Tag 4: Marakele NP

Die Nacht war unerwartet schlaflos – nachdem erst der Vollmond fast schon die Taschenlampe überflüssig gemacht hat, hat es sich massiv zugezogen und es gab ein starkes und vor allem ausdauerndes Gewitter in der Nacht. Wasser und Blitze am Stück, Donner mit 30-Sekunden-Echo und das Zelt wurde vom Wind ordentlich gebeutelt. Und letzteres macht Krach, der uns ziemlich wachgehalten bzw. ständig wieder wach gemacht hat.

Der Wecker stand auf 5 Uhr, da hat es immer noch geschüttet. Also weiterstellen auf 6 Uhr. Gleiches Bild. Böse waren wir jetzt nicht direkt. Um 6:36h bin ich ohne Wecker wachgeworden und tatsächlich – kein Regen.

Aber da plätschert doch was? Ja. Wir hatten nachts so einen lauten Knall gehört, kein Donner, aber zuordnen konnten wir ihn auch nicht. Bei näherer Betrachtung stellte sich raus, dass der unter der Terrasse angebrachte Boiler abgefallen ist und das Wasser fröhlich aus einem abgerissenen Rohr sprudelte. Also: kein heißes Wasser für uns :-(

Anruf bei der Rezeption des Parks (die ist zum Glück ab 6:00h besetzt), es kommt jemand. Naja, mal sehen, was das heißt… Unsere Nachbarn im nächsten Zelt haben uns mehrfach angeboten, bei ihnen zu duschen, und das haben wir dann auch dankend angenommen.

Danach gab’s Frühstück auf der Terrasse, immer wachsam, denn die ersten Meerkatzen standen parat. Die sind echt frech und nutzen jeden unaufmerksamen Moment, um essen vom Tisch oder aus der Küche zu klauen. Konnten wir zum Glück verhindern.

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Gegen 9:30h sind wir aufgebrochen in Richtung Gate, aber auf Umwegen über den den Tsessebe Drive und den kleinen Friedhof – sieht älter aus, als er ist, das älteste Grab ist von 1961.

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Kurzer Zwischenstopp am Gate, inzwischen hatten wir nämlich festgestellt, dass wir nicht nur kein warmes mehr haben, sondern GAR KEIN WASSER! Ohne Dusche ginge ja zur Not, ohne Toilette irgendwie nicht so lange. Ein Anruf ergab, dass die Reparatur schon in vollem Gange ist. Na, dann sind wir ja mal gespannt…

Auf den Straßen stand noch das Wasser vom Regen in der Nacht, ein Trupp Paviane hat sich da erstmal sattgetrunken. Und durch uns überhaupt nicht stören lassen – Autos sind maximal ein nerviges Hintergrundgeräusch, aber die Tiere sind hier in der Regel sehr daran gewöhnt und zeigen kaum mal eine Reaktion.

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Wir haben die Tour also erstmal fortgesetzt und sind die übrigen Loops abgefahren. Auch heute gab es relativ wenig zu sehen, etwas besser war es insgesamt im „ungefährlichen“ Teil. Das hier ist die Ausbeute:

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Aber macht das was? Nö. Erstens ist es hier so schön, da reicht auch die Landschaft (deutsche Nationalparks haben ja schließlich auch keine Löwen und Elefanten). Zweitens kann man auf der Terrasse super entspanntes Rumsitzen praktizieren. Und drittens kommt mit dem Kruger NP ja noch quasi eine Tiergarantie, da fehlt uns hier überhaupt nichts.

Auch am Birdhide tote Hose – warum sollten sie auch dahin fliegen, wenn an jeder Ecke eine Pfütze auf der Straße ist… ich wollte eigentlich wenigstens die Toilette nutzen, aber als ich die Tür aufgemacht habe, lief eine wirklich große Spinne in Richtung Toilettenschüssel, nicht sehr überzeugend. ganz plötzlich musste ich irgendwie nicht mehr ganz so dringend. Bis zuhause halte ich das lieber mal aus.

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Als wir gegen 13h am Zelt ankamen, war der neue Boiler überraschenderweise schon fast fertig installiert, und um 14:00h oder so habe ich mich dann getraut, wieder was zu trinken ;-)

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Nach einem leichten Mittagsmahl haben wir uns wie in solchen Urlauben üblich aufgeteilt. Frank hat geschlafen, ich habe getippt und nebenbei den Dam beobachtet. Keine spektakulären Sichtungen, aber ein Kronenducker und ein Waran, viele Fische (Welse?) und ein neugieriger Vogel.

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Nach der Mittagspause stand der Lenong-Drive auf dem Plan, ganz nach oben auf den Kransberg. Tolle Fahrt mit abwechslungsreicher Landschaft:

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Und sogar diversen Tieren – es gibt sie hier also doch!

Erst mit Wasserbock, Bergriedbock und Steinböckchen drei weitere Antilopenarten:

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Dann Zebras vor Bergkulisse:

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Und hinter der nächsten Kurve ein anderes Touristenauto, dessen Insassen intensiv zur Seite starrten. Nach einigem Suchen haben auch wir dann diese Truppe gesehen:

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Kurzer Blick – lohnt es sich, aufzustehen?

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Nö, eher nicht. Weiterschlafen

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Danach kam der steile Anstieg mit Serpentinen und viel freier Sicht zur Seite / nach unten.

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Und oben dann noch mehr Aussicht und tolle Pflanzen, in denen dicke Käfer gefressen zu werden schienen. War aber wohl gewollt…

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Nach einem kurzen Fußweg über Stock und Stein hat man dann diese tolle Fernsicht ins Tal, inklusive Löwenbaum (wenn man’s weiß, kann man sie sehen, sonst wohl eher nicht):

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Auf dem Rückweg lagen die Löwen immer noch fast unverändert faul rum, aber kurz vor dem Camp hab’s dann doch noch was Neues: Giraffen.

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Für den Ausklang könnte ich wahrscheinlich den Absatz von gestern kopieren: sundowner auf der Terrasse, Grillen (Steak, Pilze, Tomatensalat), den Tiergeräuschen lauschen. Und früh schlafen gehen, vielleicht holen wir ein bisschen was nach und sind morgen früh fit für den nächsten Game Drive.

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Noch ein PS: ich habe es nicht erwähnt, aber hier gibt es mal wieder ÜBERALL Türschließer und Türöffner von der Firma meines Vertrauens, ob beim Bäcker, im Einkaufszentrum oder an unserer Zelttür :-)

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