Tag 0 – Anreise

Nach einem halben Tag Homeoffice und den letzten Vorbereitungen stand um 14:30h unser freundlicher Chauffeur (a.k.a. mein Cousin) vor der Tür. Kurze Einweisung in Schlüssel, Gießkanne und Co, dann ging es los zum Bahnhof. Teil eins der Anreise: mit dem Zug nach Frankfurt.

Dann schnell das Gepäck abgeben (außer uns hatte niemand online eingecheckt, die Schlange am normalen Check-In war bestimmt 30 Menschen lang) und Zeit vertrödeln bis zum Abflug, u.a. bei einem leckeren Essen bei MoschMosch.

Frank hatte dann mal wieder Glück und war schnell genug, sich auf einen der drei leeren Sitze in der Mitte umzusetzen. So hatten wir beide jeweils 2 Sitze für uns, was zum Schlafen doch eindeutig angenehmer ist. Nach dem Essen und einem ersten halben Film war’s das dann auch, den Rest des Fluges haben wir bis zum Frühstück um 6h oder so verschlafen.

Der Flughafen in Windhoek ist sehr übersichtlich. Zu Fuß geht’s über das Rollfeld zum Flughafengebäude, dort wird dann erstmal ein Foto gemacht. Allerdings nicht so wie in den USA jeder einzeln, sondern eher “der erste in der Warteschlange ist im Vordergrund, der Rest der Schlange im Hintergrund”. Man kann den Monitor von der Schlange aus sehen, so ging auch diese Wartezeit ganz gut rum. Die Passkontrolle ging sehr schnell, keine Fragen, keine Fingerabdrücke… und schon waren wir angekommen.

Erstmal haben wir uns mit Bargeld versorgt – aus dem Automaten, und heute gab’s südafrikanische Rand, die gelten hier genauso wie namibische Dollar. Erkennen kann man sie vor allem daran, dass Nelson Mandela drauf ist. Auf allen Scheinen.

Nächster Stopp: Autovermieter. Wir wurden von einem Fahrer abgeholt und 500m weiter bei Britz wieder abgesetzt. So freundlich, ausführlich und angenehm haben wir noch nie ein Auto übernommen – und dabei sehr entspannt, mit Kaffeepause, während Franco unsere Daten in den PC eingegeben hat. Wir haben ihn dann noch überzeugt, dass wir vor dem Rückflug NICHT 5h am Flughafen sitzen möchten, weil sie um 16h schließen und wir erst um 21h30 fliegen. Nun dürfen wir das Auto bei der Partneragentur am Flughafen abgeben, die sind länger da (ok, vielleicht ist das auch Standard und wurde uns als Service angedreht, aber da es nichts extra gekostet hat…). Ach ja, und eine gründliche Einweisung in Wagenheber, Reserverad & Co. haben wir auch bekommen – inklusive Instruktionen, wie wir einen neuen Reifen kaufen und abrechnen. Namibia halt – weit mehr als die Hälfte der Straßen sind hier nicht geteert, und da sprechen wir von Hauptverbindungsstraßen! So sieht es aus, unser Auto für die nächsten drei Wochen:
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Nach einer kurzen Unterhaltung mit anderen Touristen, die gerade einen Wagen mit Dachzelten übernehmen wollten, ging’s dann los ins Abenteuer Linksverkehr. Frank durfte zuerst, ich habe mit aufgepasst, dass er immer die richtigen Spuren erwischt. Gar nicht so einfach im Kreisverkehr… Und die Scheiben sind jetzt auch schön sauber, die Hebel für Blinker und Scheibenwischer sind nämlich auch andersrum :-)

Ca. 45km später waren wir am ersten Ziel, The Elegant Guesthouse. Können wir uneingeschränkt empfehlen: super freundlicher Empfang, erstmal gab’s einen Kaktusfeigensaft. Da wir deutlich zu früh da waren (so um 11h), “mussten” wir ein bisschen warten. Das ist aber auf einem gemütlichen Sofa im Garten bei 27 Grad und leichtem Wind nicht sooo schlimm. Frischen leckeren Kaffee aus der Jura-Maschine gab’s auch noch kostenlos dazu, was will man mehr?
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Eine gute halbe Stunde später war dann unser Zimmer fertig und wir konnten einziehen. Die sechs Zimmer liegen um einen kleinen Innenhof herum, sind ausreichend groß, schön eingerichtet, sauber und mit Moskitonetz versehen. Obwohl wir im Flugzeug ein paar Stunden geschlafen hatten, brauchten wir jetzt erstmal noch eine kurze Mittagspause. Vielleicht meint der Körper auch einfach nur, dass man nach 10h Flug einfach Jetlag haben MUSS, und deshalb waren wir so müde?

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Am späten Mittag gab’s dann noch einen Kaffee, bevor wir zur Maerua Mall aufgebrochen sind. Wir hatten ein paar Dinge auf der Einkaufsliste, die wir vor dem eigentlichen Beginn der Reise noch besorgen mussten – vor allem Moskito-Spray und Wasser, außerdem aber auch ein paar Snacks für unterwegs (glutenfrei, das gibt’s ja nicht immer und überall) und ein bisschen Lunch für heute. Nach einem Rundgang durch die Mall haben wir uns im Food Lovers Market mit Biltong (getrocknetem Rindfleisch) und Keksen und Bananenkuchen mit Custard eingedeckt und erstmal ein bisschen gesnackt. Im größeren Checkers-Supermarkt haben wir dann Anti-Moskito-Mittel gekauft und uns darüber amüsiert, wie die so heißen. “Peaceful Sleep” ist das Mittel zum Einsprühen oder Einreiben, und das Raumspray unserer Wahl heißt “Doom – Destroyer”. Es gäbe auch noch “Doom – instant kill”, aber das ist nicht so moskito-spezifisch :-)

Die Auswahl ist jedenfalls groß:
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Überhaupt ist der Supermarkt hier eher wie ein amerikanischer Walmart, mit Riesen-Auswahl in allen Gängen (also nicht nur bei den Insektensprays). Das macht immer besonders viel Spaß: neue Produkte und/oder Geschmacksrichtungen entdecken und eine Stunde durch den Supermarkt streifen. Diesmal neu für uns: Biltong, getrocknetes Fleisch, seeeehr lecker!

Und übrigens: auch auf den namibischen Rolltreppen herrscht Linksverkehr:
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Weiter ging’s in die Innenstadt, wobei wir da nicht viel erwartet haben. Gab auch nicht viel, und so sind wir eine kleine Runde gelaufen, haben die berühmte Christuskirche (Erbe der deutschen Kolonialzeit) fotografiert und uns dann auf der Terrasse des Nationalmuseums im Schatten mit kühlen Getränken erholt. Es war warm – und der Kreislauf fand einen Temperatursprung von 30 Grad innerhalb von 24h ganz schön anstrengend.

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Und schon war es Zeit für’s Abendessen. Ganz entgegen unseren Gewohnheiten hatten wir einen Tisch reserviert, da in wirklich allen Reiseberichten Joes Beerhouse erwähnt wurde als uriges, leckeres und gleichermaßen von Touristen wie Einheimischen besuchtes Restaurant. Wir hatten es uns nicht so groß vorgestellt, aber da es extrem verwinkelt war (wohl immer wieder hier und da was angebaut), hat man das nur auf dem Weg zum Tisch gemerkt.

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Die Auswahl fiel relativ leicht – zumindest die richtige Seite hatten wir schnell. wer will schon Schwein, Huhn oder Rind, wenn man was lokales probieren kann? Frank hätte beim Dinner-Scrabble eindeutig gewonnen, er hatte Oryx, ich hatte Kudu. Fotos (vom lebenden Tier) folgen, sobald wir welche sehen, wahrscheinlich im Etosha NP. Kudu schmeckt wie richtig gutes Rindersteak, und Oryx hat einen tollen Wildgeschmack, sehr sehr lecker.

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Neben uns saßen zwei Amerikaner (aus einem Staat, der nicht Trump gewählt hat – so haben sie sich vorgestellt), mit denen wir uns sehr nett unterhalten haben. Normalerweise redet man ja nicht so viel über Politik bei solchen Gesprächen, aber heute war’s irgendwie das naheliegendste Thema.

Gegen 22h waren wir dann wieder im Guesthouse, haben noch schnell einen Kaffee auf der Terrasse getrunken und das schöne immer noch warme Novemberwetter genossen und sind dann unter unser Moskito-Netz geschlüpft.

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Und morgen geht’s dann richtig los mit dem Afrika-Abenteuer!  

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