Tag 7 – Paint Mines und Garden of the Gods

Farben des Tages: gelb-rosa-weiß und rooooot

Die Tagesplanung hatte drei Punkte: Calhan Paint Mines (bunte Steine), Garden of the Gods (rote Steine) und die Fahrt bis zum Great Sanddunes Nationalpark, der für morgen geplant ist. Da der Garden of the Gods nachmittags schöner sein soll, nehmen wir ein bisschen Hin- und Her-Fahrerei in Kauf und beginnen mit den Paint Mines. Nach einem kurzen Stück über die Interstate haben wir hier mal wieder eine dieser Straßen vor uns, bei denen man morgens sieht, wer mittags zu Besuch kommt. Sprich: schnurgerade, mit einigen Hügelchen dazwischen, aber im Prinzip bis zum Horizont geradeaus. Fahren wir sehr gerne, auch wenn das komisch klingt.

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Nach einer knappen Stunde Anfahrt haben wir am Paint Mines Overlook geparkt, nach intensiver Internetrecherche schien das der sinnvollste Startpunkt zu sein. Es gibt einen achtförmigen asphaltierten Weg, den wir uns aber gespart haben, weil das schönste Stück mit den buntesten Steinen ein kleiner Abzweig vom Hauptweg ist.

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Und alleine da haben wir uns über zwei Stunden aufgehalten und sind in jeden kleinen Seitenweg (oder eigentlich: Abzweig des trockenen Washs, also Bachs) abgebogen. Die erste Ecke war vor allem weiß:

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Und dann wurde es zunehmend bunt. Und immer wenn wir dachten, jetzt geht’s nicht noch bunter, kam hinter der nächsten Ecke ein noch farbenfroherer Fels zum Vorschein. Auch die Formen wechseln ab – von Hoodoos (das sind die Säulen mit den meist andersfarbigen „Hüten“) über Arches (Felsbögen) und „einfach Fels am Stück aber in drei Farben“… da mögen wir selbst die runtergerutschten Steinchen in allen Farben, und unser Private Ranger auch :-)

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Neben den großen ca. 4m hohen Hoodos gibt es auch Mini-Hoodos:

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Als wir endlich jeden Stein gesehen und fotografiert haben, geht’s wieder zurück Richtung „Colo Springs“, wie es hier auf jedem Schild abgekürzt wird, und auch noch ein paar Ausfahrten zurück nach Norden. Ach nein, erst noch einen Kaffee holen bei Starbucks und dabei eine neue Tasse für’s Büro kaufen… die alte passt nicht unter die Senseo, und aus einer schnöden Werbetasse möchte ich nicht auf Dauer trinken. Dann doch lieber aus der Starbucks Colorado-Tasse (und ich suche mir noch eine in Utah, dann kann ich sogar abwechseln. Kaffee-Junkie? Ja!)

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Der Garden of the Gods ist kein Statepark, sondern eine Schenkung eines Privatmanns an die Stadt Colorado Springs mit der Auflage, dass es für immer ein frei zugänglicher Park sein soll. Da er relativ nah an der Stadt liegt UND relativ gut erschlossen ist, ist er ziemlich gut besucht. Am Wochenende soll es hier total überlaufen sein, heute geht’s. Wir fahren erstmal eine halbe Runde um den Park, also auf der Einbahnstraße, die an allen Parkplätzen und Trailheads vorbeiführt. Auf halber Strecke gibt es nämlich einen Picknickplatz, das passt zeitlich ganz gut zum Mittagessen, also packen wir hier unsere Salate aus und essen erstmal.

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Danach fahren wir die zweite halbe Runde und parken am Haupt-Parkplatz, um eine Runde um die roten Steine zu laufen. Ich würd’s mal unter „spazierengehen“ einsortieren, wandern wäre zuviel. Der Weg führt an den größten Felsformationen vorbei, die Farbe hatten wir ja schon mal, aber noch nie so riesige flache Steinplatten, die senkrecht aus der Erde wachsen. Schon faszinierend… es reicht auch, unten zu stehen, und vielleicht noch den Kletterern zuzusehen, die da relativ mühelos (naja, sieht halt so aus) hochkraxeln…

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Extra für Sandra & Christian:
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Am Ende des Central Garden Trails treffen wir noch die „crazy cat lady“, so tauft sie wenige Minuten später ein anderer Tourist, den wir auf das – sagen wir mal merkwürdige Bild aufmerksam machen. Warum nimmt man eine Katze mit in einen Park? Auch andere Touristen wundern sich und machen Fotos, also sind wir nicht die einzigen, die das komisch finden. Aber auch hier: auf den Schildern sind nur Hunde ausdrücklich verboten, Katzen werden nicht erwähnt! Wir müssen wirklich mal googeln, ob das irgendeinen kulturellen Hintergrund haben könnte – ist ja schon das zweite Mal, und wieder eine Asiatin…?

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Leider ist es inzwischen nicht mehr nur bewölkt, sondern fängt leicht an zu regnen. Daher streichen wir nach einem kurzen Stopp an einem der schönsten Aussichtspunkte…

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… die nächsten beiden kurzen Trails (wir sind eh der Meinung, dass man da nicht viel mehr oder Schöneres sehen könnte als auf dem ersten Trail und/oder aus dem Auto auf dem Rundweg) und fahren langsam durch den Feierabendverkehr Richtung Süden, erstmal zum nächsten Walmart, denn unser nächster Übernachtungsort ist ein Motel ohne Ort drumherum, daher brauchen wir Proviant für abends und mittags. Dass das Diner neben dem Motel doch noch geöffnet ist, erfahren wir erst vor Ort, ab Mitte September sind die normalerweise zu.

Kennt ihr die Big Bang Theorie-Folge mit Pennys Freund Zack, der von Sheldon mit Hilfe von Süßigkeiten “dressiert” wird? Genauergesagt mit Milk Duds? Die haben wir zufällig entdeckt und mussten sie natürlich unbedingt probieren. Werbung funktioniert ja nicht so gut bei uns, aber Product Placement offensichtlich schon. Schmecken lecker, ein bisschen wie Storck Riesen.

Den Abend haben wir im Auto verbracht, die Strecke an sich war gar nicht so lang, aber speziell der letzte Teil zog sich ewig. Erst 89 Meilen geradeaus auf der Interstate, dann einmal abbiegen und weitere 50 Meilen oder so geradeaus auf einem Highway – in diesem Fall zwar breit, aber sehr dunkel, da wir die ganze Strecke über an KEINEM Ort oder auch nur Haus vorbeikamen. Und dann noch ein letztes Stück über die Zufahrtsstraße zum Nationalpark, unsere Lodge ist direkt vor dem Eingang mitten im Nichts. Das Problem mit der Dunkelheit ist ja weniger, dass man nichts von der Strecke sieht, sondern dass permanent „Achtung, diverses Getier springt auf der Straße rum“-Schilder am Straßenrand stehen. Und da ich aus früheren Fahrten auf ähnlichen Straßen weiß, dass die besonders gerne losspringen, wenn ein Auto ungefähr so weit entfernt ist, wie ein handelsüblicher Scheinwerfer leuchtet, bin ich da etwas unentspannt. Beim letzten Mal waren es vor allem Deers und Pronghorns, also so etwa Hirsch-Größe, heute dann nur ein Koyote, der auch noch blöd ins Scheinwerferlicht guckte… Da kommt abends wahrscheinlich ungefähr einmal pro Stunde ein Auto vorbei, und der muss genau in dem Moment losrennen… er war aber zum Glück schnell genug (oder ich langsam genug). Nur ein oder zwei Kangaroo Rats haben es wahrscheinlich nicht geschafft, das kann ich jetzt auch leider nicht ändern.

Die Great Sanddunes Lodge ist sehr nett – ich wurde gleich mit Namen begrüßt, wir waren um 20.30h die letzten noch fehlenden Gäste in den 14 Zimmern. Die Zimmer sind prima, Motelstandard halt, aber sehr sauber und mit allem Notwendigen ausgestattet. Und das Beste: jedes Zimmer hat eine eigene kleine Terrasse mit Blick auf die Sanddünen, also den Nationalpark. Bei unserer Ankunft ist es natürlich schon dunkel, also sehen wir erstmal nur Sterne und mal wieder die Milchstraße, aber wir freuen uns schon auf’s Aufstehen.

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