Tag 3 – It’s Manatee time

Sorry, gestern hat uns das Netzwerk verlassen… die gute Nachricht: ihr könnt somit heute gleich zwei Tage lesen :-)
Nicht wundern, ich habe alle “heute”s dringelassen, auch wenn es inzwischen natürlich “gestern”s sein müssten…

Dann wollen wir mal das nicht ganz so geheime Geheimnis lüften… wir hatten heute ein Date mit den Manatees, im Gegensatz zu letztem Jahr wussten wir das ja vorher und hatten daher reserviert. Das hieß: pünktlich aus dem Hotel, schnell ein herzhaftes Frühstück bei Denny’s (nur Cornflakes wären vielleicht ein bisschen wenig Grundlage gewesen) und dann 5min fahren bis zum Büro von River Ventures.

Der Parkplatz war deutlich voller als letztes Mal, da waren wir ja nur zu viert. Heute fuhren gleich vier Boote, jedes mit 7-10 Personen besetzt. Das Prozedere war aber noch das Gleiche – Film gucken, Regeln erklärt bekommen, Wetsuit anziehen, ab in den Van und zum Boot fahren. Mit uns waren diesmal drei Schweden und eine amerikanische Familie mit zwei Kindern unterwegs, und natürlich Käptn Charlie.

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Leider war die Tour nicht ganz so toll wie beim letzten Mal – aber darauf waren wir fast schon vorbereitet, denn soviel Glück kann man bei wilden Tieren eben nicht immer haben. Heute waren viel weniger Manatees da, dafür viel mehr Leute. Und je mehr die sich um die Tiere scharen, desto weniger mögen die das und desto schneller ziehen sie sich in die Schutzzonen zurück. Trotzdem war es wieder ein schönes Erlebnis, einige Manatees inklusive einem Baby haben wir ja sehen und auch anfassen können. Für Fotos war das Wasser heute (oder zumindest an der Stelle, an der wir waren) durch den aufgewirbelten Sand ein bisschen zu trübe, nur direkt an der Quelle konnte man relativ tief gucken und die riesigen Fische beobachten, die dort im warmen Wasser stehen. Wenn ihr die Manatees sehen möchtet, dann guckt doch beim letzten Jahr – sie haben sich wirklich nicht großartig verändert ;-)

Nachdem wir uns nach drei Stunden Wetsuit wieder in trockene Klamotten verpackt hatten, ging es zum Mittagessen ins „Crackers“. Da wollten wir letztes Jahr schon hin, auf Empfehlung der damaligen Kapitäne, aber zu dem Zeitpunkt (oder Wochentag?) war es geschlossen. Das Restaurant liegt direkt an der Kings Bay, mit großem Außenbereich, das ist hier ja nicht immer so verbreitet wie bei uns. Unter Sonnenschirmen aus Palmblättern haben wir leckeren Fisch (bzw. Fisch und Alligator für Frank) gegessen und uns in der Sonne wieder aufgewärmt. Wie bestellt war die ziemlich kräftig, die Sonnenmilch kam das erste Mal in diesem Urlaub zum Einsatz.

Nächster Punkt auf dem Tagesplan war ein kleiner State Park, ebenfalls in Crystal River. Nichts besonders spektakuläres, aber ein schöner Pfad durch den Dschungel aus Palmen und Laubbäumen. Eine witzige Mischung, vor allem zu dieser Jahreszeit: auf dem Boden liegen „normale“ Blätter, es sieht aus wie im Grafenberger Wald und man kann raschelnden Fußes spazierengehen. Schaut man aber hoch oder links und rechts, stehen dort verschiedene Palmenarten in leuchtendem Grün… Am Ende des Weges sieht es fast aus wie in den Everglades, mit weiten grasigen Flächen und hohen Palmen… hier haben wir unseren Nachtisch verzehrt, unglaublich süße und leckere Weintrauben. Auf dem Rückweg haben wir kurzfristig die Orientierung verloren (oder besser: der Weg wurde immer weniger und war schließlich weg), uns aber doch bis zum Auto durchgeschlagen. Dabei habe ich noch ein bisschen zukünftige Weihnachtsdeko eingesammelt, riesige Zapfen, die hier irgendwie überhaupt nicht hinzupassen scheinen. Da liegen sie doch besser demnächst bei uns im Wohnzimmer!

Weiter ging es noch ein Stückchen nach Norden, bis nach Gainesville. Nö, nicht das von den Reimanns, die wohnen doch in Texas. Nein, hier in Florida gibt es auch einen Ort mit dem gleichen Namen. Die Stadt an sich ist nicht so spektakulär, aber sie liegt strategisch günstig zu unseren Programmpunkten für morgen (zwei Stateparks). Auf dem Weg dahin sind wir durch lauter Bilderbuch-Amerika-Orte gefahren, dazwischen viel Natur, Wälder & Wiesen hauptsächlich.

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Wir mussten noch ein bisschen was einkaufen, denn morgen ist ja Thanksgiving und wir wissen nicht, was alles geschlossen hat – daher haben wir mal sicherheitshalber ein paar Vorräte fürs Mittagessen besorgt und Getränkenachschub. Eigentlich wollten wir heute Abend nichts Großes mehr essen, schon gar nicht nochmal in ein Restaurant, aber dann… hat Adlerauge Frank ein Schild entdeckt, während wir an der roten Ampel standen. „We are now serving glutenfree pizza“. Tja, was soll man da machen? Ich hatte in den letzten 3 Jahren nur einmal die Gelegenheit, eine gf-Pizza in einem Restaurant zu essen. Diese Gelegenheiten sind (zumindest in Deutschland) echt rar, also war die Entscheidung in Sekunden gefallen. Pizza-Abend! Es war kein richtiges Restaurant, eher ein Lieferservice mit ein paar Tischen, hauptsächlich auf Studenten ausgerichtet, weil es direkt an der Uni liegt. Egal, glutenfreie Pizza! Sooo lecker, dünner und knuspriger Boden, Salami und getrocknete Tomaten (alle Beläge waren möglich, das war meine Auswahl), Käse. Ihr könnt das bestimmt nicht so richtig nachvollziehen, aber für mich war das ein absolutes Highlight…

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Tja, und das war’s auch schon für heute. Sind jetzt im Hotel, gucken Navy CIS, tippen einen Blogpost und dann wird geschlafen. Bis morgen, gute Nacht bzw. guten Morgen :-)

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