Art déco und Strandleben

Der Tag begann mit einem etwas windigen Frühstück am Strand – mit leckerem Kaffee, Cornflakes und Muffin (gf, also für mich) und Sandwich (gh, also Frank). Wir haben es uns auf der Rampe eines Rettungsschwimmer-Turms gemütlich gemacht und den fast leeren Strand und die immer wieder durch die Wölkchen scheinende Sonne genossen. Erwähnte ich schon die üblichen Temperaturen hier? Morgens um 7:30h beim ersten Schritt vor die Tür so um die 23 Grad, tagsüber dann eher so 27-28 Grad. Mit dem Wind ist das sehr angenehm, ohne manchmal schon fast zu warm.

Anschließend ging es über diverse Inseln Richtung Süden. Links und rechts konnte man immer wieder mal den Atlantik oder den Intracoastal Waterway durchscheinen sehen, gerne dekoriert mit hübschen Häusern und großen Booten… scheint hier irgendwie dazuzugehören.

Ziel war Miami Beach, hier findet sonntags um 10:30h eine Walking Tour durch den Art Déco-Bezirk statt, die von der Design Preservation League angeboten wird. Erfahrungsgemäß (und auch hier wurden wir nicht entäuscht) sind solche Angebote in den USA immer sehr gut, die Erzähler/Freiwilligen sind sehr motiviert und können unheimlich viele interessante Fakten erzählen… So auch hier.

Kenn hat uns zwei Stunden lang die Entstehung, den Verfall und die Rettung der Art Déco-Gebäude erklärt. Nun wissen wir unter anderem, dass die Gebäude v.a. aus den späten 1930er Jahren stammen, nach dem ABA-Schema gebaut sind (symmetrisch, Mitte dominant), Augenbrauen haben (schattenspendende Vorsprünge über den Fenstern) und ursprünglich alle weiß waren, die Pastellfarben kamen erst in den 80ern.

Interessant auch, dass fast ganz Miami Beach im 2. Weltkrieg als Truppenstützpunkt diente – da gab’s sicherlich schlimmere Orte. Die Gebäude am Ocean Drive waren meist super erhalten bzw. renoviert, wir müssen demnächst mal Miami Vice gucken, das im Gegensatz zu CSI Miami tatsächlich hier gedreht wurde.

Nach der Führung wollten wir in einem der Art Déco-Restaurants lunchen, gelandet sind wir im Clearwater – Beschallung durch die sonntägliche Party inbegriffen. Aber: Das Ambiente ist sehr art-déco-ig, das Essen super, und man sitzt in perfekter Position zum People-Watching.

Als nächstes stand der Strand auf dem Programm, allerdings nur kurz gucken und ein paar Meter langlaufen bis zum nächsten Rettungsschwimmerposten (passend zu den Häusern in bunten Pastellfarben gestrichen).

Danach ging es per Auto weiter zur Südspitze von Miami Beach, zum South Beach Pointe State Park. Nicht unglaublich spektakulär, aber schön, mit Blick auf die Skyline von Miami, die einlaufenden Schiffe…

Und weiter, über die Brücke zurück aufs Festland und gleich weiter auf die nächste Insel, nämlich Key Biscayne. Irgendwie haben wir da wohl was verpasst, oder da ist nichts? Wir sind einmal fast bis zum Ende und zurück gefahren, haben auch mal (vergeblich) versucht, ans Wasser zu kommen – ging nicht. Also dann nicht, fahren wir halt zurück.

Zum Abschluss des Tages stand Miami Downtown auf dem Programm. Erstmal einen Parkplatz suchen, dann mit dem kostenlosen Metromover (einer Hochbahn) eine Runde durch die Hochhäuser der Innenstadt drehen. Witzig – man fährt teilweise auf Höhe der 6. Stockwerke, ich habe das extra gezählt! Oder auch mal mitten durch ein Gebäude – was da wohl zuerst da war, Haus oder Hochbahn?

Nachdem wir die kompletten Strecken mit zwei der drei Linien gefahren waren, ging’s zum Bayside Marketplace, einem Einkaufs-Vergnügungsviertel am Wasser. Wir haben nur ungefähr die Häfte gesehen, da dominierten günstigere Restaurants/Imbisse und Souvenirstände, außerdem gab es jede Menge Musik, teilweise live, und diverse Bootstourenanbieter. Uns war es etwas zu rummelig-touristisch, aber für ein schnelles Abendessen vor der Fahrt zu unserem nächsten Hotel war es ok.

Die Fahrt nach Homestead zum Super8-Motel war kürzer und schneller als erwartet, zum Glück wenig Verkehr (Sonntag Abend eben). Schneller Checkin, Reisebericht schreiben und ins Bett. Das war’s, morgen geht’s weiter.

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