Tag 15: Hoedspruit nach Lower Sabie

Trotz vergleichsweise viel Zivilisation um uns herum klingelt um 5:17h mal wieder mein innerer Wecker. Wäre das nötig? Nö. Stört es mich? Auch nö. Denn so kann ich in Ruhe einen Kaffee auf der Terrasse genießen und meiner Blog-Routine folgen. Also Fotos auf den Laptop kopieren, (aus)sortieren, verkleinern, Text diktieren, hochladen. Ja, diktieren, solange ich WLAN in der Nähe habe, geht das tatsächlich schneller als tippen. Wobei schneller immer noch relativ ist, denn so eine gute Stunde brauche ich pro Beitrag mit allem Drum und Dran.

Irgendwann wird auch Frank wach (unsere Schlafbedürfnis ist definitiv im Urlaub ganz schön unterschiedlich) und wir packen schon mal alles ein, damit wir nach dem Frühstück zügig wegkommen. Viel haben wir ja nicht vor, im Wesentlichen die Fahrt, und die ist gut machbar, solange keine Löwenfamilie einen halben Tag eine Straße blockiert (nein, das ist kein Spoiler, keine Löwenblockade an diesem Tag).

Wir frühstücken aber trotzdem erstmal gemütlich, hetzen wollen wir schließlich auch nicht. Mit dem Gastgeber plaudern wir ein bisschen darüber, welche Strecke wir am besten fahren sollen. Wir hätten verschiedene Optionen zur Auswahl, entweder so schnell wie möglich (also am Orpen Gate) in den Park und dann im Park relativ weit, oder erst außen ein ganzes Stück nach Süden bis zum Phabemi oder Numbi Gate und dann quer durch den Park nach Lower Sabie. Wir entscheiden uns dann so, wie wir’s eh schon geplant hatten, auch wenn er die Strecke durch den Park empfiehlt. Aber die kennen wir schon, da sind wir letztes Jahr hergefahren. Die Strecke außen auch, letztes Jahr sind wir ebenfalls über Hazyview gefahren, daher können wir die Straße einigermaßen einschätzen. Und auf diese Weise sehen wir noch ein bisschen vom südlicheren Teil des Kruger, inklusive des Pretoriuskop Rest Camps.

Die Meerkatzen geben noch eine Abschiedsvorstellung auf der Hängematte…
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… los gehts dann um 9:30, und wir brauchen 2 Stunden bis Hazyview. Ist jetzt nicht unbedingt die schönste Strecke, und es ist auch vergleichsweise viel Verkehr (allerdings waren wir ja nun fast nur in Ecken, in denen GAR KEIN Verkehr war, also ist das wirklich relativ). Viel Leben halt auf und neben den Straßen, skurrile Gefährte, bunt gekleidete Menschen, viele Tiere… langweilig wird’s jedenfalls nicht.

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In Hazyview halten wir kurz an einer Mall, um noch ein paar Vorräte einzukaufen. Es gibt aber nichts, was wir haben wollen, nur ein Magnum Mandel weiß gönnen wir uns. Ach ja, und Gin. Das Zeug verdunstet hier irgendwie… ich weiß auch nicht…

Beim letzten Mal war uns gar nicht aufgefallen, dass Hazyview so strategisch günstig genau zwischen zwei Gates liegt. Also sind wir kurze Zeit später schon “drin”, der Anmeldeprozess ist kurz und schmerzlos, ist auch absolut nichts los da. Es ist halt eine eher untypische Tageszeit, die Massen fahren vermutlich ungefähr 5 Stunden früher rein. Wir ja sonst auch :-)

Vom Supermarkt bis zum ersten Camp, unserem Mittagsziel, sind es ganze 25km, das ist echt ein Katzensprung (wieder kein Spoiler, keine Löwen weit und breit). Ich hatte es ja gelesen, mir aber keine großen Gedanken drum gemacht – das Restaurant hier ist ein Wimpys. Also so eine Fastfoodkette. Ich hätte es mir aber auch mit Drübernachdenken nicht vorstellen können, dass man einfach so einen 08/15-Burgerladen in einen Nationalpark baut. Keine Ahnung, ob die Burger wenigstens schmecken, aber es wirkt einfach unglaublich fehl am Platz.  Finden wir. Fanden die asiatischen Touristen nicht, aber die haben vielleicht auch keine Zeit für mehr.

Also – das Camp haben wir gesehen, das reicht, hier müssten wir nicht wohnen. Wenn wir nochmal ausführlich in diese (linke untere) Ecke des Kruger möchten, dann wohnen wir vermutlich draußen und fahren morgens rein. Allerdings verliert man dann wieder Zeit am Gate, und die Camp-Gates öffnen auch noch früher als das Parkgate, also ist die Chance nicht besonders groß.

Die Landschaft allerdings gefällt uns beiden sehr gut. Nicht unbedingt viel los, keine großen spektakulären Sichtungen, aber wir fahren gemütlich vor uns hin und haben die Straßen und alles, was man sieht, fast immer ganz für uns allein. So können wir auch völlig ungestört und unbeobachtet an einem Dam eine Pause machen, Frank kann seine Kopfschmerzen wegschlafen und ich beobachte eine Schildkröte.

Fotos gibt’s irgendwie ganz wenig, vermutlich weil ich gefahren bin und Frank geschlafen hat?

Ein bisschen optische Abwechslung gibt es bei den Napi Rocks, und anschließend können wir uns sogar 2 Minuten die Füße vertreten (oder sagen wir’s wie es ist: Pipipause) am xxxxxxxxx. Auch eine sehr müde Löwengang sehen wir aus einiger Entfernung neben der Straße. Eine Löwin gähnt wenigstens mal, der Rest schläft langweilig vor sich hin. Und gelegentlich halten wir für Vögel an (na gut, ich halte an, deshalb unter anderem fahre ICH ja lieber im Kruger, da kann ich das selbst steuern).

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Wir wollten eigentlich die kürzeste Strecke mehr oder weniger waagerecht durch den Park nehmen, da kommt uns aber eine gesperrte Straße in die Quere. So müssen wir ein Stück zurück und dann über Skukuza einen großen Bogen fahren. Hier wollen wir in den nächsten Tagen nochmal hin, heute ist keine Zeit mehr dafür.

Trotzdem halten wir für ein paar alte Bekannte, diesmal könnte das sogar wörtlich so sein, denn einen größeren Teil der Strecke kennen wir schon vom letzten Mal, und vielleicht haben wir auch die Paviane oder die Giraffe schon mal getroffen…

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Besonders das letzte Stück am Sabie River entlang kennen wir gut, hier sind wir sogar schon mehrmals hergefahren. Immer wieder schön, das blaue Wasser zwischen dem grünen Gras und den Büffeln… fast schon idyllisch.

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Zwischendurch gibt’s immer mal kleinere Zwangspausen, weil irgendwer oder irgendwas (zur Not auch Touristen, aber die haben tatsächlich meistens einen Grund) auf der Straße steht oder sitzt.

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Erst gegen 17:38h sind wir am Sunset Dam, und natürlich fahren wir nicht erst ins Camp, sondern halten dort für eine kurze Fotosession an. Alleine ist man hier dann definitiv nicht mehr, weil ja quasi alle Lower Sabie-Bewohner hier stoppen und die letzen Minuten vor Toresschluss ausnutzen. Das fühlt sich jetzt spätestens an wie “nach Hause kommen”, hier hat sich gefühlt nichts verändert – Vögel in “dem” Baum im Wasser, Hippos rundrum, die abwechseln faul rumliegen und kurze Gähn- und Droh-Wettbewerbe veranstalten, vielleicht war auch noch irgenwo eine Giraffe? Ich weiß es nicht mehr… und die Fotos geben auch nichts her.

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Beim Einchecken fragen wir, ob wir eventuell noch die Unterkünfte tauschen können – am liebsten würden wir natürlich alle Nächte in EINER Unterkunft bleiben, das war aber nicht buchbar und wir waren schon froh, von 4 auf 2 reduzieren zu können. Leider bleibt es dabei, nix frei, aber das ist schon in Ordnung. So schlimm ist das Kofferpacken nun auch nicht, lediglich eine Mittagspause werden wir dann nicht mit Schlafen (oder Bloggen auf der Terrasse) verbringen können.

Wir stellen nur kurz unseren Koffer ins Zelt (das in der äußersten linken Ecke) und schlendern dann gemütlich zum Restaurant. Hach, auch hier fühlt es sich so vertraut an – mag daran liegen, dass wir letztes Jahr hier auch drei Tage waren und morgens und abends und manchmal zwischendrin hier gesessen haben und Tiere beobachtet haben. Und lecker gegessen, auf die tollen Salate freue ich mich schon seit zwei Wochen.

Tiere gibt’s diesmal auch, allerdings eher die, die man nicht braucht. Sehr viel fliegendes Getier, wir lernen und werden die nächsten Abende an einer anderen Stelle, weit weg von den Lampen, sitzen. Da ist es deutlich entspannter.

Also verziehen wir uns für heute auf unsere eigene Terrasse, trinken noch einen Gin & Tonic und beobachten die Hyänen, die direkt vor uns am Zaun herumstreunen. Diesmal aber außerhalb, nicht wie letztes Jahr in Hluhluwe an unserem Grill auf der Suche nach Resten… Auch hier ist die fliegende Fauna eher lästig, wir müssen unsere Gin-Gläser schützen und stellen fest, dass die Kaffeebecher umgedreht genau da drauf passen.

Ab ins Zelt – wörtlich, und wie zu erwarten nicht ansatzweise so gemütlich und dekoriert wie die letzte Unterkunft, aber das macht überhaupt nichts, dafür sind wir nicht hier. Immerhin hat die Küche einen Türschließer meines Vertrauens! Und dann gehen wir schnell schlafen, damit wir morgen früh wieder fit sind… der Afrika-Rhythmus halt.

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