Tag 16 – Der mit viel WOW! und noch mehr Geysiren

[Achtung – nicht vergessen, unten auf “Weiter” zu klicken – heute gibt’s wieder zwei (nachgeholte) Reisetage… wir sind inzwischen schon bei Tag 18 :-)]

Schon wieder / immer noch Yellowstone… Ein toller Nationalpark, der steht jetzt neben dem Arches auf meinem persönlichen Platz 1. So ganz kann ich mich nicht entscheiden, ob einer “besser” ist, sie sind einfach zu verschieden. Also teilen sie sich eben das oberste Treppchen.

Der Tag begann ganz langweilig mit Packen und Frühstück, danach haben wir den Schlüssel in der Drive-In-Key-Drop-Box eingeworfen und haben Canyon Village verlassen. Zunächst sind wir nochmal kurz zum Canyon gefahren, wir wollten Wasserfälle und Canyonwände gerne nochmal bei anderem (= nicht Gegen-)Licht sehen. Hat sich wirklich gelohnt – zumindest für die Lower Falls, die wir nochmal vom Artist Point fotografiert haben. Nicht nur wir, auch eine ganze Reihe Fotografen mit laaaaangen Objektiven stand da. Wir haben zufällig den Zeitpunkt erwischt, zu dem die Sonne einen Regenbogen neben den Wasserfall zaubert – der immer breiter wird, weil der Wasserfall so viel Wasser zerstäubt und quasi die ganze “Wolke” in Regenbogenfarben leuchtet.

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Ein kurzer Abstecher noch zum Upper Falls Viewpoint, aber da gab es nichts so besonderes. Wieder schön, aber kein Regenbogen ;-) Für den Rest des Tages stand der untere linke Teil der Acht auf dem Programm:

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Erstmal ein kurzer Seitenweg, die Firehole Canyon Road, mit einem netten Fluss in einem ebenfalls netten Canyon.

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Grundsätzlich aber wollten wir vor allem das Gebiet rund um Old Faithful ansehen, da gibt es genug geothermale Sehenswürdigkeiten. Den Rest (also das Stück von Madison bis runter) hatten wir für morgen geplant, bevor wir den Park verlassen. Aber weil das nach allen Fotos, die ich vom Yellowstone gesehen hatte, meine Lieblingsstelle zu werden versprach, haben wir die Grand Prismatic Spring vorgezogen. Heute war nämlich schönes Wetter (nach anfänglichen 2 Grad waren wir um 10:30h bei muckeligen 18 Grad, das ist hier bei der intensiven Sonne gefühlt schon richtig warm), und da es morgen eventuell bewölkt oder sogar regnerisch sein soll, wollten wir das Risiko nicht eingehen.

Also, Grand Prismatic Spring, nennen wir sie im Folgenden mal GPS. Außer uns wollten noch einige andere Leute hin, aber man kann trotzdem einigermaßen entspannt den Boardwalk entlang schlendern. Nur die Schlange vor der Toilette war um einiges länger als sonst… Bevor man zum Highlight kommt, führt der Weg erst an einem großen und zwei kleinen Pools vorbei, die alle sehr schön anzusehen und zu fotografieren sind, aber irgendwie wartet man (ich) die ganze Zeit nur darauf, endlich die GPS zu sehen. Trotzdem – erstmal die anderen Fotos:

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Und jetzt die GPS – tatsächlich, sie ist so schön, wie ich sie mir vorgestellt habe! Trotz der eigentlich warmen Temperaturen war es ziemlich dampfig, aber da man vom Boardwalk aus die blaue Farbe in der Mitte eh nicht so gut sehen kann, war das nicht schlimm. Außerdem sieht es ziemlich klasse aus, wenn der Nebel die Farben der GPS mit aufnimmt – es gibt blaue und orangefarbene Schwaden.

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Nachdem wir den Boardwalk einmal komplett abgelaufen waren, habe ich mich in die Toilettenschlange gestellt und Frank ist schonmal vorgewandert. Wir wollten die GPS nämlich von oben sehen, und da gibt es zwei Optionen, sprich Hügel. Einer davon liegt vermutlich besser, hätte aber Gegenlicht bedeutet. Der zweite ist in wenigen Schritten vom Parkplatz aus zu erreichen, das hat Frank gemacht. Oder man fährt ein paar Meter weit mit dem Auto an den Punkt, an dem es augenscheinlich einen Weg nach oben geht – das habe ich gemacht, weil ich mich so am besten mit Frank verabreden konnte. Wenn der Blick nämlich doof gewesen wäre, wäre er gleich wieder runtergekommen. War aber nicht doof, deshalb bin ich ebenfalls den Berg raufgekraxelt, und zwar in quasi gerader Linie nach oben über rutschigen Sand. Nicht der beste Weg, aber der direkteste. Der Blick war die Anstrengung aber auf jeden Fall wert:

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Oben haben wir vier nette Amerikaner getroffen, mit denen wir auf dem Boardwalk schon zufällig ein paar Worte gewechselt hatten. Wir haben uns dann gegenseitig fotografiert und der einen Frau anschließend geholfen, den Berg heile wieder runterzukommen. Sie war da etwas ängstlich – und die beiden Männer der Gruppe mussten sich um die zweite Frau kümmern, die noch nie in den Bergen und ebenfalls noch nie gewandert war. Schöner Einstieg ;-)

Als wir endlich unten waren, sind wir auf direktem Weg und ohne Zwischenstopp die restlichen 10 oder so Meilen zum Old Faithful gefahren. Dort haben wir das Auto abgestellt, uns nochmal die voraussichtlichen Zeiten der Geysir-Ausbrüche abfotografiert (eine erste Info hatten wir schon vom Visitor Center im Canyon Village) und sind dann losmarschiert auf dem Trail zum Observation Point. Doof – schon wieder ein Hügel. Aber ohne Hügel kein Aussichtspunkt von oben auf den Old Faithful Geyser… diesmal war wenigstens der Pfad einigermaßen Die Zeitplanung passte, wir konnten uns einen schönen Schattenplatz mit direktem Blick sichern. Dort haben wir erstmal unser Mittagessen verzehrt, und pünktlich um 14:42h ist er dann ausgebrochen, der Geysir.

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Bin nicht sicher, ob das hier der beste Platz ist, um das zu beobachten, aber der Weg war trotzdem schön, und auf dem Rückweg gab’s noch den Solitary Geyser zu sehen samt Eruption:

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Unten angekommen haben wir erstmal eingecheckt im Old Faithful Inn, in dem wir ein Zimmer ergattert hatten. Das haben wir kurz besichtigt, aus Zeitmangel aber das Gepäck erstmal nicht geholt. Denn der Geyser-Zeitplan sagte, dass wir in einer Stunde am Riverside Geyser sein wollten. Also schnell noch einen Latte (Nicola) bzw. ein Moose Tracks-Eis (Frank, irgendwas mit Fudge und Mini-Peanutbutter-Cups) auf der Terrasse des Inn einnehmen, dabei dem Old Faithful zusehen, der schon wieder geysert, und dann ging’s los. Unterwegs sah es so aus:

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Und der Riverside Geyser brach dann auch ungefähr zur angekündigten Zeit aus (ein bisschen Puffer lassen sie ihnen bei den Zeitangaben, bis zu plus/minus 2 Stunden kann es da heißen, dieser hier ist aber relativ verlässlich, weil er nicht mit anderen Geysern verbunden ist, die seinen Rhythmus stören könnten). So sah das aus:

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Anschließend sind wir den Trail bis zum Ende, zum Morning Glory Pool gelaufen:

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Und zurück auf dem etwas längeren Boardwalk, vorbei an unzähligen anderen Pools und Geysiren, mit ganz unterschiedlichen Farben, Formen und Verhaltensweisen. Besonders interessant fand ich den Anemone Geyser, der ist nämlich innerhalb von 7-10 Minuten jeweils erst trocken, dann füllt er sich irgendwann mit Wasser, das dann etwas später anfängt zu blubbern, und schließlich gibt’s auch noch eine – wenn auch relativ kleine – Eruption. Danach verschwindet das Wasser mit einem gurgelnden Geräusch wieder, klingt wie Badewannenabfluss… der danebenliegende Pool macht das gleiche Spiel, nur viel schneller – ungefähr wenn der erste Pool anfängt seine Fontäne hochzupusten, dann durchläuft er die vier Stadien innerhalb von einer Minute oder so. Spannend…

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Als wir wieder am Old Faithful angekommen waren, war dieser fast ausbruchsbereit. Also haben wir uns zu den wartenden Touristen auf eine Bank gesetzt und ebenfalls gewartet. Der Ausbruch kam dann auch, Old Faithful hat seinen Namen ja nicht umsonst. Frank liest mir gerade (ungelogen, jetzt gerade!!!) was dazu vor. Ich übersetze mal eben: “Der nächte Ausbruch erfolgt jeweils 65 Minuten nach einer Eruption, die kürzer als 2,5 Minuten war, oder 92 Minuten nach einer Eruption, die länger als 2,5 Minuten war”. Aha. Na, bei uns hat es jedenfalls gut in den sonstigen Ablauf gepasst.

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Letzte Programmpunkte heute: Gepäck holen, ins Zimmer bringen, Wäschetasche schnappen, zur Old Faithful Snow Lodge drei Häuser weiter fahren, Wäsche waschen und trocknen, dabei in der Lobby sitzen und Blogbeitrag schreiben. Wir haben nämlich nur Kleidung bis Yellowstone mitgenommen, eigentlich wollten wir schon vor drei Tagen waschen, aber der Laundromat dort ist “closed for season”, hier werden nach und nach die verschiedenen Dienste eingestellt, weil langsam der Winter naht. Unser Restaurant ist zum Glück noch geöffnet, die früheste Reservierung war für 21:30h, passt prima zur Laufzeit des Trockners :-) Und das war’s für heute, morgen geht der Urlaub weiter :-)

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