Tag 17 – Aquaholics

Der Titel des heutigen Tages ist aus dem Postcard Inn geklaut, so heißt da die Wasseraktivitäten-Abteilung, und das passt auch gut als Motto des Tages. Heute haben wir es nämlich tatsächlich geschafft, vor dem Frühstück schwimmen zu gehen. Wenn man schonmal Strand und Pool in ungefähr 73,5m Entfernung hat… also erst ins Meer, einmal bis zur Bojenkette schwimmen und zurück, und dann in den warmen Pool und treiben lassen.

Nach der Dusche ging’s dann zum Frühstück in die Raw Bar, direkt am Meer haben wir die Grundlage für die Schnorcheltour zu uns genommen. Die Bar ist so ein typischer Keys-Ort, sehr relaxed, nichts Feines, aber sehr herzliche Bedienung, mit der wir uns nett unterhalten haben.

Koffer ab ins Auto und 17 Meilen gen Osten, State Park Eintritt bezahlen, Tour bezahlen und Schnorchelausstattung abholen. Heute scheint es keine gefährlichen Fische oder Quallen zu geben, also steht dem nächsten Unterwasser-Erlebnis nichts im Weg. Dann hatten wir aber erstmal noch eine Stunde Zeit, auf’s Wasser zu gucken, bevor es im 12 Uhr losging… Und wir hatten Zeit für ein “die Welt ist
echt klein”-Erlebnis: An der Masken- und Flossenausgabe haben wir J. aus B. getrofden, mit dem wir uns am Flughafen in der Immigrationschlange unterhalten hatten… er hat eine ganz andere Route genommen und auch einen anderen Rückflugtermin, und trotzdem.

Pünktlich um 12 Uhr sind wir dann losgefahren, erstmal fünf Meilen mit dem Boot raus bis zum Korallenriff. Mit uns waren so ungefähr 16-20 anderer Schnorchler an Bord, die dann am „Grecian Reef“ einer nach dem anderen ins Meer hüpften. Und wir natürlich auch :-)

Die Stelle ist relativ geschützt, weil die Wellen am Riff brechen und dahinter das Wasser deutlich ruhiger ist als auf der Fahrt. Schwimmen sollte man natürlich schon können, aber warum nun „strong swimmers and experienced snorkelers“ auf der Tafel mit den tagesaktuellen Informationen stand, können wir nicht ganz nachvollziehen. Wenn man einmal an der richtigen Stelle war, vielleicht so 20m neben dem Boot, konnte man einfach ruhig auf dem Wasser liegenbleiben und gucken. Wie bei den Manatees auch galt hier nämlich: wer sich am ruhigsten verhält, bekommt am meisten zu sehen.

Deshalb bin ich gleich mal an der ersten Korallenstelle geblieben, als die anderen alle weitergeschwommen sind – und einer nach dem anderen kamen die ganzen tollen Fische wieder raus aus ihren Verstecken. Aquarium pur, und dazu noch die bunten Korallen, die für sich schon toll aussehen…

Natürlich bin ich dann auch irgendwann langsam weitergeschwommen, immer am Rand des Riffs lang, weil man aufgrund des niedrigen Wasserstands nicht drüberschwimmen durfte. Hier gilt nämlich: auf gar keinen Fall jemals die Füße auf den Boden stellen, Korallen oder irgendwas anderes anfassen oder gar mitnehmen. An den meisten Stellen war es, glaube ich jedenfalls, aber eh zu tief zum Stehen. Aber das braucht man auch gar nicht, die knapp 1,5 Stunden sind echt schnell rumgegangen. Übrigens: man sollte die sechs Dollar für den Wetsuit investieren, alle anderen waren nach einer halben bis dreiviertel Stunde wieder auf dem Schiff, weil ihnen zu kalt war. Auch 26 Grad Wassertemperatur sind nämlich auf Dauer gar nicht so viel, wenn man sich kaum bewegt – siehe oben.

Bei einigen Objekten sind wir momentan nicht sicher, ob das überhaupt Korallen oder irgendwelche anderen Getiere/Pflanzen waren, riesige „Blätter“, oder andere, die wie die kleinen Verästelungen eines Blattes aussahen, also so gitterförmig, und lila. Müssen wir mal googeln, wenn wir wieder zuhause sind. Aber es gab noch diverse eindeutig zu identifizierenden Korallen – große „brain corals“, eher gitterförmige, dann die fingerförmigen… Und habe ich die gelben, blauen, türkisfarbenen, gestreiften oder ganz bunten Fische erwähnt? Große, kleine, schnelle, langsame, im Schwarm, einzeln… Und die Smilie-Fische, die wir so getauft haben, weil sie einen schwarzen Strich im Gesicht haben, der wie ein gaaaaanz breites Grinsen aussieht? Um mal den Film „Nemo“ zu zitieren: Fische sind Freunde. Eindeutig. Im Aquarium finde ich die ja eher langweilig (was heißt hier eher, ich finde sie total langweilig), aber hier war es einfach nur toll. So, und nun kommen die Bilder – wieder als Galerie, und leider gibt die Unterwasserkamera nicht 100% wieder, wie toll das war… also selbst hinfahren und live schauen, würden wir empfehlen!

Nachdem wir gegen halb drei wieder auf dem Festland und trocken und angezogen waren, haben wir drei Meilen weiter bei „Mrs. Macs Kitchen“ gegessen, einer Empfehlung aus einem Reiseführer oder aus dem Internet, stand jedenfalls auf unserer Liste. Sehr urig, sehr klein, sehr viele Nummernschilder an den Wänden, sehr leckeres Essen (Fisch für uns, nachdem wir uns so viele nur angeschaut hatten).

Und dann ging’s noch für eine Stunde zurück in den Statepark, auf’s Wasser gucken, was trinken, Fotos machen im Visitor Center, da gibt es Informationen zu den Tieren, die man im Riff so sieht. Aber so viel mehr gibt’s hier auch nicht. Kajak waren wir letztes Jahr schon gefahren, mitten in den Mangroven. Und ansonsten ist der Statepark eben vor allem UNTER Wasser…

Auf dem Rückweg Richtung Miami haben wir dann noch kurz in einem BestBuy (sowas wie Mediamarkt) vorbeigesehen und anschließend im Walmart unsere Einkäufe zum Mitnehmen erledigt – Süßigkeiten, Kaffeeweißer, Backmischungen…

Und nachdem wir in Miami erst 13.000 Hausnummern daneben lagen und uns mühsam durch den Berufsverkehr zur richtigen Adresse durchgekämpft hatten, haben wir Christian (ja, den, der hier die ganzen Extra-Tipps bekommen hat) in einer Mall getroffen und sind zusammen im Outback essen gegangen. Die letzten Baby Back Ribs für… hm… keine Ahnung, längere Zeit vermutlich? Der Rest des Abends war unspannend, packen und aussortieren und hoffen, dass das Gewicht des Koffers passt – gewogen wird gleich erst, wir haben dafür (Achtung, sehr hilfreicher Tipp) eine Anglerwaage im Gepäck. So ein Haken, an den man den Koffer hängt…

Ach so, und ein drittes „Muster“ haben wir noch gefunden – neben schlechtem Wetter in Sanibel und Verletzungen in Key West scheint auch „am letzten Abend ist einer der Big Bang Theory“-Schauspieler bei Conan O’Brien zu Gast“ eine Tradition zu werden. Letztes Mal war es Raj, gestern dann Sheldon. Schöner Abschluss… und morgen gibt’s noch einen halben Tag Sommer, danach Flugzeug und dann Winter, schätze ich… den Tagesbericht gibt es dann vermutlich erst Freitag oder Samstag, je nach WLAN-Zugang im Flughafen.

Kommentar verfassen