Tag 2 – Cedar Breaks NM

Farben des Tages: gelb und grün.

Eins habe ich gestern noch vergessen – Frank und ich hatten beim Einchecken ins spontan gebuchte Motel schon das Schmunzeln im Gesicht – der Manger (nein, nicht Manager, auf seiner Visitenkarte steht Manger!) des Travelodge war garantiert die Vorlage für Hape Kerkelings Horst Schlämmer. Ihr habt gerade kein Bild vor Augen? Hier, bitteschön: *Klick*.

Die Haare, die Sprache (natürlich auf English, aber ansonsten identisch), die Zähne waren allerdings einzigartig – zwei wirklich ziemlich große Schneidezähne oben, daneben eher nichts. Und heute morgen beim Frühstück, das wie oft in solchen Motels im Eingangsbereich neben der “Rezeption” stattfindet, kam er in einem schon etwas betagten roten Bademantel da reingeschlufft und meinte nur, wir sollten doch die Zimmerkarten zum Auschecken in so ein Kästchen werfen, er gehe jetzt wieder ins Bett. Frank und ich mussten uns echt beherrschen, um nicht laut zu lachen, während er noch da war. Der andere Gast, der neben uns stand, war auch leicht irrigiert – also vom Manger, nicht von uns…

Nach dem Frühstück sind wir erstmal ein paar Meilen zurückgefahren und haben uns bei Walmart mit Zutaten fürs Mittagessen eingedeckt. Danach sind wir durch Cedar City gefahren, haben unterwegs noch bei Grinds Coffee House einen leckeren Latte geholt und sind damit dann die paar Meilen bis zum Cedar Breaks National Monument gefahren. Das hatten wir immer mal wieder irgendwo in Reiseberichten gefunden, hatten das aber nie so richtig auf unserer ToDo-Liste. Da wir nun aber schonmal hier waren, hatten wir es gestern Abend schnell gegoogelt und Aussagen wie “schöner als der Bryce Canyon” gefunden. Und den finden wir schon ziemlich gut… also, hinfahren.

Vom ersten Aussichtspunkt aus (ich glaube, der war sogar noch vor dem Eingang, sicher bin ich gerade nicht) hat man tolle Fernsicht auf u.a. den Zion Nationalpark:

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Erste Überraschung: Heute kostet es nichts, es ist “Public Lands Day”, freier Eintritt in allen National XYZ (Parks, Monuments…).

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Zweite Überraschung: es ist tatsächlich bunter als der Bryce. Ob nun unbedingt schöner weiß ich nicht, ist auch schwer zu vergleichen. Aber viele Felsformationen sind ähnlich, nur eben nicht alle orange-braun, sondern in verschiedenen Schattierungen von braun über rot und rosa bis weiß.

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Dritte Überraschung: Cedar Breaks NM ist auch eine der schönsten Stellen für “fall foliage”, also bunte Herbstfärbung der Bäume. Stimmt. Also bunt nicht unbedingt, aber knallgelbe Espen neben dunkelgrünen Nadelbäumen. Sieht großartig aus…

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Wir haben uns die drei (glaube ich) Aussichtspunkte angesehen und sind dann einen kleineren Trail gelaufen. Absteigen kann man nicht so wirklich, und der Alpine Pond Trail klang nach einem schönen abwechslungsreichen Spaziergang. Wir sind erst den unteren Trail gelaufen, den, der näher an der Abbruchkante ist. Von hier aus hat man immer wieder schöne Aussicht auf die bunten Felsen. Dann kommt der namensgebende Alpine Pond, ein kleiner See im Wald. Und schließlich geht’s aufwärts, zum oberen Teil des Trails. Schon hier fangen die ersten gelben Baumgruppen an. Oben sind wir dann zurückgelaufen, und hier stehen die gelben Espen immer dichter. Espenlaub zittert übrigens wirklich bei jedem kleinsten Windhauch…

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Nach ca. 1.5h hatten wir uns unser Mittagessen verdient und haben uns dazu einen schönen Picknickplatz gesucht. Allerdings war es ziemlich windigg, daher sind wir im Auto geblieben. Aber die Sicht war trotzdem toll, und die ersten selbstgerollten Wraps in diesem Urlaub waren wie immer lecker.

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Den Rest des Tages haben wir im Wesentlichen im Auto verbracht – einen längeren Fahrtag haben wir ja meistens, und da wir gestern nicht weit gekommen waren (Candyland war ja im Weg), mussten wir eben heute länger fahren. Nicht weiter schlimm, nur nicht so blog-ergiebig. Wir hatten eine Tankpause, eine Kaffeepause und eine Füße-Vertreten-Pause. Letztere an einem normalen Rastplatz an der Autobahn, also was man hier so normal nennt. “In anderen Staaten wäre das ein Nationalpark”, so wurde der/die/das San Rafael Swell in einem Flyer beschrieben, den wir zufällig gestern in der Hand hatten. Stimmt, wirklich beeindruckend.

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Man sieht hier oft lustige Fahrzeuge, Werbungen oder Menschen unterwegs – unser Highlight heute war der “Randstreifen-Grünspritzer”. Kein Scherz! Wir hatten schon eine Weile überlegt, warum der Randstreifen so komisch aussieht – grün, aber kein Gras und auch keine grünlichen Felsen (die es hier durchaus auch mal gibt). Und zack, da isser, der Verantwortliche:

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Ansonsten haben wir viele verschiedene Landschaften gesehen, wieder den Staat (aber diesmal nicht die Zeitzone) gewechselt und sind abends müde in Glenwood Springs angekommen. Netter kleiner Ort, mit vielen Restaurants und Geschäften, soweit man das im Dunkeln sehen kann. Da wir beide nicht wirklich viel Hunger hatten, gab’s nur Supermarktfutter im Hotelzimmer.

Aber morgen wird’s dann richtig schön… bunt, anstrengend, lecker, warm & schwefelig. So als kleine Vorschau :-)

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