Tag 8 – Great Sanddunes NP

Farbe des Tages: Sand-beige

Wie schon vermutet ist der Blick von unserer Terrasse echt toll – die Sand Dunes liegen am Rand eines sehr weiten, sehr flachen Tals direkt vor den hohen Sangre de Christo Mountains. Zur Orientierung: wir sind so auf 2500m, die höchsten Berge hinter den Dünen sind ca. 3700m hoch.

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Leider haben wir erst beim Auschecken festgestellt, dass es an der Rezeption Kaffee gibt, daher muss Frank da ganz ohne Kaffee sitzen und gucken und fotografieren, während ich mal kurz per Lync meiner Mutter zum Geburtstag gratuliere.

Frühstück gibt’s im Oasis Restaurant, einem von drei Häusern hier (Lodge, Restaurant/Store und Campingplatz-Anmeldung). Das Oasis ist eins von der Sorte „rustikal, familiär, deftige Küche“, das hatten wir schon öfter und in der Regel am Eingang von kleineren/unbekannteren Nationalparks. Sehr urig und lecker, bisschen reichhaltig vielleicht so ein deftiges Frühstück, aber das arbeiten wir gleich wieder ab. Und so gibt’s das erste Mal in diesem Urlaub Ham & Cheese Omelette mit Hashbrowns für mich und einen Breakfast Burrito in rotem und grünem Chili ertränkt für Frank.

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Und dann geht’s in den Nationalpark. Kurzer Stopp am Visitor Center, Stempel und ein paar Tipps abholen. Erwähnte ich, dass ich praktischerweise den letztes Jahr frisch erworbenen Nationalparkpass zuhause vergessen habe und nun auf einem Zettel sammel, den ich hinterher zerschneide und einklebe?

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Ein paar Meter weiter parken wir dann auf dem Medano Creek Parkplatz, packen „plenty of water“ ein (so der Hinweis der Rangerin), dazu ein paar Nüsse und Weintrauben, unser Standard-Snack für unterwegs. Sonnenmilch, Mütze auf, Wanderschuhe an und los. Die Temperaturen sind eigentlich ganz angenehm, das könnte hier viel schlimmer sein: wir haben ungefähr 20 Grad und leichten Wind, als wir aufbrechen. Die Temperatur bleibt ungefähr gleich, der Wind nimmt später deutlich zu. Man läuft erstmal ein paar hundert Meter durch einen total ebenen Wash (zu anderen Jahreszeiten watet man hier durch den Medano Creek, aber der ist zur Zeit trocken), das finden wir irgendwie schon relativ anstrengend. Gleichzeitig sehen wir vor uns kleine Pünktchen, die sich langsam über die Sandberge bewegen. Wirklich winzige Pünktchen. Gaaaanz weit weg.

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Und dann geht’s so richtig los – bergauf. Die Dünen hoch. Also Tiefsand. Kontinuierlich ohne Pause. Puh. Schonmal gut, dass ich eine lange Hose anhabe, ich muss nicht ein einziges Mal meine Schuhe ausleeren und habe am Ende nur ca. 1 TL Sand in jedem Schuh. Frank hingegen schaufelt sich mit jedem Schritt mit dem einen Fuß Sand in den anderen Schuh… das macht es nicht gerade einfacher. Aber auch ohne diese erschwerenden Bedingungen ist es echt anstrengend, wir brauchen für den Weg bis zum „Gipfel“ der zweithöchsten Düne, die aber verwirrenderweise High Dune heißt, ungefähr 1h15. Wie gut, dass ich regelmäßig DMAX gucke, da lernt man so Dinge wie „nicht nach vorne, sondern direkt vor sich auf den Weg gucken“ oder „Schritte zählen und immer ein kleines Etappenziel setzen“ – bei mir waren das immer 50 Schritte bis zur nächsten kurzen Verschnaufpause. Leider kam immer, wenn man dachte „jetzt bin ich oben“, hinter der aktuellen Düne die nächste noch höhere zum Vorschein, das ist schon frustrierend.

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Immerhin haben wir’s aber am Ende bis zum Ziel geschafft, einige andere sind bis zum letzten Anstieg gekommen und dann umgekehrt. Oben am höchsten Punkt war der Wind am stärksten, und hier flog der Sand nicht nur bis auf Kniehöhe, sondern wir wurden bis ins Gesicht sandgestrahlt. Die Aussicht genießen ging nur in eine Richtung, und die Kamera haben wir sicherheitshalber in der Tasche gelassen und nur Handy-Fotos gemacht.

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Auf dem Weg bergauf hatten wir uns kurz mit anderen Wanderern unterhalten, die auch der Meinung waren, das wäre „no fun“. Stimmt nur halb – hoch ist tatsächlich wenig lustig, aber runter macht total Spaß. Einfach losrennen/-springen/-rutschen, ewig lange Dünen runter, auf denen noch keine menschlichen Spuren zu sehen sind… toll. Und es geht auch viel schneller als rauf! DAS könnte ich noch viel länger machen.

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Hat aber zurück zum Auto nur 45min. gedauert, also passt mal wieder die Einschätzung der Ranger, wie lange ein nicht sonderlich sportlicher Tourist für eine Wanderung braucht. Auch meine Einschätzung, wieviel Wasser ich brauche, hat gepasst – 2,5 Liter waren’s, inklusive der 0,5l die ich direkt vor Aufbruch getrunken hatte.

Es folgte ein kurzer Zwischenstopp im Visitor Center, um den Sand zumindest mal grob abzuwaschen – Arme, Hals und Gesicht waren komplett eingepudert. Danach haben wir uns ein kleines Stück der „Medano Pass Primitive Road“ angesehen, damit Frank ein bisschen offroad fahren kann. Ein bisschen, denn am Point of no return musste er umdrehen, ab hier geht es wirklich nur mit einem „richtigen“ 4×4 Auto und den richtigen Reifen.

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Die eigentlich geplante kurze Wanderung durch den Wald haben wir uns gespart, da laut Rangerin von dort kein Blick auf die Dünen möglich war. Und „nur Wald“ war uns zu langweilig. Also haben wir nach einem kurzen Stopp am Oasis Store…

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…den Park verlassen und sind zumindest teilweise einem Tipp der Rangerin gefolgt und den Weg zu den Zapata Falls hochgefahren. Wieder eine Schotterstraße, mit vielen Steinen und Waschbrett. Es hatte mir ja schon fast gefehlt, dieses Gerumpel und Durchgeschütteltwerden… ;-)

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Am Ausgangspunkt für die Wanderung zum Wasserfall haben wir beschlossen, dass wir a) keine richtige Lust haben und dass wir b) noch eine lange Strecke vor uns haben, und da wir heute in einer Airbnb-Unterkunft übernachten, können wir auch nicht einfach irgendwann ankommen.

Also ab auf den Highway, diesmal ist Frank dran und ich habe das ehrgeizige Ziel, mindestens die letzten beiden Tage für den Blog zu schreiben (Fotos sind schon ausgewählt und verkleinert). Habe ich geschafft, und sogar das hier schreibe ich noch im Auto… Die Fahrt führt uns erst durch das San Juan Valley, das oben beschriebene flache Tal, dann erreichen wir mit New Mexico den nächsten Bundesstaat und es wird irgendwann wieder hügeliger. Eine Toilettenpause, eine Tankpause (20 Gallonen für 45$… also 2,19$ pro Gallone… das hätte ich zuhause auch mal gerne), ansonsten fahren wir gemütlich nach Süden bis Albuquerque.

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Fast auf die Minute genau kamen wir am Haus unserer Airbnb-Gastgeber an. Wir hatten schon per Email verabredet, dass ihre Tochter uns in Empfang nimmt und alles zeigt – weil sie selbst nämlich das ganze Wochenende unterwegs sind. Wir sind also alleine im Haus, und da ich die Tochter nicht erreichen konnte, haben mir die Eltern schon mal per Email den Zugangscode fürs Haus geschickt. Uhrzeit war verabredet, aber “wenn ihr früher da seid, geht schonmal rein und macht’s euch gemütlich”… Unglaublich… die kennen uns gar nicht… und dann sowas…

Wir waren 5min. vor der Tochter da und haben erstmal ein bisschen das Auto aufgeräumt, das hat es nach 1 Woche schon dringend nötig gehabt. Irgendwie fanden wir es komisch, da alleine reinzugehen. Tochter kam mit Ehemann, hat uns reingelassen, kurz die relevanten Räume gezeigt (unser Zimmer, unser Badezimmer, die Küche und den Kühlschrank, Wohnzimmer samt Riesen-TV, alles super).

Dann haben wir uns noch ein paar Tipps für’s Abendessen geholt und danach sind sie wieder abgefahren. Nun sitzen wir hier in einem tollen Haus, den Garten konnten wir noch gar nicht richtig sehen, das machen wir dann morgen. Angeblich kann man von hier aus sogar das Feuerwerk der Balloon Fiesta sehen, also werden wir das morgen Abend von hier aus anschauen. Fotos mache ich morgen im Hellen, habe zwar schon welche, aber das wird dann bestimmt besser. Ok, eine Vorschau von außen bekommt ihr schonmal:

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Das Essen bei “El Brunos”, typisch New Mexican (man legt Wert darauf, dass das nicht Mexican ist, sondern NEW Mexican!), war super. Wir hatten beide Enchilladas mit Hackfleisch und Käse gefüllt, dazu Reis, Bohnen, Salat und rotes und grünes Chili. Als Touristen hatten wir den “ok, die dürfen alles mal probieren”-Bonus, glaube ich. Ist eher keine Touristengegend, da fallen wir wahrscheinlich auf?

Und nun gehen wir ins Bett, wir müssen um 5:30h hier abfahren, die Balloon Fiesta ist quasi um die Ecke, aber da wird viel Verkehr sein und wir wollen lieber zu früh da sein, als hinterher den Massenstart nur aus dem Autofenster zu sehen…

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