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Tag 17 – Aquaholics

Der Titel des heutigen Tages ist aus dem Postcard Inn geklaut, so heißt da die Wasseraktivitäten-Abteilung, und das passt auch gut als Motto des Tages. Heute haben wir es nämlich tatsächlich geschafft, vor dem Frühstück schwimmen zu gehen. Wenn man schonmal Strand und Pool in ungefähr 73,5m Entfernung hat… also erst ins Meer, einmal bis zur Bojenkette schwimmen und zurück, und dann in den warmen Pool und treiben lassen.
Nach der Dusche ging’s dann zum Frühstück in die Raw Bar, direkt am Meer haben wir die Grundlage für die Schnorcheltour zu uns genommen. Die Bar ist so ein typischer Keys-Ort, sehr relaxed, nichts Feines, aber sehr herzliche Bedienung, mit der wir uns nett unterhalten haben.

Koffer ab ins Auto und 17 Meilen gen Osten, State Park Eintritt bezahlen, Tour bezahlen und Schnorchelausstattung abholen. Heute scheint es keine gefährlichen Fische oder Quallen zu geben, also steht dem nächsten Unterwasser-Erlebnis nichts im Weg. Dann hatten wir aber erstmal noch eine Stunde Zeit, auf’s Wasser zu gucken, bevor es im 12 Uhr losging… Und wir hatten Zeit für ein „die Welt ist
echt klein“-Erlebnis: An der Masken- und Flossenausgabe haben wir J. aus B. getrofden, mit dem wir uns am Flughafen in der Immigrationschlange unterhalten hatten… er hat eine ganz andere Route genommen und auch einen anderen Rückflugtermin, und trotzdem.
Pünktlich um 12 Uhr sind wir dann losgefahren, erstmal fünf Meilen mit dem Boot raus bis zum Korallenriff. Mit uns waren so ungefähr 16-20 anderer Schnorchler an Bord, die dann am „Grecian Reef“ einer nach dem anderen ins Meer hüpften. Und wir natürlich auch 🙂
Die Stelle ist relativ geschützt, weil die Wellen am Riff brechen und dahinter das Wasser deutlich ruhiger ist als auf der Fahrt. Schwimmen sollte man natürlich schon können, aber warum nun „strong swimmers and experienced snorkelers“ auf der Tafel mit den tagesaktuellen Informationen stand, können wir nicht ganz nachvollziehen. Wenn man einmal an der richtigen Stelle war, vielleicht so 20m neben dem Boot, konnte man einfach ruhig auf dem Wasser liegenbleiben und gucken. Wie bei den Manatees auch galt hier nämlich: wer sich am ruhigsten verhält, bekommt am meisten zu sehen.
Deshalb bin ich gleich mal an der ersten Korallenstelle geblieben, als die anderen alle weitergeschwommen sind – und einer nach dem anderen kamen die ganzen tollen Fische wieder raus aus ihren Verstecken. Aquarium pur, und dazu noch die bunten Korallen, die für sich schon toll aussehen…
Natürlich bin ich dann auch irgendwann langsam weitergeschwommen, immer am Rand des Riffs lang, weil man aufgrund des niedrigen Wasserstands nicht drüberschwimmen durfte. Hier gilt nämlich: auf gar keinen Fall jemals die Füße auf den Boden stellen, Korallen oder irgendwas anderes anfassen oder gar mitnehmen. An den meisten Stellen war es, glaube ich jedenfalls, aber eh zu tief zum Stehen. Aber das braucht man auch gar nicht, die knapp 1,5 Stunden sind echt schnell rumgegangen. Übrigens: man sollte die sechs Dollar für den Wetsuit investieren, alle anderen waren nach einer halben bis dreiviertel Stunde wieder auf dem Schiff, weil ihnen zu kalt war. Auch 26 Grad Wassertemperatur sind nämlich auf Dauer gar nicht so viel, wenn man sich kaum bewegt – siehe oben.
Bei einigen Objekten sind wir momentan nicht sicher, ob das überhaupt Korallen oder irgendwelche anderen Getiere/Pflanzen waren, riesige „Blätter“, oder andere, die wie die kleinen Verästelungen eines Blattes aussahen, also so gitterförmig, und lila. Müssen wir mal googeln, wenn wir wieder zuhause sind. Aber es gab noch diverse eindeutig zu identifizierenden Korallen – große „brain corals“, eher gitterförmige, dann die fingerförmigen… Und habe ich die gelben, blauen, türkisfarbenen, gestreiften oder ganz bunten Fische erwähnt? Große, kleine, schnelle, langsame, im Schwarm, einzeln… Und die Smilie-Fische, die wir so getauft haben, weil sie einen schwarzen Strich im Gesicht haben, der wie ein gaaaaanz breites Grinsen aussieht? Um mal den Film „Nemo“ zu zitieren: Fische sind Freunde. Eindeutig. Im Aquarium finde ich die ja eher langweilig (was heißt hier eher, ich finde sie total langweilig), aber hier war es einfach nur toll. So, und nun kommen die Bilder – wieder als Galerie, und leider gibt die Unterwasserkamera nicht 100% wieder, wie toll das war… also selbst hinfahren und live schauen, würden wir empfehlen!
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Nachdem wir gegen halb drei wieder auf dem Festland und trocken und angezogen waren, haben wir drei Meilen weiter bei „Mrs. Macs Kitchen“ gegessen, einer Empfehlung aus einem Reiseführer oder aus dem Internet, stand jedenfalls auf unserer Liste. Sehr urig, sehr klein, sehr viele Nummernschilder an den Wänden, sehr leckeres Essen (Fisch für uns, nachdem wir uns so viele nur angeschaut hatten).

Und dann ging’s noch für eine Stunde zurück in den Statepark, auf’s Wasser gucken, was trinken, Fotos machen im Visitor Center, da gibt es Informationen zu den Tieren, die man im Riff so sieht. Aber so viel mehr gibt’s hier auch nicht. Kajak waren wir letztes Jahr schon gefahren, mitten in den Mangroven. Und ansonsten ist der Statepark eben vor allem UNTER Wasser…
Auf dem Rückweg Richtung Miami haben wir dann noch kurz in einem BestBuy (sowas wie Mediamarkt) vorbeigesehen und anschließend im Walmart unsere Einkäufe zum Mitnehmen erledigt – Süßigkeiten, Kaffeeweißer, Backmischungen…
Und nachdem wir in Miami erst 13.000 Hausnummern daneben lagen und uns mühsam durch den Berufsverkehr zur richtigen Adresse durchgekämpft hatten, haben wir Christian (ja, den, der hier die ganzen Extra-Tipps bekommen hat) in einer Mall getroffen und sind zusammen im Outback essen gegangen. Die letzten Baby Back Ribs für… hm… keine Ahnung, längere Zeit vermutlich? Der Rest des Abends war unspannend, packen und aussortieren und hoffen, dass das Gewicht des Koffers passt – gewogen wird gleich erst, wir haben dafür (Achtung, sehr hilfreicher Tipp) eine Anglerwaage im Gepäck. So ein Haken, an den man den Koffer hängt…
Ach so, und ein drittes „Muster“ haben wir noch gefunden – neben schlechtem Wetter in Sanibel und Verletzungen in Key West scheint auch „am letzten Abend ist einer der Big Bang Theory“-Schauspieler bei Conan O’Brien zu Gast“ eine Tradition zu werden. Letztes Mal war es Raj, gestern dann Sheldon. Schöner Abschluss… und morgen gibt’s noch einen halben Tag Sommer, danach Flugzeug und dann Winter, schätze ich… den Tagesbericht gibt es dann vermutlich erst Freitag oder Samstag, je nach WLAN-Zugang im Flughafen.

Tag 15 – Key West 360 Grad

Um genauer zu sein: einmal rund um Key West, wie letztes Jahr auch auf dem Jetski. Aber das war erst der zweite Programmpunkt heute, Frank hatte die 14-h-Tour reserviert, daher hatten wir vorher noch etwas Zeit. Erstmal wie immer gab es ein langes, gemütliches Frühstück bei Angelina im Garten. Dann musste ich ja den gestrigen Tag noch dokumentieren, das nimmt auch einige Zeit in Anspruch (das Schreiben geht ja, aber alle Bilder durchsehen, kleiner machen, hochladen, einfügen… egal, ich hab’s ja nicht anders gewollt… was tut man nicht alles für Kommentare… jahaaa… Zaunpfahl :-))
Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich mit den hier zu mietenden Fahrrädern los und ein bisschen durch die Stadt fahren, einfach kreuz und quer. Leider war mein Daumen da nicht so überzeugt von, nachdem er sich schon beim Zähneputzen und Brötchenschmieren geweigert hatte, zu kooperieren. Also lieber nicht, und dafür hoffentlich beim Jetski durchhalten.
Zu Fuß sind wir dann also aufgebrochen in Richtung Mallory Square, kurz davor liegt das Audubon House & Garden, ein altes Inselhaus mit Museum. Der in Amerika ziemlich bekannte John James Audubon hat hier gelebt, Ende der Sechziger sollte das Haus abgerissen werden und wurde im letzten Moment von zwei Audubon-Fans gerettet und restauriert. Audubon (für die, die ihn nicht kennen, ging mir bis vorhin ja auch so) war und ist in Amerika vor allem als Künstler bekannt, außerdem war er aber auch Naturforscher und hat vor allem die amerikanische Vogelwelt studiert.

Das Haus ist nicht sonderlich groß, aber liebevoll eingerichtet. Nach einer kurzen Einführung durch eine Mitarbeiterin sind wir überall durchgelaufen, haben uns die alte Einrichtung (er hat von 1785-1851 gelebt, wen die Details interessieren: hier geht’s zu Wikipedia) und die vielen Vogelbilder angesehen. Die wurden übrigens damals von gebildeten Leuten „abonniert“, die riesigen Bücher wurden nach und nach befüllt, wenn wieder ein neues Bild fertig (gedruckt) war.


Der Garten ist toll, tropische Pflanzen und vor allem diverse Orchideenarten. Mir war unterschwellig bekannt, dass die sich an andere Pflanzen ranschmarotzen, aber so richtig gesehen hatte ich die bisher nur im Blumentopf bei Oma auf der Fensterbank…

Ok, das war der erste Teil des Tages. Nach einem kurzen Schlenker am Hotel vorbei hatten wir alles, was wir für die Jetski-Tour brauchten. Barefoot Billy’s liegt zwei Querstraßen neben dem Southernmost Point, dazu komme ich gleich noch. Wir hatten wieder einen Gutschein, mit dem wir das zweite Ticket für 50% bekommen haben (@Christian: die sind in dem ca. DinA5-Couponheft, das an vielen Straßenecken in diesen Zeitungskästen liegt – also das größere, nicht das im Scheckkartenformat).
Erstmal musste ich ausprobieren, ob mein Daumen das mitmacht. Wir hatten gestern schon eine elastische Bandage gekauft, die kam nun drum, und trotz leisen Protests haben wir ihn überzeugt, dass das bestimmt geht. Also quasi „halt die Klappe und hab Spaß!“… Nach einer kleinen Einweisung sind wir dann mit sieben oder acht Jetskis plus unseren Tourguide losgefahren – drei oder vier Pärchen und vier Einzelfahrer, darunter Frank und ich. Ging gleich viel besser als beim letzten Mal, heute musste ich dank Brillenband und uralter, nur noch für Renovierungsarbeiten benutzter Brille keine Angst haben, dass bei einem unfreiwilligen Bad auch noch die Brille verloren geht…


Das Wetter war für Key West-Verhältnisse relativ schlecht, für uns aber gut: Bedeckt, dazwischen mal wieder Sonne, so ist man auf dem Kopf nicht ganz so verbrannt. Nass war man sowieso nach spätestens 2 Minuten, gerade auf der Atlantikseite (wo wir gestartet sind) hüpft man ganz schön über die Wellen. Und schon wieder @Christian: Immer schön die Knie beugen, nicht mit gestrecktem Knie in ein Wellental springen. Ansonsten ist das nächste Krankenhaus auf dem nächsten Key, also von Key West aus Richtung Miami, und dann die zweite Kreuzung oder so auf der linken Seite. Die sind sehr nett da, wenn man eine Kreditkarte hat (wer’s nicht kennt, möge im letzten Jahr nachlesen, woher wir das wissen – „The ER experience“).
Ungefähr nach 2/3 der Strecke (und ich weiß jetzt schon, dass Frank sagen wird, dass es entweder viel weniger oder viel mehr war…) gibt es eine 20minütige Spielphase, da darf in einem größeren Gebiet jeder fahren, wie er möchte. Ansonsten gilt nämlich immer das „single line“-Prinzip, schön alle hintereinander mit 100m oder 100 Yard oder 100 was-auch-immer (da war er sich nicht so einig) Abstand.
[Anmerkung der Redaktion: hier fehlt noch ein Video, aber das will sich einfach nicht hochladen lassen, ist zu groß und muss erst zuhause verkleinert werden]
Ich kann das jedem nur empfehlen, und auf jeden Fall selbst fahren, mit diesen Coupons ist es nicht mehr viel teurer als ein Jetski zu zweit… aber macht sooo vielmehr Spaß.
Um 16h waren wir wieder am Ausgangspunkt und sind erstmal noch eine Runde schwimmen gegangen, währen die restliche Gruppe schon an der Frischwasserdusche anstand. Danach konnten wir uns dann in Ruhe umziehen, denn die übrigen waren schon weg. Wurde aber auch Zeit, inzwischen war der Himmel ganz schön dunkel, Regenwolken. Wie jetzt, in Key West? Gibt’s das da überhaupt? Ja, aber warmer Regen, der nur 1 Minuten dauert, ist durchaus erträglich, finden wir.
Also zurück zum Hotel, an besagtem Southernmost Point vorbei. Ist nicht wirklich spannend, im Wesentlichen eine rot-gelb-schwarze Tonne in einer ansonsten unscheinbaren Straßenecke, daneben ein hässlicher Zaun, der das Navy-Gelände schützt. Vor allem ist es nur der südlichste Punkt des US-Festlandes, und überhaupt gibt es auf dem Navy-Gelände noch einen südlicheren Punkt, nur darf da ja kein Tourist hin. Also stehen sie hier Schlange, damit jeder sich mal damit fotografieren lassen kann. Wir haben einfach mal ein Foto ohne uns selbst geknipst, dann geht’s schneller.

So ein Tourist oder auch Einheimischer in Key West lässt sich ja durch ein bisschen doofes Wetter nicht die Laune vermiesen, und da wird auch der Sonnenuntergang zelebriert und gefeiert, wenn er dank Wolken gar nicht zu sehen ist… Wir waren dann heute auch am Mallory Square, gestern und vorgestern haben wir den Sonnenuntergang ja schon verpasst, aber da gab es halt wichtigeres. Heute also Sonnenuntergang ohne Sonne, dafür mit den üblichen Feuerspuckern und Jongleuren und Sängern.

Anschließend sind wir gemütlich zur Duval Street gebummelt und haben direkt gegenüber vom HardRockCafe in Caroline’s Cafe (von Tripadvisor empfohlenen) hervorragenden Salat gegessen. Also eigentlich zwei Salate, wir haben mal wieder auf halber Strecke getauscht. Trotz viel Trubel und vollem Haus Garten haben sie es hinbekommen, die Tortilla-Streifen des einen Salats auf einem separaten Teller zu servieren, so dass mir das eventuell enthaltene Gluten nichts tun konnte. Key Lime Pie für Frank und ein Key West Lemonade-Cocktail als Dessert für mich, dann waren wir auch schon wieder raus. Das geht hier ja immer schnell, ist halt eine andere Restaurant-Kultur als bei uns.



Wir hatten beide keine große Lust, noch irgendwo hinzugehen, die richtig skurrilen Typen laufen hier offensichtlich eher am Wochenende rum (deutlich mehr als mittelalte Damen mit Bodypainting statt Bikini, ebenfalls nicht ganz junger Mann mit Nikolauskostüm in der kurzen Strapse-Version…). Wir haben daher den Abend ausklingen lassen bei Angelina im Garten, genauer gesagt im geheizten Pool, einfach treiben lassen und Sterne und angeleuchtete Palmen gucken. Sehr entspannend, und dank Pool-Nudeln (diese Schaumstoffstangen) auch ohne jegliche Anstrengung möglich. Jetzt, wie ihr seht, noch schnell was für euch zusamentippseln, und gleich wird geschlafen. Guten Tag, guten Abend oder gute Nacht, je nachdem, wann ihr das lest 🙂

Tag 13 – 120 Meilen über das Meer

Den größten Teil des Tages haben wir heute auf dem Overseas Highway verbracht. Dieser führt 120 Meilen von der Südspitze des Florida-Festlands bis nach Key West, über unzählige Brücken und Inseln.
Unterwegs haben wir diverse Male angehalten – und da auf den Keys fast alle Adressen mit dem zugehörigen Milemarker und bayside/oceanside angegeben werden, machen wir das im Folgenden auch so.
MM 93,5 oceanside: Harry Harris Beach
Stand auf einer „schönste Strände der Keys“-Liste, aber irgendwie wissen wir nicht ganz, warum. Ja, da ist Strand, ja, auch eine künstliche Lagune mit flachem ruhigem Wasser. Und ein Kinderspielplatz. Aber sonst? Vielleicht sind unsere Maßstäbe ja inzwischen ziemlich verrutscht, aber dafür gibts keine Empfehlung von uns…

MM 80 oceanside: Outback Steakhouse
Best Outback ever!!! Hinten angeschlossen ist die Billabong Bar, die ab 11:30h geöffnet hat und eine etwas abgespeckte Version der Outback-Karte anbietet. Und eine sehr ausführliche glutenfreie Karte, traumhaft… Burger & Steak gabs, aber heute war tatsächlich der Blick wichtiger… @Christian: definitiv ein must stop – must see – must eat!!! Danach haben wir noch eine halbe Stunde am Strand gesessen und die Aussicht genossen… *hachwieschön*. Übrigens werden jährlich mehr Menschen von Kokosnüssen erschlagen als von Krokodilen gefressen… hier sind aber alle oben geblieben 🙂
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MM 73 oceanside: Anne’s Beach
Boardwalk mit zahlreichen einzelnen Picknickhütten inmitten der Mangroven, daher ohne Sichtverbindung zueinander. Jede Hütte hat eine eigene Treppe zum Strand, ebenfalls mit Privatsphäre. Der Boardwalk ist von beiden Seiten durch Parkplätze begrenzt, scheint vor allem bei Kitesurfern beliebt zu sein, daher gibt es auch noch was zu Gucken. Vorgemerkt für den Rückweg…


MM 50 oceanside: Sombrero Beach
Noch eine Vormerkung für den Rückweg – toller Strand, in mehreren kleinen „Buchten“ (aber diesmal unbewachsen, also nur Sand). Praktischerweise gibt es direkt an der Abzweigung vom Overseas Highway einen Publix, also werden wir hier am Dienstag wohl lunch-picknicken.

MM ?? oceanside: Bahia Honda State Park. Ohne Worte…*

*nee klar, ohne Worte… als ob ich das könnte… im Blog… 😉   Also, hier waren wir letztes Jahr schon, und trotzdem oder gerade deshalb mussten wir hier nochmal hin. Also weil es so schön ist. Gut, und ein bisschen, weil wir letztes Jahr vor lauter Begeisterung völlig vergessen haben, Fotos zu machen. Erstmal eine Runde schwimmen und fotografieren, dann auf die alte Brücke, dann (das war neu und sooo kitschig mal wieder) Sonnenuntergang gucken.


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MM 2: Angelina’s Guesthouse in Key West
Kennen wir auch schon, hier haben wir letztes Jahr schon gewohnt. Erste Nacht diesmal mit shared bathroom, war nichts anderes mehr frei. Morgen ziehen wir dann um… @Christian: Zimmer und Badezimmer sind völlig ok, keine Bedenken – müsst ihr nicht umbuchen, würde ich sagen 😉
Erstmal habe ich nur den Pool fotografiert, da sitze ich jetzt gerade (also während ich tippe) auch noch… Fotos vom Haus kommen dann morgen, oder ihr schaut mal beim letzten Jahr, wenn ihr neugierig seid.

MM 0: Key West
Tagesabschluss in der Duval Street mit einem leckeren Daiquiri von Fat Tuesday. Couponhefte einsammeln und durchsehen, was davon wir machen wollen (also ob es Gutscheine für das gibt, was wir eh geplant haben). Gutscheine für alle möglichen Lokale annehmen, für 2 for 1 Margaritas entscheiden (so schmecken die dann übrigens auch, der Geschmack von einer ist auf zwei Becher verteilt oder so) und von den Fensterplätzen aus Leute gucken… erstaunlich, wie viele da schon um 20:30 deutlich angeschickert sind… Sehr bunt gemischtes Publikum (häufig ist bunt durchaus wörtlich gemeint), alt, jung, hip, nicht so hip, auffällig, nicht so auffällig, alles dabei. Anschliessend bei Coyote Ugly zuschauen…
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The ER experience

Heute hat Frank sich was ganz besonderes überlegt, er wollte mal sehen, wie wirklichkeitsgetreu amerikanische Fernsehserien so sind. Leider war George Clooney nicht da, war wohl mal schnell einen Kaffee holen, Dr. House war auch gerade aus, aber einige Scrubs* hat er doch gesehen. Damit es dann hier auch noch mal steht (ich musste es im gestrigen Beitrag ergänzen): Frank ist beim Jetskifahren auf 51mph bzw 80km/h gekommen, nur sein Knie fand das nicht so witzig, vor allem beim Aufprall in einem Wellental. Also wollte Frank im Krankenhaus vorbei, weil es zwar nicht so übermäßig weh tat, aber er schlecht laufen konnte – mit jahrelanger Knieprobleme-Erfahrung wollte er das mal kurz punktieren lassen, um die überflüssige Flüssigkeit loszuwerden.
Gesagt, getan, ab ins Krankenhaus in den Emergency Room. Sobald man einwilligt, dass man die Behandlung sofort per Kreditkarte bezahlt, ist alles gut. Und alles so, wie man es aus dem TV kennt:

  • die oben genannten bunten Uniformen des Personals,
  • der persönliche Rollstuhlfahrer („Hi, my name is Tim and I am your personal driver“)
  • die Karte mit 10 Smilies von “ganz traurig” bis “ganz fröhlich”, um die Stärke der Schmerzen zu beschreiben
  • regelmäßiger Getränkeservice
  • Behandlung in mit Vorhängen abgetrennten Kabinen, so dass man z.B. die Geschichte des Jungen mitbekommt, dem es soo schlecht geht – bis sich dann herausstellt, dass er einen schwierigen Test in der Schule hätte schreiben sollen.

Die Ärztin wollte dann doch nicht punktieren, sondern hat das Knie nur bandagiert und wollte Frank unbedingt Schmerzmittel verschreiben. Alles in allem hat der Spaß ca. 2,5h gedauert.
Da ich sowieso nicht mit in den Behandlungsbereich durfte, habe ich mich nach ein paar Minuten Wartezeit abgesetzt. Erst habe ich für unser späteres Picknick eingekauft und außerdem unseren Vorrat an Wasser und Lemonade (nicht Limonade, also Fanta, sondern nur leicht gesüßter Zitronensaft mit Wasser) aufgefüllt. Dann habe ich mir einen der drei wesentlichen öffentlichen Strände von Key West angesehen und dort im Schatten einer Palme den tollen Blick auf Sand, Meer und ein paar Boote genossen. Man sieht schon, dass die Keys sogar noch südlicher als viele karibische Inseln (die Bahamas zum Beispiel) liegen – auch wenn es geografisch glaube ich nicht dazu gehört, ist hier doch alles so, wie ich mir die Karibik vorstelle. Paradies!

Anschließend habe ich noch schnell das Hotel für heute Abend gebucht und die Schnorcheltour für morgen reserviert. Danach bin ich zum Florida Keys Medial Center gefahren und habe Frank eingesammelt. Und gleich wieder zurück in die andere Richtung, nämlich nach Key West (das Krankenhaus ist schon auf der nächsten Insel), für die letzten Dinge auf unserer ToDoListe. Mittagessen war schon länger überfällig, und seit unserem ausgedehnten Frühstück bei Angelina hatte sich doch ein kleines Hüngerchen bemerkbar gemacht. Unser Picknickplatz lag diesmal im Fort Zachary State Park, an einem der anderen schönen Strände. In einem Pinienwald stehen mit ausreichend Abstand zueinander zahlreiche Picknicktische und –bänke, jeder zweite oder so mit eigenem Grill. Wir hatten allerdings nur Obst und Waffeln, also nichts für’s Barbecue. Der Blick ist einmalig, inklusive auslaufendem Kreuzfahrtschiff und natürlich weißem Strand und Palmen.


Nun noch schnell ins Zentrum von Key West und ein paar Souvenir-T-Shirts und für Frank ein Stück Key Lime Pie (besondere Spezialität hier) kaufen, dann mussten wir uns leider auf den Weg nach Norden machen. Wir haben aber vorher noch den Milemarker Null fotografiert, den Beginn der US1, die die ganze Küste hochgeht.

Auf den Florida Keys wird übrigens mit wenigen Ausnahmen auf den großen Keys fast jede Adresse mit dem Milemarker und der Angabe Bayfront oder Oceanfront angegeben, also keine Straßennamen und Hausnummern. Da die meisten Keys sehr schmal sind, reicht das dann auch aus – das Outback Steakhouse, in dem wir abends gegessen haben, findet man z.B. bei MM80 Oceanfront, also auf der Südseite Richtung offenem Meer. Bayside wäre die dem Festland zugewandte nördliche Seite.
Unterwegs ist nicht viel passiert, zum Sonnenuntergang haben wir kurz auf einem nicht namentlich bekannten (also wir haben uns den Namen nicht gemerkt) Key angehalten und sind von fiesen kleine Beiß-Fliegen fast aufgefressen worden. Ansonsten sind wir so schnell wie möglich die ziemlich genau 80 Meilen bis zum o.g. Restaurant gefahren. Das Outback Steakhouse kennen wir schon aus dem Westen, dort gibt es die berühmte Blooming Onion, eine mutierte Riesenzwiebel, die in leckerem Teig frittiert wird. Leider nicht glutenfrei, also nichts mehr für mich. Dieses spezielle Outback hat einen fantastischen Außenbereich, heißt hier überall Tiki-Bar, also Holzdeck, Fackeln, palmgedecktes Barhäuschen… und natürlich direkt am Wasser, mit kleinem Strand davor. Konnte man leider nicht mehr viel von sehen, es war ja schon dunkel, aber trotzdem war es sehr idyllisch. Und mit meinem Wunsch „Burger ohne Brötchen“ konnten sie auch gut leben, da sind amerikanische Kellner ja sehr serviceorientiert. Frank bekam wunschgemäß Barbecue-Rippchen, die von selbst vom Knochen fielen, und ein leckeres Steak mit Baked Potatoe. Das können die Amis einfach besser als die Deutschen..
Nach dem Essen kam nicht mehr viel, nur noch eine Stunde Fahrt bis zum Hotel in Homestead, wieder das Super8, sogar das gleiche Zimmer. Musste dann noch kurz einkaufen für morgen, weil wir früh los müssen und das nicht dann noch erledigen wollen – auch wenn der Walmart hier von 9am bis 9am auf hat, also rund um die Uhr (und trotzdem haben sie ein Schild mit Öffnungszeiten!).
* Scrubs sind übrigens nicht die Personen, sondern die Kleidung von Ärzten und Krankenschwestern in diversen wunderhübschen Farben

Ab auf die Keys

Den halben Weg hatten wir gestern Abend schon gemacht, von Homestead aus ist es nur noch eine halbe Stunde bis zum ersten Key, also der ersten Insel der Florida Keys. Vorher noch schnell den Walmart leergekauft und Kaffee geholt, dann ging es los.
Heute ist definitiv der Weg das Ziel, jedenfalls eins von drei Zielen. Während auf den größeren Keys das Inselgefühl beim reinen Durchfahren weniger aufkommt, liegen dazwischen viele kleinere Keys und man fährt alle paar Minuten (manchmal nicht mal soviel) über die nächste Brücke. Links liegt der Atlantik, rechts der Golf von Mexiko, beides unglaublich türkis und von palmenbestanden Stränden gesäumt. Viele Inseln sind ungefähr nur so breit wie die Straße plus links und rechts je ein Hotel / Resort mit eigenem Strand oder Bootsanleger. Wir haben ein paar Mal angehalten, um uns das aus der Nähe anzusehen, leider war die Strandbar, in die wir wollten, entweder wegen der Jahres- oder Uhrzeit geschlossen. Dann haben wir natürlich auch die Brücken fotografiert, teilweise laufen die alte und die neue Brücke parallel, die alte ist dann für Fußgänger, Radfahrer und Angler freigegeben. Und Pelikane, die sitzen hier überall rum. Sehr fotogen… (und @Melanie: Hier war unsere offizielle No.1!)
Mittags waren wir dann wie geplant im Bahia Honda State Park auf dem gleichnamigen Key. Soooo schön – es gibt außer einem Sea&Nature Center (so eine Art Ranger-Haus) keine Gebäude, nur zwei kleine Campingplätze direkt am Wasser und zwei kleine Marinas. Der Rest ist Natur, natürlich viele Palmen, klares Wasser und eine dekorative alte doppelstöckige Brücke (Eisenbahn unten, Autoverkehr oben, gebaut 1912 oder so, muss ich noch mal googeln). Wir haben erst mal unser Lunch-Picknick rausgeholt und unter Palmen unsere Hühnchen-Barbecue-Wraps gebastelt. Ich glaube, ich werde am Ende mal eine Fotoserie „unsere schönsten Picknickplätze“ zusammenstellen…

Anschließend sind wir eine Runde durch den Park geschlendert, über den Old Bahia Bridge Trail, der auf die Höhe der oberen Brücke führt. Ist ganz schön hoch da, aber man hat einen tollen Blick auf die Insel und die neue Brücke und den Strand und unseren Picknickplatz. Nach dem Spaziergang (Trail ist im Südwesten ja immer eher eine Wanderung, hier definitiv nicht) sind wir unten am Strand baden gegangen. Das Umziehen ist hier einfacher und vor allem billiger als in New Jersey vor vier Jahren… und das Wasser ist bestimmt wärmer. Wenn es sich auch im ersten Moment nicht so anfühlte, aber das ist ja irgendwie immer so. Wir haben ein bisschen geplantscht, die Brücke vom Wasser aus angeschaut und nebenbei unsere Unterwasser-Kamera ausprobiert, wir wollen ja demnächst noch schnorcheln gehen. Klappt, ist dicht.
Nun hatten wir fast (aber nur fast) so was wie Zeitdruck – schließlich wollten wir pünktlich zu DEM Ereignis auf Key West sein. Welches? Na, den Sonnenuntergang. Der wird hier jeden Abend zelebriert, mit hunderten von Menschen am Mallory Square, Musik und Unterhaltungsprogramm.
Erstmal mussten wir aber ins Hotel, das absolut entzückende „Angelinas Guesthouse“. Unser Zimmer ist klein, aber gemütlich, mit Blümchenbettwäsche und liebevollen Details in der Deko. Rund um die erste Etage geht eine Art Veranda/Balkon, vor jedem Zimmer stehen zwei Korbsessel oder Stühle und ein Tischchen, hier kann man gemütlich sitzen. Oder man geht gleich in den Garten mit Pool, Palmen, Liegestühlen, Hängematten. Dort kann man morgens auch frühstücken, oder einfach rumsitzen und Reiseberichte schreiben 😉
Überhaupt ist Key West eine tolle Mischung aus niedlich und cool. Klingt komisch, ist aber echt schön. Der südwestliche Teil rund um die Duval Street besteht aus schönen kleinen Holzhäusern, vielen Palmen natürlich, alles toll beleuchtet und dekoriert. Dazu kommen dann zahllose Bars, Restaurants kleine Geschäfte und auch ein paar Souvenirständen, aber nicht aufdringlich.
Wir sind also direkt nach dem Einchecken losmarschiert Richtung Westen, ganz ohne Karte, wir mussten einfach nur den anderen Touristen folgen. Klingt aber schlimmer als es ist, man hat überhaupt nicht das Gefühl, dass es hier überlaufen wäre – halt normal belebt und nicht „Mallorca im Dezember“. Am Mallory Square standen dann auch schon eine ganze Menge Leute, ließen sich von einem mäßig lustigen Straßenkünstler mit schrecklichem gespieltem französischem Akzent belustigen und warteten auf die Sonne. Mit einer sehr malerischen Wolke konnten wir 10-15min tolle Fotos machen, mit Sonnenstrahlen nach oben und unten, dekorativen Möwen und Segelbooten. Darunter war leider noch eine weitere Wolkenreihe, so dass man das eigentliche Eintauchen der Sonne ins Meer nicht mehr sehen konnte. Egal, war trotzdem schön und wir haben ja noch einen zweiten Versuch…
Weiter ging’s in gemächlichem Bummelschritt rund um den Mallory Square und dann über die Duval Street auf der Suche nach einem leckeren Abendessen. Wir sind im Hard Rock Café gelandet, aber einem total untypischen, in einem niedlichen Holzhaus – ja, das geht in einem Satz, Hard Rock Café und niedlich… Bei Burger und Potatoe Skins haben wir dann erst mal wieder Leute beobachtet, dafür war der Platz ideal.
Kurzer Zwischenstopp im Hotel, Socken holen (von den Füßen her wurde es langsam frisch in den FlipFlops). Dann zurück zur Duval Street, Frozen Pina Colada bei Fat Tuesday holen (das war schon in Las Vegas unser bevorzugter Cocktail-Dealer) und weiterbummeln. In Key West wird es mit dem „kein Alkohol auf den Straßen“ auch nicht so genau genommen, aber wir haben mal vorsichtshalber eine Serviette um den Becher gewickelt. Hilft auch gegen geeiste Hände. Weiter ging’s zum historischen Hafen von Key West, einer Restaurant-Meile, sehr nett gemacht (ok, und nicht wirklich historisch, sondern nachgebaut). Dann in gemächlichem Zickzack zurück in Richtung Hotel, in unser niedliches Zimmer „mit ohne TV“ – in den USA eine Seltenheit, aber hier Programm… Licht aus, Gute Nacht John-Boy, bis morgen…

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