Tag 9 – Sharks & Shells

Heute beginne ich mal ganz untypisch, mit einem Zitat von / frei nach B. Brecht:

Ja der Haifisch, hatte Zähne,
und die trug er im Gesicht.
Zwei Millionen Jahre später
braucht er sie wohl sicher nicht…

… und deshalb haben wir uns heute zunächst nach Venice Beach aufgemacht. Dort gibt es (so kann man in jedem Reiseführer nachlesen) eine ungewöhnliche Haifischzahndichte. Die schwarzen Zähne sind Fossilien, also gibt es keine aktuellen Haifische, die irgendwie zufällig in der Nähe von Venice Beach in größerer Menge ihre Beißerchen verlieren. Wir hatten uns auch schon ein bisschen gewundert… :-)

Und wirklich: Wir haben 6 oder 7 gefunden. Leider habe ich vergessen ein Foto zu machen, und jetzt bin ich zu faul, nochmal zum Auto zu gehen und sie zu holen. Ich reiche das dann morgen nach, ok? Bis dahin gibt’s einen Link, so ungefähr sehen unsere auch aus: http://duilia.50megs.com/images/teeth_half.jpg

Außer uns war der Strand fast menschenleer, bis auf ein paar wenige Spaziergänger. Am Ende haben wir noch eine Familie gesehen, die das Zähnesammeln mindestens semi-professionell angegangen sind – sie waren ausgestattet mit Nudelsieben, damit sind sie abwechselnd abgetaucht und haben den Sand knapp vor der Brandung rausgeschaufelt und durchgesehen. Da waren dann auch noch größere Zähne dabei, während ich daneben stand, haben sie einen ca. 5cm langen rausgeholt… unsere sind kleiner, maximal 1,5cm, würde ich sagen. Egal, sehr faszinierend jedenfalls!

Venice Beach selbst ist angeblich nach italienischem (architektonischem) Vorbild gebaut und strahlt mediterranen Charme aus. Hm… also als ich das letzte Mal in Italien war, sah das da schon noch ein bisschen anders aus. Aber es stimmt, anders als in vielen anderen Städten gibt es hier ein Zentrum mit Geschäften und zu Fuß gehenden Menschen. Vornehmlich im seniorigen Alter, dementsprechend waren auch die Geschäfte eher nicht auf unsere Altersgruppe ausgerichtet. Aber ein bisschen Weihnachtsschnickschnack gab’s, Dekokram, einen Papierladen… ein Weihnachtsgeschenkchen mehr, das ich im Gepäck unterbringen muss *seufz*.

Kurzes Vorräte-Auffüllen im Publix, danach sind wir eine knappe Stunde zu unserem nächsten Ziel gefahren: Gasparilla Island, bzw. der gleichnamige State Park. Da haben wir zunächst idyllisch unter Palmen gepicknickt, danach sind wir mit Kamera und Plastiktüte losmarschiert, einmal rund um das südliche Inselende und das Gasparilla Island Lighthouse (@Carsten: “ja” auf die Frage, die du mir vermutlich jetzt in Gedanken stellst).

Muscheln gab es hier irgendwie keine, oder zumindest keine ganzgebliebenen, dafür tonnenweise Muschelsplitter. Da man hier außerdem aufgrund der Strömung nicht schwimmen durfte, sind wir nach einem Mini-Abstecher ins Lighthouse-Museum zum nächsten Parkplatz gefahren und dort mit Sack und Pack an den Strand gezogen.

Hier waren wir endlich das erste Mal im Meer, bisschen kalt, aber nach ein paar Schrecksekunden doch toll. Ich kenne jetzt ein prima Mittel, wie man sich ganz schnell überwindet und reingeht: Wenn ein paar Meter neben dem eigenen Liegeplatz jemand einen Stachelrochen fängt und dann wieder freilässt. Das heißt ja, es sind welche da und zumindest einer mag eventuell gerade nicht in Kontakt mit Menschen kommen. Also schön mit den Füße über den Boden “shuffeln”, also schlurfen und sich bemerkbar machen. ODER einfach so früh wie möglich Füße hoch und schwimmen, damit wird man dann zwangsläufig nass.

Ansonsten gibt es auf Gasparilla Island vor allem Rentner, Golfplätze, schicke Häuser und Golfkarts – damit fahren hier alle rum, sehr niedlich… Autos scheinen eher die Touristen zu nutzen. Übrigens habe ich hier das erste Mal quasi offiziell den Ausdruck “snowbirds” für die überwinternden Senioren gesehen – auf dem “Welcome back, snowbirds”-Schild am Ortseingang…

Nach Sonnenuntergang sind wir ganz unspektakulär noch ein Stück Richtung Süden gefahren, bis Port Charlotte:

Und von da aus geht es morgen weiter Richtung Sanibel und Captiva, zwei – ihr ahnt es – Inseln mit Muscheln. Erstaunlich, wie lange man muschelnsammelnderweise den Strand rauf und runter laufen kann, ohne dass es langweilig wird. Zum Glück gibt es immer andere “Highlights”, also bestimmte Muscheln, die besonders häufig vorkommen. Wie wir die aktuell ca. 2kg ins Gepäck bekommen, sehen wir dann mal…

1 Kommentar zu Tag 9 – Sharks & Shells

  1. Du schreibst immer von Rentnern, mir gefällt der typische Ausdruck aus Ösiland viel besser. Dort gibt es nur Menschen, die Rentner sind, wenn sie aufgrund eines Betriebsunfalls aus dem Arbeitsleben ausscheiden.
    Alle anderen, die altersbedingt nicht mehr arbeiten müssen, nennen sie dort “Pensionisten”.

    Und spezielle Läden mit Kram für diese Generation? Was soll das, kleiden die sich in Sack und Asche?

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