Los Angeles

14. März 2009

Wie gesagt – bin im Internetcafe, natuerlich mit einer herrlich amerikanischen Tastatur, die Haelfte fehlt (Umlaute zum Beispiel), der Rest ist grundsaetzlich woanders als ich denke. Ich versuch’s trotzdem…

Auf der Taxifahrt gestern haben wir einen 7-11 gesehen, das ist eine Mischung aus Supermarkt und Tankstellenshop. Gibt dort leckeren Kaffee zum Selbermischen, mit diversen Flavors und Zutaten. Dort haben wir uns mit Fruehstueck versorgt und sind dann zu Fuss zur Autovermietung gelaufen. Sind nur ca. 15 Minuten, trotzdem sind wir wahrscheinlich die Einzigen, die jemals dort zu Fuss angekommen sind… es gab aber sogar einen Buergersteig, sehr unamerikanisch!

Wir hatten einen Midsize SUV gebucht, da der sogar billiger war als ein Fullsize und noch dazu bequemer und nationalparktauglicher. Bei den meisten grossen Vermietern gibt es hier eine sogenannte Choice Line = alle Autos einer Klasse stehen auf dem Parkplatz und man sucht sich selbst den aus, den man haben moechte.

Wie auch schon von diversen anderen Reisenden geschrieben stehen die Midsize-SUV und die SUVs bei Alamo zusammen, so dass man ohne Aufpreis sich einfach einen größeren nehmen konnte. Der freundliche Berater hat natürlich noch versucht uns eine Klasse höher zu verkaufen. Das haben wir aber genauso wie die zusätzlichen Versicherungen dankend abgelehnt. Bei uns war hauptsächlich die Kofferraumabdeckung (die ist leider recht selten bei den SUVs)

Bei uns war hauptsaechlich die Kofferraumabdeckung entscheidend, da wir fast taeglich unser gesamtes Gepaeck im Auto haben werden, waehrend wir unterwegs sind. Also ist es ein Toyota 4Runner geworden, sagte mir nix, ist aber so aehnlich wie Franks Auto zuhause.

Damit ging es dann zurueck zum Hotel, wo wir nur schnell die schon gepackten Koffer eingeladen haben. Unter hartnaeckigen anderslautenden Anweisungen unseres Navigationssystems sind wir OHNE Freeway-Stau zunaechst nach L.A.-Downtown gefahren und haben uns dort einen mexikanisch angehauchten Bahnhof mit super-bequemen Ledersesseln im Wartesaal angesehen, anschliessend das aelteste Haus von L.A., die sogenannte Avila Adobe. Klein, aber nett restauriert… und kostenlos!

Weiter ging es dann zur City Hall, also dem Rathaus. Dort kann man – auch wenn’s nicht im Reisefuehrer steht – kostenlos bis auf den Turm fahren und hat von dort einen schoenen Blick ueber diesen Teil von L.A., allerdings bei weitem nicht ueber die ganze Stadt. Nicht mal den Pazifik konnte man sehen…

Das stand in keinem Reiseführer, wir haben einfach mal den netten Sicherheitsbeamten am Eingang gefragt und er hat uns erklärt, wo man sich für einen Besucheraufkleber anstellen muss und mit welchem Fahrstuhl man dann (mit umsteigen) ganz nach oben fahren kann.

Naechste Station war der Grand Central Market, dort gibt es zum Einen bestimmt 20 verschiedene Ess-Staende von Chinesisch ueber Mexikanisch und natuerlich Pizza und Burger. Wir haben uns fuer einen Tacco mit Rind- bzw. Haehnchenfleisch entschieden. Schmeckte total anders als erwartet, aber sehr lecker. Gruene Chilisosse und Koriander gehoeren eben fuer uns eher nach Asien als nach Mexiko…

Haette heute jemand zu uns gesagt “Du hier und nicht in Hollywood“, dann waere das ein Widerspruch in sich gewesen – waren naemlich als Naechstes genau dort. Parkplaetze gibt es, sobald man ein paar Minuten laufen moechte, sogar umsonst. Parkuhren lohnen sich bei den Amis hier wohl nicht mehr ;-) Also, wir haben gesehen: viele, viele goldene Sterne, und es waren neben vielen Unbekannten auch einige bekannte Namen dabei – alles Personen, die 15000 Dollar dafuer bezahlt haben, damit sie auf dem Walk of Fame verewigt werden. Allerdings ist das eher unspektakulaer und zieht sich bestimmt ueber einen Kilometer, beidseitig der Strasse. Hinterher haben wir auch in einer Querstrasse noch Sterne auf dem Boden gesehen…

Ein Stueck weiter ist dann das Kodak Theater, in dem die Oskars verliehen werden. Viel Rummel, aber auch einer der besten Blicke auf das Hollywood-Schild. Direkt nebenan ist das Graumanns Chinese Theater, vor dem die Hand- und Fussabdruecke vieler Stars zu sehen sind. Ich habe ja die ganze Zeit nach Lassie gesucht, die Pfotenabdruecke sollen da auch sein, aber gefunden habe ich nur Will Smith, die StarTrek-Schauspieler, Shirley Temple und – man hoere und staune – R2D2 und C3PO waren auch da! Lustige “Fussabdruecke” haben die… Fotos folgen.

Die letzte L.A.-Etappe hat uns nach Beverly Hills gefuehrt, neben dem Rodeo Drive (die Strasse mit den teuren Geschaeften) sind wir vor allem ein bisschen durch die Gegend gefahren und haben uns die Haeuser angeschaut.

Um morgen moeglichst frueh am Death Valley zu sein, sind wir anschliessend aufgebrochen. Aufgrund des Freitagabendstaus mussten wir einen kleinen Umweg machen, und wo kommen wir da vorbei? Am “Vasques Rocks Park”. Muss euch nichts sagen, aber dort wurden viele Szenen unserer gerade erneut komplett angeschauten Lieblingsserie “Roswell” gedreht (an dieser Stelle aus gegebenem Anlass Gruesse an Betty). Leider waren wir 7 (!) Minuten zu spaet, der Park war schon zu, aber wir haben “den” Felsen aus der Ferne gesehen…

Der Rest der Strecke war nicht besonders eindrucksvoll, lange an den Bergen (ich nehme an, dass es die Rocky Mountains waren?) vorbei, die teilweise noch schneebedeckt sind. Uebrigens, wir hatten Temperaturen um die 25 Grad heute… also durchaus sehr fruehsommerlich! Ausserdem haben wir die ersten Joshua Trees gesehen, die wir ja am Ende der Reise in ihrem eigenen Nationalpark besichtigen werden. Das einzige weitere “Highlight” war die Abfahrt mit dem Namen “Zzyzx” – das stand wirklich auf dem Schild, und wir ueberlegen die ganze Zeit, ob das eher indianisch ist oder der Namensgeber beim Scrabble noch ein paar Steine loswerden musste… Jedenfalls sind wir bis kurz vor’s Death Valley gekommen und haben dort in einem kleinen Motel ein Zimmer gefunden.

Da es hier jetzt schon 23:15h ist, also gefuehlte 6:30 morgens ohne aber geschlafen zu haben, werde ich mich jetzt ins Bett verkruemeln und sehen, dass ich morgen das mit dem USB-Stick noch hinbekomme. Sonst fehlen euch die schoenen Bilder von Venice Beach… und das waere echt schade!

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