, was mit Marlboro Country gemeint ist 🙂
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Der Trail führt erst zum größten der Fisher Towers, dem Titan, und dann noch ein Stück weiter. Die ganze Zeit lang folgt man den Steinmännchen, die alle paar Meter aufgehäuft sind und den Weg zeigen.
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An einer Stelle lag ein Steinmännchen und ein Pfeil nach links, den haben wir dann auch brav befolgt.
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War ein toller Weg, mit einem großartigen Blick auf die Rückseite der Fisher Towers (und man konnte sehen, dass der Berg da komplett mit diesen Felsformationen bedeckt ist). Hurra, wir haben’s geschafft:
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Nur leider war’s der falsche Weg, der demnach auch nicht zum Ende des Trails führte. Und dass man das Ende erkennen kann, wussten wir spätestens, nachdem uns ein anderer Tourist erzählt hatte, dass da ein entsprechendes Schild steht. Hm… tja, dann müssen wir wohl nochmal nach rechts – denn die Stelle mit dem Pfeil war die entscheidende Kreuzung gewesen.
Also nochmal in die andere Richtung laufen und auch hier die Aussicht genießen… von hier aus sieht man die Fisher Towers eher seitlich, das hatten wir auch unterwegs schon, aber man kann den Colorado sehen, wie er sich da durch die roten Berge schlängelt.
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Dass wir diesmal wirklich richtig waren, konnte man dann auch tatsächlich am Schild erkennen:
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Als wir uns ein bisschen am Auto erholt hatten (wir haben z.B. immer eine alte große Plastikflasche mit Leitungswasser dabei, zum Füßekühlen nach Wanderungen), sind wir die paar Meter zur „Hauptstraße“ zurückgefahren, einmal quer drüber und auf der anderen Seite zu den Picknicktischen am Campingplatz. Da gab’s dann endlich leckeres Mittagessen:
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Ich muss euch mal kurz die Toiletten an unserem Picknickplatz zeigen – Plumpsklos sind ja in den National- und Stateparks Standard, mal mehr und mal weniger geruchsintensiv. Noch rustikaler sind (zumindest rund um Moab, woanders habe ich sie noch nicht gesehen) die Campingplatztoiletten:
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Aber der Tag war noch nicht zuende – nach einer Dreiviertelstunde Mittagspause sind wir wieder aufgebrochen, nur ein paar Meter weiter auf der US128, und dann links ab. Auch den Onion Creek hatten wir letztes Mal schon auf der Liste, aber da war die Straße nach Regen gesperrt. Heute sind die Bedingungen ideal und die Straße ist relativ einfach zu befahren. Inklusive der Creek-Durchquerungen, denn der Onion Creek schlängelt sich hier fröhlich durch die Gegend und die Straße (also damit wir uns da verstehen: roter Staub, nicht Asphalt) schlängelt sich irgendwie entgegengesetzt, so dass sie sich immer wieder kreuzen. Insgesamt 30 mal. Ich habe natürlich mitgezählt, ja. Die Anzahl der Durchfahrten hängt ein bisschen vom Wasserstand ab…
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Die Strecke ist traumhaft schön, unglaublich rote Felsen, so ähnlich wie bei den Fisher Towers, sind ja auch nicht weit weg, man kann sie zwischendurch sogar mal sehen. Später werden die Berge bunter, grün und grau und gelb mischen sich unter das rot und die Form ändert sich auch. Am Ende landet man auf einer Hochebene, grüne Felder, grüne Bäume… da haben wir dann umgedreht. Das Navi war übrigens hartnäckig der Meinung, da wäre gar keine Straße…dabei ist es sonst echt gut und kennt die meisten Feldwege…
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Und immer noch war der Tag nicht ganz zuende. Auf halber Strecke vom Onion Creek nach Moab liegt die Red Cliffs Lodge, ein relativ teures Hotel mit einem relativ normalpreisigen Restaurant. Keine Fastfood-Ketten-Preise, aber absolut ok für die Lage.
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Und warum wollten wir da unbedingt nochmal hin? Wegen dieser Aussicht von der Restaurant-Terrasse:
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Und das Essen ist auch noch gut, wenn auch diesmal sozusagen mit Verzögerung – Franks Steak war nämlich nicht medium-rare, sondern eher gut durch. Also hat er das reklamiert, daraufhin sollte er das Steak auf einen kleinen Teller legen, damit die Kellnerin das in der Küche zeigen kann. Gemüse und Kartoffeln blieben auf seinem eigenen Teller. Irgendwann kam dann ein neues Steak, und als Frank dann darauf hingewiesen hat, dass der Rest jetzt kalt ist, hat sie ihm angeboten, sie könnte auch noch neues Gemüse und Kartoffeln in der Küche ordern. Daraufhin haben wir ihr erklärt, dass wir dann ja wohl dieses Spiel noch 10x spielen könnten – denn bis dahin wäre ja sicher das Steak kalt. Daraufhin ist sie erstmal verschwunden, kam aber später wieder und hat uns ein Dessert auf Kosten des Hauses angeboten. Uns beiden, wohlgemerkt. Immerhin… es war übrigens nicht so, dass sie da neu wäre, denn wir kannten sie schon von vor zwei Jahren…
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So, jetzt ist der Tag aber tatsächlich fast zuende. Wir sind nach dem Essen nur noch schnell die letzten Meilen bis nach Moab gefahren, leider im Stockdunklen, auch hier rahmen nochmal hohe rote Canyonwände den Colorado ein… aber davon konnte man nichtmal was erahnen. Einchecken im Hotel, dann schnell duschen und ab ins Bett, wir waren beide so richtig platt…