Tag 16 – Postkartenidylle

Ihr ahnt es wahrscheinlich – wir haben heute erstmal im Garten gefrühstückt. Aber damit ihr nicht glaubt, wir würden euch hier nur die schönen Fotos zeigen und die anderen einfach weglassen: Key West heute morgen – es war wolkig, es war grau, es hat geregnet, alle Palmen haben getropft und die Blätter hängen lassen :-((

Ok, genug “November Rain”, eine halbe Stunde später haben wir draußen gefrühstückt, der Himmel war zumindest größtenteils wieder blau und es war muckelige 24 Grad warm. Also alles nicht so wild… aber immerhin, wir haben hier auch mal schlechtes Wetter!

Nach dem Auschecken haben wir noch schnell im John Pennekamp State Park angerufen, da wollen wir nämlich morgen endlich schnorcheln, nachdem das letztes Jahr und letzten Samstag wegen Quallen und Wetter nicht geklappt hat. Reservierung steht, mal sehen, ob es klappt. Bevor wir Key West verlassen haben, hatten wir noch zwei kleinere Sightseeing-ToDo’s auf der Liste, außerdem einen kurzen Abstecher zum Post Office.

Zuerst waren wir am Friedhof, auf dem es laut Tripadvisor viele Grabsteine mit lustigen Inschriften geben soll. Hm… mag sein, wir haben natürlich nicht jeden Stein gelesen, nicht mal gesehen. Aber in den Ecken, in denen wir waren, war nix lustiges, überhaupt keine Sprüche. Nur sowas wie “beloved wife, mother and grandmother” oder so. Oder welchen Dienstgrad die Verstorbenen in der Navy hatten. Aber nicht lustig.

Anschließend sind wir zum letzten verbliebenen öffentlichen Strand gefahren, zum Higgs Beach an der Südseite von Key West. Wir waren gestern schonmal dran vorbeigekommen und hatten ihn als “nicht so toll wie Smathers Beach” eingestuft, aber ein bisschen genauer wollten wir doch nochmal hinschauen. Ganz  nett, aber nicht zu vergleichen. Sand, Volleyballplatz, ein Café, zwei Piers mit vielen Möwen, in der Mitte des Strandes ein altes Fort mit einem tropischen Garten (kostenlos und ganz nett, kein Muss). Unsere persönliche Strand-Hitliste wird also weiterhin von Smathers Beach und Fort Zachary State Park angeführt.

So, und nun mussten wir leider Key West verlassen – schade… es ist hier einfach so entspannt, friedlich, bunt, karibisch, und das Wetter ist auch noch immer einen Schlag besser als im restlichen Florida (ok, bis auf heute wahrscheinlich).Wir sind erstmal bis zum Milemarker 50 gefahren und haben Lunch gekauft. Dann sind wir, wie vor drei Tagen angekündigt, zu Anne’s Beach gefahren und haben uns dort eine ruhige Mini-Mangroven-Bucht für unser Picknick gesucht. Ich habe die Gelegenheit genutzt, zumindeste die Hälfte der Muscheln zu entsanden.

Die ganze Zeit konnten wir am Horizont eine eindeutig zu dunkle Wolkenwand sehen, und zwar in der Richtung, in die wir fahren mussten. Aber es war ja nicht zu ändern… und solange es noch trocken war, wollten wir das nutzen und noch eine Runde schwimmen, auch wenn das irgendwie beim Tippen komisch klingt. Also sind wir weitergefahren bis zu dem Hotel, das wir uns für heute aus dem Hotecoupon-Heft rausgesucth haben – das Postcard Inn, das seinen Namen definitiv zu Recht trägt. Die Gebäude selbst sind nichts besonderes, weder hübsch noch hässlich. Aber die Zimmer sind neu renoviert und echt schön, es gibt zwei Tiki-Bars (eine davon mit Karaoke heute Abend), einen normalen Pool und einen Salzwasserpool direkt am Meer, Strand, Palmen, eine eigene Marina, zwei weitere Bars, überall Liegestühle oder Sitzgruppen, abends mit Fackeln und Feuerstellen beleuchtet.

Nachdem wir kurz unsere Sachen im Zimmer abgestellt haben, sind wir erst ins Meer und dann in den Pool gesprungen. Es war etwas windig, aber solange wir so weit wie möglich im Wasser geblieben sind, war es toll. Wir waren die einzigen, vermutlich denken die Floridianer so über uns wie wir üblicherweise über die Engländer… uns aber egal, wir fanden es super.

Wir haben danach von der Tiki-Bar (oberste Ebene) die Sonne beim Untergehen beobachtet, bis sie hinter einer Wolke verschwunden ist. Anschließend waren wir nochmal in dem tollen Outback Steakhouse (siehe Hinfahrt) und dann wieder zurück in unserer Postkartenidylle. Dort haben wir an einer der Feuerstellen gesessen, uns unterhalten und versucht, die sehr schrägen Töne aus der Karaokebar zu überhören, relativ erfolglos. Aber manchmal konnte man wenigstens erkennen, welches Lied es sein sollte ;-)

Und nun wie immer – Tag zuende, Blogeintrag schreiben, Fotos auf den Computer kopieren, schlafen gehen und auf morgen freuen.

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